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Cruel World

Cruel World

Titel: Cruel World Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Neslihan Dadas
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zu sehen. Ungefähr zwei Meter vor mir lag eine ausgebreitete, rot-schwarz karierte Decke, die mit zwei Plastiktellern, Weingläsern und anderen Köstlichkeiten wie Salate, Getränkeflaschen und eine große Schüssel mit Spaghetti gedeckt war.
Ich traute meinen Augen kaum. Wo hatte Alex all diese Sachen her? War das hier seine Überraschung an mich? Ein Festmahl? Wie spät war es überhaupt?
Als ich mich unter das Loch an der Decke stellte, schaute ich in einen dunklen Himmel, in dem man nur ganz schwer die Sterne erkennen konnte. Es gab mir jedoch die Gewissheit, dass es Abend ist. War es der nächste Tag oder hatte ich etwa nur ein paar Stunden geschlafen?
Verwirrt dachte ich nach, ehe mein Blick zu etwas in der hinteren Ecke glitt, das mich solange blinzeln ließ, bis ich realisieren musste, dass es wirklich da stand.
Die dunkelgrünen Blätter des mittelgroßen Tannenbaums wurden durch die roten, gelben und blauen Glaskugeln und die großen Zuckerstangen zum Leuchten gebracht. An der Spitze befand sich ein goldener Stern.
Nun wurde mir bewusst, was für einen Tag wir heute hatten.
Gerade, als ich lächeln wollte, erschien vor dem Höhleneingang eine Person, die eine rote Hose und einen gleichfarbenen Wollpullover trug. An seinem Gesicht war ein schneeweißer Bart. Ich erkannte, dass er bloß befestigt worden ist, weil man den Gummi, trotz der Zipfelmütze mit dem weißen Wollknäuel am Ende, sehen konnte. Mit der rechten Hand hatte er einen hellbraunen Stoffsack über seine Schulter geworfen und in der anderen Hand hielt er eine tatsächlich eine scharze Rute. Da der Bauch der Person jedoch dick und rund war, erschrak ich zutiefst und wich ein paar Schritte zurück.
>> W-Wer sind Sie?<<
>> Ho Ho Ho!<< rief die Person mit seiner tiefen Stimme und lachte mich dann laut aus. >> Verdammt, Chalina-Anastasia! Sage mir nicht, du hast den Weihnachtsmann vergessen!<<
Verdutzt hielt ich inne und kniff meine Augen zusammen. >> Alex! Was soll das alles?<<
>> Na, es ist Weihnachten. Ich wollte dir doch bloß eine Freude bereiten. Bist du glücklich?<<
Er hatte tatsächlich alles, während ich geschlafen hatte, dekoriert und vorbereitet. Irgendwie fühlte ich mich wirklich geschmeichelt und konnte mir deshalb ein Lächeln nicht verkneifen. >> An Weihnachten ist man immer glücklich.<<
>> Das stimmt.<< Er betrat die Höhle und legte den Sack auf den Boden, ehe er ein Kissen unter dem Pullover hervorholte, der mich auf der Stelle zum Lachen brachte. Waren in dem Sack etwa richtige Geschenke? Aufregung machte sich in mir breit. Ich zappelte ungeduldig mit den Füßen umher, während er auch den unechten Bart ablegte und einfach zu Boden fallen ließ. >> Vor allem, wenn man an Heiligabend geboren ist, nicht wahr?<<
Ich erstarrte, als es mir auch einfiel und hätte mich am liebsten geohrpfeigt. Wie hatte ich bloß meinen wichtigsten Tag im Jahr vergessen können? War das Aarans Schuld oder war ich einfach nur so sehr von anderen Dingen abgelenkt gewesen?
>> Heute ist mein Geburtstag.<< sagte ich leise und schaute - entsetzt von mir selbst - zu Boden.
>> He, sei bitte nicht sauer. Wenn du nicht willst, dass wir ihn feiern, dann-<<
>> Doch, doch!<< Noch bevor ich es merkte, hatte ich meine Finger ineinandergefaltet und war auf die Kniee gefallen. >> Ich möchte ihn unglaublich gerne feiern, Alex. Schließlich habe ich keinerlei Erinnerungen an meine vorherigen Geburtstage.<<
>> Wundervoll!<< jubelte er und zog mich wieder auf die Beine. >> Also gut. Womit fangen wir an? Weihnachten oder Geburtstagsfeier?<<
Ich tat so, als würde ich kurz überlegen, obwohl meine Antwort bereits feststand. >> Geburtstagsfeier, natürlich!<<
Klatschend ging er zu dem Laken, auf dem ich bis vor wenigen Augenblicken noch geschlafen habe, und hob die dünne Decke daneben hoch, sodass eine große Torte mit vier Schichten aus Sahne, Erdbeeren, Schokoladenstücke und vielen Raffaelos oben drauf zum Vorschein kam.
Ich traute meinen Augen kaum. Mir lief das Wasser im Munde zusammen. Heute Nacht würde ganz bestimmt satt werden und auch morgen könnte ich dann ganz bestimmt nichts mehr essen.
Alex trug dem Tortenboden, auf dem sich die Torte befand zu der ausgebreiteten Decke, wo wir uns gemeinsam niederließen.
Grinsend reichte er mir nun seine Hand. >> Herzlichen Glückwunsch zum achtzehnten Geburtstag, Chalina, Anastasia. Es ist mir wirklich eine Ehre dein Erwachsenwerden mit dir zusammen zu feiern.<<
>> Ach, weißt du, ich fühle mich immer noch so wie

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