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Dave Duncan

Dave Duncan

Titel: Dave Duncan Kostenlos Bücher Online Lesen
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einzulassen. Jetzt ruft Ihr Sir Andor… Nein?«
    »Das wird auf ein Gefecht hinauslaufen. Sogar im nüchternen Zustand ist Andor nur ein Amateurfechter.«
»Ihr habt ihn schon früher gerufen.«
    »Thinal hat ihn gerufen. Er hat nicht nachgedacht. Es muß Darad sein, wer ihn auch ruft.«
    »Nicht Darad!«
Darad hatte für ein halbes Wort eine Frau getötet.
Verwirrtes Schweigen und wütende Blicke.
»Ihr seid der Denker, Doktor! Denkt nach!«
    Sagorn seufzte. »Hört zu, Kade, Darad könnte der richtige sein. Besonders, wenn Ihr mit ihm über Rap sprecht! Darad mag Rap inzwischen.«
    Das konnte sie kaum glauben. Der Faun hatte seinen Hund auf Darad gehetzt und seinen zahmen Kobold ebenfalls. Er hatte Stühle auf Darad niederkrachen lassen. Aber wenn es Darad sein mußte, dann mußte es wohl Darad sein.
    »Nun gut. Macht schon! Ich riskiere es.«
     
    Sagorn warf ihr einen ungläubigen Blick zu. »Also gut, Mögen die Götter mit Euch sein, meine Liebe.«
     
    Unverschämtheit!
     
    Da blähten sich die grünen Kleider auf, Nähte platzten, und der Riese stand vor ihr.
    Mit geballten Fäusten hob sie den Kopf, um sich die Wunden und Tätowierungen anzusehen, die zerschlagene Nase und das enorme wölfische Grinsen. »Guten Morgen, Master Darad«, sagte sie mit schwacher Stimme.
    Ein Erdbeben von leisem Gelächter erschütterte seine monströsen Formen. Er grinste höhnisch. »Und einen guten Tag Euch, Lady. Braucht jetzt meine Hilfe, oder?«
    Sie trat einen Schritt zurück. »Es tut mir wirklich leid, daß ich Euch verletzt habe, als Ihr in Krasnegar wart. Meine Loyalität gegenüber meiner Nichte, Ihr versteht…«
    Ein gutturales Lachen brachte sie zum Schweigen. »Jotunnblut?« »Ha? Oh, ja. Unsere Familie ist zur Hälfte Imp und zur Hälfte Jotunn.«
    »Jotnar bringen gute Krieger hervor«, stimmte er zu. »Zeigt sich auch bei Rap.«
     
    Äh! »Ich will Master Rap besuchen. Er ist in ernstlichen Schwierigkeiten.«
    Ein grauenerregender Blick ersetzte das höhnische Grinsen. »Ja. Um ihn zum Magier zu machen, richtig? Widerliche Djinns! Und die Zeit ist knapp, richtig? Guter Mann, der Faun. Müssen uns beeilen. Nun, Ihr klopft, und seht, was passiert!« Der Jotunn riß sich den Umhang vom Leib und ließ ihn fallen. Er zog sein blitzendes Schwert, so daß Kade zusammenzuckte; dann trat er zurück gegen die Wand neben der Tür.
    Zitternd überprüfte Kade, ob ihr Yashmak noch richtig saß. Sie stellte sich vor das Guckloch und pochte gegen das Holz. Sie fragte sich, ob man dieses winzige Geräusch drinnen überhaupt würde hören können. Sie hielt ihre Augen gesenkt – blaue Augen, nicht die Augen einer Djinn. Sie konnte Darads Füße sehen, seine Zehen lugten aus den Überresten von Sagorns Stiefeln hervor. Sie konnte das Schwert sehen. Eine morgendliche Brise ergriff ihr Gewand und brachte den beruhigenden Duft nach Morgen, nach Gras und Blumen mit sich. Es gab immer noch singende Vögel in der Welt, und das nicht allzu weit entfernt.
    Sie zählte fünfzig Herzschläge. Dann hob sie ihre Hand, um erneut zu klopfen, und eine Stimme erklang durch das Gitter.
    »Die Zikade singt tief.«
Parole? Gnädige Götter, was sollte sie darauf antworten.
»Ich habe eine Nachricht vom Großen Mann.«
»Die Parole?«
    »Man hat mir keine Parole genannt!« rief sie und blickte immer noch nicht hoch. Die Löwentöter fielen ihr ein – »Frauen verrät man keine Parole.«
    »Frauen bringen keine Nachrichten vom Sultan.«
     
    »Dann kommt seine Nachricht nicht an, und er wird wissen wollen, warum.«
    Der Mann knurrte. Nach langem, nervenzerfetzendem Schweigen hörte sie, wie der Riegel umgelegt wurde. Die Tür schwang auf gutgeölten Angeln leise auf.
    Kadolan wurde zur Seite gestoßen und fiel beinahe hin, als Darad um den Türpfosten herumwirbelte, die Tür weit aufstieß und im dunklen Inneren verschwand. Sie hörte Knochen krachen und einen unterdrückten Schrei. folgte durch den Eingang in ein kleines, dunkles Zimmer. In einer Ecke stand ein Stuhl, gegenüber war eine Treppe, ein Körper lag auf dem Boden, und ein dunkler Riese stand über ihm, mit einem wölfischen, zahnlückigen Grinsen im Gesicht.
    »So weit, so gut!« brummelte Darad. »Schließt die Tür, Richtig. Bleibt jetzt in der Nähe!«
    »Wartet!«
Ein Körper auf dem Boden!
Sie hatte einen Mann getötet.
    Was war gut daran, das offensichtliche Böse auszugleichen? Der Gedanke war erschreckend, und schlimmer noch war die Gewißheit, daß sie nicht mehr aufhalten

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