Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Titel: Deathkiss - Suess schmeckt die Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: authors_sort
Vom Netzwerk:
musste es unter den Sitz gelegt haben.
    Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Wieder hatte sie das unheimliche Gefühl, dass jemand sie beobachtete. Sie sah sich um, bemerkte jedoch nichts Ungewöhnliches. Die Pferde grasten auf der Koppel, Khan schnupperte um den Wassertrog herum, die anderen Hunde schliefen ruhig in der Nachmittagssonne, und Nate war immer noch nicht zurück.
    Gereizt klappte sie ihr Handy auf und wollte die Nachrichten abrufen, doch ein Signalton zeigte an, dass der Akku so gut wie leer war. Bevor die Verbindung zum Netz hergestellt war, wurde das Display schwarz und ließ sich nicht wiederbeleben. »Verdammt«, knurrte sie, schlug mit dem Handy in ihre Handfläche und gab dann auf. Wer hatte das Gerät gefunden und es, ohne ein Wort zu sagen, in ihren Pick-up gelegt, nein, versteckt? Travis? Nein. Nate? Sie nahm sich vor, ihn danach zu fragen. Aber wann sollte er es getan haben? Bestimmt nicht in der Brandnacht.
    Und dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.
    So deutlich, als hätte er ihr die Wahrheit ins Ohr geflüstert, erkannte sie, dass der Brandstifter derjenige war, der das Handy in ihren Pick-up gelegt hatte. Derselbe Abartige, der die angesengte Geburtsurkunde hinterlegt, Dani entführt und Mary Beth ermordet hatte.
    Und sie selbst hatte gerade jegliche Fingerabdrücke, die er dabei hinterlassen haben könnte, zunichte gemacht. Aber wahrscheinlich war der Täter ohnehin auch in dieser Hinsicht umsichtig gewesen.
    Eine Gänsehaut überlief Shannon. Sie drehte sich langsam um, ließ den Blick über ihr Haus, die Zwinger, den Stall, den abgebrannten Schuppen schweifen, als erwartete sie, ihn in irgendeinem Winkel zu entdecken: einen gefährlichen, finsteren Fremden, der es genoss, sie zu quälen.
    Wer war er? Warum hatte er Mary Beth umgebracht, sie selbst jedoch verschont?
    Weil sein Werk noch nicht vollendet ist. Und er will, dass du es weißt. Es macht ihm Spaß, dir Angst einzujagen.
    »Schwein«, zischte Shannon. Wieder musste sie an Dani Settler denken. Ihr Kind. Travis’ Kind. Halte durch, Schätzchen … Wir finden dich. Ganz bestimmt.
    Sie ging ins Haus, schloss das Handy ans Ladengerät an und wählte dann Nates Handynummer. Zum Teufel mit seinem Freiraum. Sie brauchte ihn. Jetzt.
    Doch er meldete sich nicht, und seine Mailbox war voll. »Verdammt«, knurrte Shannon. Ihre Gedanken schweiften zu Travis ab. Sie wollte mit ihm reden, ihn sehen. Er war zwar erst seit ein paar Stunden fort, doch ihr erschien es wie eine Ewigkeit.
    »Ach, reiß dich zusammen«, ermahnte sie sich. Was war nur in sie gefahren? Ausgerechnet sie, die gegenüber ihren überbehütenden Brüdern immer so sehr auf Eigenständigkeit bedacht war. Die nach dem Grauen, das sie als Mrs. Ryan Carlyle erlebt hatte, die Ehe strikt ablehnte. Und die schon damals als junges Mädchen, als sie Brendan Giles eröffnete, dass sie schwanger war, solch harsche Zurückweisung erfahren hatte. Sie hatte keinerlei Veranlassung, in Travis Settler mehr zu sehen als Danis Vater, einen verzweifelten Mann, der nach seinem Kind suchte.
    Was sie jetzt brauchte, war Zeit zum Nachdenken, weit fort von der Brandstelle, vom Telefon, fort von dem albernen Gefühl, dass finstere Augen jede ihrer Bewegungen verfolgten.
    »Ich bin bald zurück«, versprach sie dem Welpen, der schlafend auf seinem Kissen lag. »Träum süß.«
    Dann nahm sie die Schlüssel zu ihrem Pick-up. Sie musste raus. Sie war zu lange mit ihren Gedanken allein gewesen.
    Wieder dachte sie an Nate. Seit sie ihm von ihren Plänen berichtet hatte, eine neue Ranch zu kaufen, stand etwas zwischen ihnen, wie eine Mauer, Stein für Stein aus Emotionen errichtet.
    Seltsam war auch, dass er seit dem Brand nicht ständig in ihrer Nähe geblieben war, aber vielleicht war es auch eine Gnade Gottes, wie ihr Bruder Oliver sich ausgedrückt hätte.
    Shannon beschloss, zur Ablenkung etwas Sinnvolles zu tun. Sie begann, Vorräte in den Pick-up zu laden, die sie bereits vor einer Weile eingekauft hatte, um sie in ihr neues Heim zu bringen. Es war beschwerlich, die Kisten mit Reinigungsmitteln, Farbe, Papierhandtüchern, Toilettenpapier und so weiter zu verladen, aber Shannon arbeitete beharrlich, verbissen. Stunden vor Sonnenuntergang war endlich auch die letzte Kiste Lysol auf der Ladefläche verstaut. Trotz ihrer empfindlichen Schulter und der lädierten Rippen tat es Shannon gut, endlich wieder körperlich zu arbeiten, es bereitete ihr Befriedigung, etwas geleistet zu haben, und lenkte

Weitere Kostenlose Bücher