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Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Titel: Deathkiss - Suess schmeckt die Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
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fühlen.«
    Er schüttelte den Kopf. »Es geschehen zu viele sonderbare Dinge.« Er richtete sich auf. »Lass uns lieber auf Nummer sicher gehen, okay?«
    »Okay. Aber du solltest einen Ersatzschlüssel bereithalten für den Fall, dass ich mich aussperre.«
    »Versteck einen in der Garage, an der Wand hinter der Ausziehleiter. Häng ihn dort an den Nagel. Da findet ihn niemand.«
    »Gute Idee.«
    »Und du erkundigst dich auch nach einem Sicherheitsdienst? Aber möglichst nach einem, der nichts mit Demitri zu tun hat.«
    »Auf der Stelle«, versprach sie.
    Sein Blick verriet deutlich, dass er ihr nicht glaubte. Nate überquerte den Parkplatz und stieg die Außentreppe zu seiner Wohnung hinauf. Auf dem oberen Absatz blieb er stehen. »Es ist mein Ernst, Shannon, ich werde in der nächsten Woche häufig unterwegs sein … Ich suche lieber selbst jemanden.«
    »Ich sagte doch, ich rufe an.« Sie sahen einander über den Kiesplatz hinweg an.
    Als er sich zur Wohnungstür umwandte, rief Shannon plötzlich: »Nate?« Er hielt inne und sah sie fragend an. »Warum bist du in der nächsten Woche nicht hier? Kannst du es mir sagen?«
    Shannon Herz schlug heftig. Bitte sag mir, was du treibst. Einen Augenblick lang glaubte sie, er würde tatsächlich antworten.
    Er presste die Lippen zusammen und schien angestrengt nachzudenken, sagte dann jedoch nur: »Manchmal ist alles anders, als es scheint.« Mit dieser kryptischen Bemerkung betrat er seine Wohnung.
    Damit war Shannons Frage keineswegs beantwortet. Sie sah ihm ratlos und ein wenig beunruhigt nach. Zwar verteidigte sie ihn gegenüber anderen, aber insgeheim wusste sie manchmal selbst nicht recht, was sie von Nate halten sollte.
    Wo hatte er in der Brandnacht gesteckt?

    Er prüfte wie gewohnt den Riegel, vergewisserte sich, dass der Haken in die Öse griff und die Kleine nicht entkommen konnte. Anfangs hatte er befürchtet, sie könnte sich befreien, wenn sie sich oft genug mit ihrem ganzen Gewicht gegen die Tür warf, doch seine Sorge war überflüssig gewesen. Sie hätte gar nicht den Mut aufgebracht, etwas so Abenteuerliches wie einen Fluchtversuch zu unternehmen.
    Zumindest hatte es den Anschein.
    Stirnrunzelnd starrte er die verschlossene Tür an. Seltsam, dieses Mädchen – nach dem, was er durch den Internetkontakt über sie erfahren hatte, erwartete er einen kleinen Wildfang mit Grips und Mumm in den Knochen. Sie hatte mit ihren Schießkünsten und dem schwarzen Gürtel in irgendeiner Kampfsportart geprahlt. Sie hatte behauptet, ohne Sattel im Galopp reiten, ein Zelt aufbauen, jagen und angeln zu können – all das hatte ihr Vater ihr angeblich beigebracht.
    Bisher schien es, als steckte nicht viel dahinter.
    Er betrachtete nachdenklich den Riegel.
    Man durfte nicht alles glauben, was die Leute im Internet erzählten. Alleinstehende auf der Suche nach einem Partner machten falsche Angaben über ihr Alter, ihr Gewicht oder ihr Einkommen. Viele versuchten, sich zu profilieren, um das eigene Ego zu befriedigen. Und Jugendliche waren in dieser Hinsicht wahrscheinlich die Schlimmsten, behaupteten im Internet alles Mögliche über sich.
    Er rieb sich das Kinn, dann stellte er mit einem Blick auf die Uhr fest, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb. Es war später Nachmittag. Er schlug mit der Faust gegen die Tür. »Ich bin gleich zurück«, brüllte er laut durch die dicken Bohlen, woraufhin das Mädchen doch tatsächlich aufschrie. Als jagte bereits der Klang seiner Stimme ihr einen heillosen Schrecken ein.
    Die Sache kam ihm spanisch vor. Er kniff die Augen zusammen und fragte sich, ob sie ihm etwas vormachte.
    Mehrmals hatte er sie dabei ertappt, dass sie ihn anstarrte, jede seiner Bewegungen verfolgte. Er wusste, dass sie durch die Türritze spähte, wenn er ihr den Rücken zukehrte, denn in dem fleckigen, gesprungenen Spiegel über dem Kaminsims konnte er erkennen, was hinter ihm vor sich ging. Für sie hatte er sein gewohntes Ritual ausgebaut. Wahrscheinlich machte der Anblick eines nackten Mannes sie ordentlich an. Schön und gut. Er machte das Beste daraus. Angst war eine gute Motivation, die ideale psychologische Waffe.
    Er ließ sie seine Muskeln sehen und machte eine große Show daraus, mit seinem Messer umherzustolzieren, die Klinge in der Glut zu erhitzen und ein schwieriges Krafttraining zu absolvieren, um ihr ohne Worte zu zeigen, wie stark und gewalttätig er war.
    Nur für den Fall, dass sie auf dumme Gedanken kam.
    Womöglich an Flucht dachte.
    O nein,

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