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Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Titel: Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Götz Justus
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organisiert, nach Westsibirien, die Stadt weiß ich nicht mehr. Bleibt also nur das Problem mit dem Deutschen. Ich habe mit dem Cheflogistiker der US Air-Base in Ramstein – liegt irgendwo in Deutschland – gesprochen. War mein Stubengenosse in Annapolis, absolut zuverlässig, ist mit uns auf einer Linie. Hat eine Wahnsinnskarriere hingelegt. Sander kann dort solange auf dem Militärgelände untergebracht werden, bis wir ihn für den zweiten Akt abholen. Einen sichereren Ort kann ich mir nicht vorstellen. Was meinen Sie?“
    Cannon schien nachdenklich. „Können wir nichts für den Schutz des Russen tun? Das ist unser wichtigster Mann! Weit wichtiger als Sander!“
    Bassett schüttelte den Kopf. „Ich weiß dort niemanden, dem ich hundertprozentig vertrauen könnte. Der muß nicht nur risikobereit und verschwiegen wie ein Grab sein, sondern auch ein konspiratives Genie! Sie wissen, wie empfindlich die Russen reagieren, wenn das stillschweigende Übereinkommen der Geheimdienste gebrochen wird. Damit würde nicht nur Igors Schicksal besiegelt sein, sondern auch unsere berufliche Karriere ein abruptes Ende finden; immerhin sind dann Bauernopfer angesagt! Die würden uns in Washington schlicht rausschmeißen! Wir hätten nicht den Hauch einer Chance, danach noch etwas für die Sicherheit Igors und seiner Familie zu tun, geschweige, Janus und dessen Organisation erfolgreich zu bekämpfen! Die Niederringung der Organisation hat absolute Priorität!“
    Cannon nickte zustimmend. Bevor er etwas sagen konnte, hatte Bassett erneut das Wort ergriffen. „John, ich möchte, daß Sie den Deutschen begleiten. Wir dürfen ihn nicht sich selbst überlassen. Er mag hier einen stabilen Eindruck vermitteln, aber wie es dort, in der Nähe seiner Familie, aussieht, kann keiner mit Sicherheit sagen. Vielleicht nimmt er gegen alle Vernunft doch Kontakt zu ihr auf. Das könnte unsere Aktion und uns alle gefährden. Er sollte auch etwas für seine körperliche Fitneß tun, wer weiß, welche physischen Anforderungen auf uns zukommen. Es wäre sinnvoll, wenn Sie sich dieser Aufgabe annähmen.“
    Cannon brauchte nicht lange zu überlegen, sich der Sichtweise Bassetts anzuschließen. „Geht in Ordnung. Wie lange, glauben Sie, werden wir in Ramstein bleiben?“
    Bassett legte seine Stirn in beeindruckende Querfalten. Er zuckte die Schultern. „Schwer zu sagen. Hängt unter anderem von dem Ergebnis ab, das Aamir uns liefert. Bringt der schnell was zustande, sollte es nicht länger als eine Woche sein. Vielleicht werden‘s zwei – ich weiß es nicht. Länger glaube ich keinesfalls. Sollten die Brüder ihr Teufelszeug aus dem Berg geholt haben, wäre es dann ohnehin zu spät.“ Cannon nickte zustimmend, doch plötzlich wurde er ernst. Etwas schien ihn zu quälen. „Was ist los, John?“
    Cannon sah eine Weile auf seine Schuhspitzen, bevor er den Blick hob, in erkennbarer Erregung unstet auf Bassett richtete. „Eigentlich wollte ich nie mehr nach Deutschland ...“ Er stockte. Seine Stimme klang brüchig wie Steinzeug.
    Bassett erkannte, daß er Cannon Zeit geben mußte. Ihn in diesem Augenblick anzusprechen, hätte nichts bewirkt. Cannon reckte sich, dann fixierte er Bassett, nun mit gefestigtem Blick. „Schon gut. Es ist vorbei.“
    Bassett umkurvte den Schreibtisch und holte zwei Bud aus dem Kühlschrank. Er warf Cannon eine Dose zu, der sie mit gewohnter Geschicklichkeit auffing. „Sieh‘s als Teil deines Feldzugs! Cheers!“ Sie prosteten sich zu.
    „Wann fliegen wir?“
    Bassett lächelte süffisant: „Übermorgen ab Quetta, um sechs Uhr in der Frühe. Ihr müßt also schon morgen nach Quetta fliegen.“
    Cannon stand der Mund offen. „Ist ja toll, daß ich das schon erfahre! Was hätten Sie gemacht, wenn ich erst morgen in Ihr Büro gekommen wäre?“
    „Sie heute geholt. Gehen wir in den Club?“
    Cannon schüttelte den Kopf. „Noch nicht. Es gibt ein paar Dinge, die möchte ich mit Ihnen klären, weil sie bei mir Fragezeichen aufwerfen.“
    Bassetts Augenbraue tat, was sie üblicherweise in solchen Situationen tut. „Schießen Sie los! Was liegt Ihnen auf der Leber?“
    Cannon nahm einen Schluck, um ein paar Sekunden zu gewinnen, den richtigen Einstieg zu finden. „Da wäre als erstes der unnötige Blutzoll. Es haben inzwischen gut und gerne zwanzig Kameraden von der Gegenseite ins Gras gebissen. Die sechs gestern im Bürogebäude, die hätte man auch gefangennehmen können! Oder den Leibwächter von Bidram. Warum wird

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