Cruel World
vorher. Aber trotzdem, danke, für all deine Mühe, das alles hier vorbereitet zu haben.<< Lächelnd beugte ich mich zu ihm hinüber und drückte ihm einen zarten Kuss auf die Wange, woraufhin er mich mit unergründlichem Blick ansah. >> Sag mal... kann es sein, dass du mal wieder andere Menschen ausgeplündert hast?<<
Unauffällig schüttelte er seinen Kopf und blinzelte ein paar mal. >> Nein, heute mal nicht. Das schwöre ich dir. Ich habe all diese Sachen in kaputten Läden von einigen Städten gefunden und hergebracht. Nur bei dem Essen musste ich ein bisschen schummeln. Ehrlich gesagt, habe ich eine alte Frau den Kuchen vorbereiten lassen. Die restlichen Sachen habe ich aus einem Gefrierfach einer Wohnung, die völlig unberührt geblieben ist. Die Menschen in dieser Umgebung müssen sich wirklich nicht vor Angreifern fürchten. Ihre Dörfer sind mit uralten Zaubern von Hexen belegt worden. Ich habe Glück, dass ich so mächtig bin und die Schutzmauern durchdringen kann, um dir diese leckeren Mahlzeiten zu bringen.<<
>> Das ist wirklich verrückt.<< hauchte ich atemlos >> Es gibt so viele Wesen, von denen die Menschen nichts wissen und doch existieren sie. Es müssen aber ganz schön viele sein. Wie habt ihr Vampire es geschafft, so viele Jahrtausende unentdeckt zu bleiben?<<
>> Na ja, unentdeckt stimmt nicht ganz.<< sagte er nervös >> Du weißt sicherlich ein wenig von der Pest im Mittelalter. Sie hatte Europa zwischen 1347 und 1352 heimgesucht und es gab unzählige Tote deswegen. Die Menschen früher haben die Schuld auf uns geschoben.
Vampire, Dämonen und Hexen
seien daran Schuld gewesen! Aber das stimmt überhaupt nicht. Heutzutage wurde diese Theorie zum Glück beseitigt. Schließlich waren Tiere wie Ratten daran Schuld.
Hmm.
Als Antwort auf deine Frage kann ich nur sagen, dass sich die Unterwürfigen ziemlich vor der Königsfamilie fürchten. Mein Vater war ein grausamer Herrscher. Wer sich selbst verriet wurde gnadenlos zu Tode gefoltert.
War deine Mutter genauso? wollte ich ernsthaft interessiert wissen.
Oh, ja. Sie war sogar noch schlimmer als er. Sie hat am liebsten menschliche Kinder und Babys getötet. Selbst Aaran fand das immer schrecklich, weil die sich überhaupt nicht wehren können. Da meine Mutter jedoch nicht so gerne kämpft und die Dinge schnell erledigt haben will, ist diese Methode genau passend für sie. Wenn ich damals versucht habe sie irgendwie umzustimmen wurde ich solange eingesperrt, bis mir klar geworden ist, was es heißt, ein erbarmungsloser Killer zu sein. Trotzdem bin ich immer anders geblieben.
Er wand den Blick ab, ehe mir wieder einfiel, was wir hier taten.
Nun. Ähm... singst du mir ein Lied?
Wie bitte? Irritiert starrte er mich an. Du möchtest, dass ich singe?
Ja.
Ich weiß nicht, ob dir meine Stimme gefallen wird. murmelte er und räusperte sich leise.
Ich strahlte ihn an, während meine Wangen glühend heiß wurden.
Alex sah unglaublich toll aus wenn er nicht so recht wusste, wie er anfangen soll. Meiner Meinung nach war das immer total lustig.
Dann holte er tief Luft. Happy Birthday to you! Happy Birthday to you! Happy Birthday, liebe Chalina! Happy Birthday to you!
Begeistert klatschte ich in meine Hände und jubelte wie ein kleines Kind vor mich hin. Seine tiefe Stimme war auf einmal flüssig wie Honig geworden und hatte in meinen Ohren wunderschön und beruhigend geklungen. Trotzdem hatte ich seine Unsicherheit deutlich hören können.
Vielen Dank, Alex!
Keine Ursache. Ach, übrigens, ich habe ein kleines Geschenk für dich. Es ist in diesen Zeiten nichts Besonderes mehr, aber... ich denke schon, dass du es mögen wirst. sagte er grinsend und holte plötzlich ein kleines Päckchen aus dem Sack heraus, das ich ihm beinahe schon aus der Hand riss. Eilig zog ich die hellblauen Fäden ab und öffnete es.
Kaum sah ich was darin war, da erstarrte ich auch schon.
Mit offenem Mund sah ich auf. Alex... oh mein Gott! Das ist viel zu schön! Wie soll ich das annehmen können?
Es ist dein geburtstagsgeschenk, Chalina-Anastasia. Weise es bitte nicht zurück. Ich flehe dich an.
Blinzelnd nahm ich den kleinen, gelben Diamant, der so hell leuchtete wie die Sonne höchstpersönlich, in meine Hände. Dieser Edelstein eine unheimlich wunderschöne, gelbe Persönlichkeit aus, die mich auf der Stelle faszinierte. Ich kniff ein Auge zusammen, um ihn besser betrachten zu können.
Ich habe diesen Diamant aus dem Bach herausgeholt. Er ist eigentlich nur einer von vielen, die da unten
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