Deathkiss - Suess schmeckt die Rache
sich gierig in die Grübchen über ihren Gesäßbacken.
O Gott, sie sehnte sich schmerzlich nach ihm. Zitterte vor Erregung. Schwitzte, als seine Lippen eine warme, feuchte Spur zogen, sinnlich über ihre Wange glitten, unter ihr Kinn, an ihrer Kehle entlang, und seine Zunge sich schließlich in die Halsgrube bohrte.
»Du willst mich«, sagte er, und der Wald schien in Schweigen zu verfallen. Seine Stimme war tief und wohltönend. Sie spürte die Vibration an ihrem Körper. Eine Hand ertastete ihre Brust, spielte mit der rosigen Brustwarze. »Du willst mich.«
Sie schluckte krampfhaft und sah zu ihm auf.
»Sag es.«
Sie versuchte zu sprechen, aber ihre Stimme versagte.
»Sag es.«
Diese magischen Finger rieben ihre Brustwarze dringlicher, beinahe schmerzhaft.
Die Frösche hatten aufgehört zu quaken.
Er beugte sich über sie und küsste ihre Brust. Sie bäumte sich auf, und er zog sie fester an sich, so dass ihr Rücken sich durchbog. Sie klammerte sich an ihn, wusste, dass es kein Zurück mehr gab. Sie wollte ihn. Verzweifelt. Trotz der leise mahnenden Stimme in ihrem Kopf, die sagte, dass es ein Fehler war.
Dass es gefährlich war.
Tödlich.
Und über ihnen ein leises Knistern auf dem Waldboden, ein dünner Rauchgeruch.
»Sag es«, verlangte er.
»Ich … ich will dich«, stieß sie hervor, und der Atem stockte ihr heiß in der Lunge.
Die Grillen zirpten nicht mehr.
Hör jetzt auf, solange es dir noch möglich ist, drängte ihr Verstand in der einsetzenden Stille.
Tief im Inneren spürte sie ein Sehnen, sie stellte sich vor, wie es wäre, ihn in sich zu fühlen.
Es war so lange her … so verdammt lange.
Das Laub raschelte bedrohlich, als er den Kopf hob. Im Mondschein blickte sie zu ihm auf. Seine Augen waren mitternachtsblau, sein Haar schimmerte silbern, sein Gesicht war erwartungsvoll angespannt. Herrgott, er war schön.
Sie strich mit den Händen über seine Brust und dann tiefer hinab, über seine Rippen, seinen Leib, ihre Finger tasteten sich vor, bis er über ihr scharf den Atem einsog und flüsterte: »Ja, o ja.«
Der Hund bellte nicht mehr.
Eine dichte, schwarze Wolke schob sich vor den Mond, und plötzlich bemerkte sie ein orangerotes Glühen am Horizont. Ein dumpfes Tosen drang an ihr Ohr, und Rauch brannte in ihrer Lunge, ihren Augen. Sie war umgeben von Bäumen, deren Stämme sich vor den vorwärts rasenden, unerbittlichen, wütenden Flammen schwarz abzeichneten.
Feuer!
Sie hob den Blick zu ihrem Geliebten, doch er war fort, schien sich verflüchtigt zu haben wie der Rauch in der Luft.
Das Feuer wütete heiß. Kam immer näher.
Und sie war allein.
Shannon riss die Augen auf. Der Schrei erstarb in ihrer Kehle. Mit wild klopfendem Herzen erkannte sie ihr Schlafzimmer, sah das Sonnenlicht durchs Fenster fluten, warf einen Blick auf die Uhr auf dem Nachttisch und stöhnte auf. Es war schon nach acht. Zum ersten Mal seit dem Überfall hatte sie tief und fest geschlafen.
Bis der Traum sie ins Bewusstsein zurückgeholt hatte. Dieses Mal gehörten das Feuer, der Rauchgestank nicht der Wirklichkeit an. Der Brand hatte nur in ihrem Traum stattgefunden. Gott sei Dank.
Sie richtete sich auf, schwang die Beine über die Bettkante und dachte über den Traum nach, in dem sie beinahe mit einem Fremden geschlafen hätte. Im Lauf des Traums hatte sie den Mann für Travis Settler gehalten; sie hatte auf ihn reagiert, als seien sie längst miteinander intim, ein Liebespaar.
»Herr im Himmel«, flüsterte sie, und Khan, der sich in die Bettdecke gekuschelt hatte, hob den Kopf und gähnte. Unten winselte der Welpe. »Zeit zum Aufstehen.« Sie reckte sich, in Gedanken noch immer bei dem Traum. War der Mann, der nackt bei ihr gelegen hatte, Travis gewesen? Es war so wirklichkeitsnah gewesen, und trotzdem … Die Gesichtszüge des Mannes, der sie berührt, der solche Lust in ihr geweckt hatte, blieben verschwommen.
Er blieb gesichtslos.
Namenlos.
»Du bist völlig durchgedreht«, schalt sie sich selbst, und ihr Blick fiel auf das Bild von Dani Settler, das an ihrer Nachttischlampe lehnte. Sie nahm das Blatt in die Hand und seufzte, spürte wieder die Last der Welt auf ihren Schultern. »Wir werden dich finden«, sagte sie zu dem Foto des lächelnden Mädchens und hoffte, es möge wahr sein.
Sie zog Jeans und ein Sweatshirt an, schaltete die Kaffeemaschine ein und versorgte die Hunde, einschließlich des neuen Welpen, der gar nicht genug bekommen konnte von dem Welpenfutter, das sie
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