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Das Lied der alten Steine

Das Lied der alten Steine

Titel: Das Lied der alten Steine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Barbara Erskine
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verfolgt und lächelte erwartungsvoll. »Ali macht sehr gute Cocktails. Viele Sachen drin. Sehr teuer.«
    Serena schüttelte den Kopf. »Nein danke. Fruchtsaft wäre schön.«
    »Ich nehme einen.« Charley kletterte auf einen Barhocker.
    »Einen Cocktail mit so vielen Sachen, wie Sie sich nur vorstellen können, Ali.« Ihre Augen glänzten fiebrig und ihre Haut hatte Sonne abbekommen, sodass sie wie bestäubt aussah mit vielen kleinen Sommersprossen. Sie trug ein weit ausgeschnittenes ärmelloses Kleid und um den Hals eine Kette mit türkisen Perlen.

    Serena nahm ihren Guavensaft entgegen und zog sich auf ein Sofa zurück. Nach einer Minute ging Anna zu ihr und ließ die anderen an der Bar zurück.
    »Wir müssen bald miteinander reden.« Anna setzte sich neben sie. Als sie die Bar verließ, war ihr aufgefallen, dass Toby nirgends zu sehen war.
    »Na, wo bist du gewesen?« Serena blickte trübsinnig in ihr Glas.
    »Ich bin auch segeln gegangen, mit Toby.« Anna sah sie von der Seite an. Sie spürte, wie sie leicht errötete, aber Serena bemerkte es nicht. »Ich habe heute den Priester Anhotep wieder gesehen«, fuhr
    Anna fort. »Wenigstens…«, sie zögerte, »glaube ich es. Auf der Feluke.«
    Serena sah überrascht auf. »Hattest du denn die Flasche dabei?«
    »Nein. Sie ist immer noch in meiner Kabine. Es ist anscheinend völlig egal, was ich tue. Ich sehe ihn dauernd.«
    Serena verzog das Gesicht und zuckte die Achseln.
    »Hoffentlich hat er sich nicht an dich gehängt.«
    »An mich gehängt?« Anna zwang sich, die Stimme wieder zu senken. »Du machst doch hoffentlich Witze. Lieber Gott, du meinst, ich bin besessen?«
    »Nein!« Serena richtete sich ruckartig auf. »Nein, gerade das meine ich nicht!« Sie fixierte Charley an der Bar und beobachtete sie mit skeptischem Blick. Dann wandte sie sich wieder Anna zu. »Nein, das musst du nicht missverstehen. Du bist in keiner Weise besessen, aber er könnte eine Energieverbindung mit dir eingegangen sein. Das bedeutet, dass er…« Sie blickte umher und gestikulierte hilflos. »Es ist so, dass er dich als eine Art Benzintank benutzt. Er hat nur noch wenig Saft, weil er keinen eigenen Körper hat, deshalb muss er den von einem Menschen borgen, um genug Energie zu bekommen, dass er sich bewegen und sich zeigen kann. Er hat eine Art Saugpumpe in dein Energiefeld eingeführt, damit er deine Energie anzapfen kann, das bedeutet, dass er immer in deiner Nähe bleibt.«
    Anna schauderte. »Ich hoffe sehr, dass das nicht stimmt.« Sie nippte an ihrem Glas und fröstelte wieder heftig. »Wie kann ich ihn wieder loswerden?«
    »Wenn du willenstark bist, genügt vielleicht allein deine Intention.«
    »Ich bin willenstark.«
    »Dann sag ihm, er soll weggehen, wenn du ihn das nächste Mal siehst.«
    »Das habe ich schon versucht. Ich habe ihn angeschrien, habe gesagt, er soll die Flasche nehmen und dann verschwinden. Aber er ist nicht gekommen. Es ist nichts passiert.«
    »Warte, bis du ihn siehst, Anna. Dann sprich zu ihm. Sei nicht ängstlich oder wütend, das macht dich nur schwach. Sei einfach stark und liebevoll.«
    »Liebevoll!« Anna starrte sie ungläubig an. »Das glaube ich nicht. Wie könnte ich ihn denn lieben?«, fragte sie unwillig.
    »Die Liebe überwindet alles, Anna.« Serena lächelte wissend.
    »Vor allem Hass und Angst.«
    »Nein, nein, tut mir Leid, das kann ich nicht glauben. Leider.«
    Anna nahm noch einen Schluck aus ihrem Glas. »Und ich fürchte das würde unser Freund als Schwäche interpretieren.«
    Sie starrte auf ihre Sandalen. »Es gab doch aber zwei Priester, oder? Wo ist der andere abgeblieben?« Sie blickte auf.
    Serena starrte wieder zur Bar hinüber, wo Charley gerade laut kichernd den Kopf in den Nacken warf. »Ich weiß es nicht«, sagte sie schließlich. »Ich weiß nicht, wo der andere abgeblieben ist.« Sie lehnte sich zurück und sah Anna an. »Nein, du hast Recht. Es ist keine leichte Sache, Anhotep zu lieben. Aber ich denke nicht, dass er dir schaden will. Ich finde, du solltest jede Anstrengung auf dich nehmen, um ihm entgegenzutreten.
    Fordere ihn heraus. Zeig ihm, wie stark du bist. Sobald du mit ihm in einen Dialog getreten bist, kannst du ihn fragen, warum er unbedingt die Flasche haben will, und vielleicht auch, was du damit machen sollst und wie du ihm helfen kannst. Und dann kannst du ihn bitten, dich zu verlassen.«
    »Wenn es so weit ist, werden wir uns bereits duzen und ich lade ihn zum Essen ein«, erwiderte Anna. Sie hielt

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