Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3

Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3

Titel: Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alan Dean Foster
Vom Netzwerk:
versichere Ihnen aber, dass wir sehr gute Rechtsanwälte haben. Und dass die Leute durchschauen, was die Kirche ihnen darlegt - darauf hoffen wir förmlich! Das ist der Grund dafür, dass wir komplizierte Glaubenslehren ablehnen und versuchen, die Dinge so einfach wie möglich zu halten! Wenn die Leute sich unsere Leitsätze anschauen und sie durchschauen, werden sie, so hoffen wir, auf der anderen Seite die Wahrheit finden. Das ist alles, wonach wir streben: die Wahrheit und das Glücklichsein. Je mehr man den Verstand zufrieden stellt, desto schneller ist der Hunger der Seele gestillt. Und wir bedanken uns für Ihr Angebot, für uns zu beten. Kein Mitglied der Vereinigten Kirche würde jemals ein solch wohlwollendes Angebot abschlagen! ›In einem unermesslich großen Universum, angefüllt mit Unsicherheit, schlage niemals ein Angebot zur Sühne aus, ganz gleich aus welcher Quelle dieses Angebot stammt.‹ Leitsatz achtundsechzig, Absatz vier.«
    Der ältere Geisüiche sprang von seinem Sitz auf. »Sie sind unverschämt und schamlos! Sie alle beide!«
    »Ich weiß«, gab Briann zu, »aber es hält uns am Lachen!«
    Jenakis sah aus wie ein Mann, der zu einer Strafpredigt ausholte. Er überlegte es sich jedoch anders und legte stattdessen eine Hand auf die Schulter seinesjüngeren Kollegen. »Kommen Sie, Father Joseph! Hier können wir nichts mehr erreichen! Mit Possenreißern kann man nicht diskutieren.«
    Mit einem wehmütigen Gesichtsausdruck erhob sich auch der jüngere Mann. »Es tut mir wirklich Leid! Aber wir können Ihnen nicht helfen, wenn Sie sich nicht helfen lassen. Auch ich werde für Sie beten!«
    »Das ist sehr freundlich von Ihnen!« Briann beugte sich vor und zischelte ihm verschwörerisch zu: »Vergessen Sie nicht - unser ganzes Informationsmaterial lässt sich von unserem Displaytower leicht auf eine Speichersphäre herunterladen!« Als sich der jüngere Geistliche abwandte, um im Kielwasser seines älteren Kollegen die beiden Paladine der Vereinigten Kirche zu verlassen, steckte sich Briann seine Daumen in die Ohren, wedelte mit den Fingern und streckte den sich trollenden Gestalten die Zunge heraus.
    Twikanrozex beobachtete ihn interessiert. »Das ist eine Geste, die mir nach dem Kanon der Kirche nicht bekannt vorkommen will.«
    Mit zufriedenem Gesichtsausdruck ließ Briann seine Hände wieder sinken. »Es ist eine entschieden nicht theologische Gestik - dem Ursprung nach. Unter meiner Spezies ist es ein uralter Volksbrauch, um sich zu verabschieden.«
    »Überraschend kinetisch! Kannst du mir diesen Abschiedsgruß beibringen?«
    Briann dachte nach. »Du hast keine Ohren, in die du Daumen stecken könntest, aber dass du mehr als ein paar Hände benutzen kannst, macht das wohl mehr als wett. Du wirst es schon richtig einzusetzen wissen - doch solltest du sorgfältig darauf achten, es in der richtigen Situation anzubringen!«
    »Ich bin mir sicher, dass du mich gründlich einweisen wirst.« Twikanrozex verlagerte seinen hinteren Abdomen auf der breiten gepolsterten Sitzbank, begierig etwas zu lernen.
    Pater Briann begann, ihm ein weiteres Licht der Erkenntnis aufzustecken.

12
    Therese Holoness führte Cullen Karasi und Pilwondepat hinaus aus dem Lager und den Fußweg hinunter zum Hauptgrabungsfeld, atemlos vor Aufregung. Auf ihrem Weg dorthin kamen sie an verschiedenen kleineren Grabungsstätten vorbei, die man in der Hoffnung begonnen hatte, etwas unter der harten Erde des Steilhangs zu finden. Jedes dieser Grabungsfelder war verlassen, die Grabungsgeräte waren abgeschaltet, Wasserflaschen zur Seite gelegt, Gitternetze aus Laserstrahlen glommen weiter in der morgendlichen Sonne. Als Pilwondepat die Abwesenheit der Arbeiter zur Sprache brachte, deutete Holoness nach vorn.
    »Sie sind alle unten im Hauptgrabungsfeld. Jeder ist dort hinunter!« Sie sprang über eine schmale Klamm. Cullen tat es ihr ohne Schwierigkeiten nach, während Pilwondepat seinen Weg mit größerer Sorgfalt wählen musste. Er blieb zwar nicht zurück, aber er sprang auch nicht. Thranx waren keine guten Springer.
    Dass Holoness die Wahrheit sagte, zeigte sich, als sich die drei der Ausgrabungsstätte näherten. Eine große Menschenmenge hatte sich dort versammelt. Als sie noch näher herangekommen waren, erkannte Cullen, dass sich nicht nur das gesamte exoarchäologische Team, sondern auch sämtliche nicht wissenschaftliche Mitarbeiter um die offene Grube scharten. Cullen war jetzt an der Ausgrabungsstätte angelangt, wurde

Weitere Kostenlose Bücher