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Der Abschiedsstein: Das Geheimnis Der Grossen Schwerter 2

Der Abschiedsstein: Das Geheimnis Der Grossen Schwerter 2

Titel: Der Abschiedsstein: Das Geheimnis Der Grossen Schwerter 2 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tad Williams
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vorhat.«
    »Wenn ich das wissen könnte«, seufzte Binabik, »dann würde ich mich nicht länger selbst verfluchen, weil ich meinem guten Meister so ein unfähiger Schüler bin.« Er pfiff nach Qantaqa.
    Nachmittags machten sie halt, solange es noch hell war, um Feuerholz zu sammeln und Sludig Zeit zu geben, mit der Unterweisung Simons zu beginnen. Der Rimmersmann fand einen langen Ast unter dem Schnee und brach ihn in zwei Hälften. Dann umwickelte er das eine Ende jeder Hälfte mit Stoffstreifen, damit es sich besser festhalten ließ.
    »Können wir keine richtigen Schwerter nehmen?«, fragte Simon. »Ich kämpfe doch auch sonst nicht mit Holz.«
    Sludig hob skeptisch die Brauen. »So? Du möchtest also gerne auf nassem Boden ausrutschen und hinfallen, während du mit einer scharfen Klinge gegen einen ausgebildeten Fechter kämpfst? Vielleicht mit dem schwarzen Schwert hier, das du die meiste Zeit nicht einmal heben kannst?« Er nickte zu Dorn hinüber. »Ich weiß, dass es kalt und öde auf dieser Reise ist, Simon, aber hast du es wirklich so eilig mit dem Sterben?«
    Simon warf ihm einen harten Blick zu. »So ungeschickt bin ich gar nicht. Das hast du mir selber gesagt. Außerdem habe ich ein paar Sachen von Haestan gelernt.«
    »In nur zwei Wochen?« Sludigs Miene erheiterte sich. »Du bist mutig, Simon, und du bist ein Glückskind – eine Eigenschaft, die man nicht unterschätzen sollte –, aber was ich vorhabe, ist, dich zu einem besseren Kämpfer zu machen. Dein nächster Gegner ist vielleichtkein halbtierischer Hune, sondern ein gepanzerter Krieger. Darum nimm jetzt dein neues Schwert und schlage mich.«
    Er trat mit dem Fuß den Ast nach Simon und hob seine eigene Waffe vom Boden auf. Simon hielt den Ast vor sich und begann seinen Feind langsam zu umkreisen. Der Rimmersmann hatte recht, die verschneite Erde war heimtückisch. Bevor Simon seinem Lehrmeister auch nur ein einen einzigen Hieb versetzen konnte, rutschten ihm die Füße weg, und er landete krachend im Dreck. Mit grimmigem Gesicht blieb er sitzen.
    »Das braucht dir nicht peinlich zu sein«, ermunterte ihn Sludig, machte einen Schritt vorwärts und setzte Simon das Ende seines Knüppels auf die Brust. »Wenn du hinfällst – und in der Schlacht kann jeder stolpern und fallen –, dann achte darauf, die Klinge oben zu behalten, sonst lebst du vielleicht nicht lange genug, um den Kampf wieder aufzunehmen.«
    Simon, dem dieser Rat einleuchtete, brummte etwas und schob den Ast des Rimmersmanns mit der Hand zur Seite, bevor er sich auf die Knie aufrichtete. Dann stand er wieder auf und zog erneut seine Kreise, langsam wie ein Krebs.
    »Warum tust du das?«, fragte Sludig. »Warum schlägst du nicht einfach auf mich ein?«
    »Weil du schneller bist als ich.«
    »Gut. Du hast recht.« Bei diesen Worten sauste Sludigs Knüppel vor und traf Simon schmerzhaft unter den Rippen. »Aber du musst immer das Gleichgewicht halten. Ich habe dich getroffen, während du einen Fuß über den andern gesetzt hattest.« Er versuchte einen zweiten Schlag, aber diesmal schaffte es Simon, den Körper zur Seite zu biegen und seinerseits einen Hieb zu führen, den Sludig allerdings nach unten ableitete.
    »Du lernst es, Krieger Simon!«, rief Binabik. Er saß neben dem kleinen Feuer, kraulte Qantaqa am Hals und beobachtete das Spiel der Knüppel. Es war schwer zu sagen, ob es am Kraulen oder am Anblick des verdroschenen Simon lag, aber die Wölfin schien sich köstlich zu amüsieren; ihr buschiger Schweif zuckte vor Vergnügen.
    Etwa eine Stunde arbeiteten Simon und der Rimmersmann miteinander.Simon konnte nicht einen Hieb landen, musste aber dafür eine Menge einstecken. Als er endlich auf einem flachen Stein am Feuerkreis zusammensackte, um wieder zu Atem zu kommen, war er für einen Schluck Kangkang aus Binabiks Schlauch mehr als empfänglich. Er nahm sogar gern einen zweiten Schluck und hätte auch einen dritten nicht verschmäht, wenn Binabik ihm den Schlauch nicht weggenommen hätte.
    »Keine Freundlichkeit würde ich dir erweisen, Simon, wenn ich dich betrunken werden ließe«, meinte der Troll mit fester Stimme.
    »Es ist ja nur, weil mir die Rippen so wehtun.«
    »Du hast Jugend und wirst schnell heilen«, erwiderter Binabik. »Ich bin voller Verantwortung für dein Wohlergehen.«
    Simon machte ein abschätziges Gesicht, verzichtete aber auf Widerworte. Eigentlich war es schön, dass sich jemand um ihn kümmerte, auch wenn er mit der Form, in der das geschah,

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