Der Computer-Satelit
ihn.
„Zumindest weiß er jetzt, daß wir nicht durch Funksignale kontrolliert werden", murmelte Mike halb zu sich selbst. Art warf ihm einen merkwürdigen Blick zu.
„Wovon reden Sie denn, zum Teufel?" fragte er.
„Ich bin nicht sicher", sagte Mike mit seltsamer Stimme. „Ich hatte nur das unheimliche Gefühl, daß sie überhaupt nicht versucht haben, unsere Systeme zu stören. Das war reiner Zufall. Ich schätze, sie wollten herausbekommen, ob sie uns stören können!"
Ungefähr zur gleichen Zeit wurden noch drei ähnliche Zwischenfälle gemeldet. In Berlin unterbrach eine Drohnenschwadron die Kommu- nikation und die robotkontrollierten Systeme in einem kleinen, lokal
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begrenzten Bereich, verschwand aber bald darauf wieder. Ein anwesender Luftwaffenmajor meinte, auch er habe das deutliche Gefühl gehabt, daß die Drohnen die in dem Bereich anwesenden Menschen auf Reaktionen geprüft hätten und nicht die Maschinen.
Eine große Anzahl von Drohnen erschien über dem Einkaufsviertel von Downtown. Die Menschenmenge dort hatte offensichtlich ihre Neugier erregt. Im Verlauf eines weiteren vergeblichen Experiments zur Störung von Menschen hatte ein nervöser Sergeant seinen Leuten den Befehl erteilt, nach der Evakuierung des Viertels mit Gewehren das Feuer zu eröffnen. Vier Drohnen wurden sofort abgeschossen, und der Rest zog sich zurück. Das war ein einfacher Sieg, denn die beteiligten Drohnen waren nicht von der gepanzerten Art, wie sie früher zum erstenmal in Pittsburgh aufgetaucht waren.
Obwohl Spartakus zu dieser Zeit sehr stark in die Enge gedrängt zu sein schien, kam dieser letzten Entwicklung eine Bedeutung zu, die manche Wissenschaftler, darunter auch Dyer, für bedrohlich hielten. Bisher hatte Spartakus keine Mittel für einen offensiven Einsatz entwickelt oder auch nur Anzeichen davon gezeigt, daß er dazu in der Lage war. Wenn die Interpretationen seines jüngsten Verhaltens jedoch richtig waren, dann begann er nach Methoden zu suchen, die Dinge außerhalb von ihm zu beeinflussen, die er gerade als Teil seiner Umgebung wahrzunehmen begann und anscheinend mit alldem in Verbindung brachte, was ihn belästigt hatte. Wenn er die Vorstellung zu entwickeln begann, daß Vorsorge vielleicht besser als Heilung sein könnte, so suchte er nun nach Methoden, wie er das bewerkstelligen konnte.
Seine ersten Experimente, die für eine Maschine mit einer großen Anfälligkeit für elektronische Störmethoden als erste Versuche logisch waren, hatten zu keinem Ergebnis geführt. Wie lange würde es dauern, bis er etwas entdeckte, das wirkte?
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Melvin Krantz machte einen so gelockerten Eindruck wie schon lange nicht mehr, als er seine ausgebreiteten Arme in dem kleinen Konferenzraum neben der Kommandozentrale auf die Tischkante stützte.
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„Ich denke, es läßt sich mit einiger Sicherheit sagen, daß die Situation jetzt äußerst vielversprechend aussieht”, sagte er. "Es ist Spartakus nicht gelungen, effektive Abwehrmaßnahmen gegen unsere letzten Kampagnen zu entwickeln, und die Unterbrechung seiner letzten Verbindung mit dem Fusionskraftwerk kann jetzt jeden Augenblick erfolgen. Würden Sie die Lage ebenso einschätzen, General?" Er unterstrich die Frage mit einem prüfenden Blick zu Linsay, der ihm gegenüber auf der anderen Seite-des Tischs saß. Linsay nickte bestimmt.
„Genauso", sagte er. „Wir verfolgen unsere Vorteile aggressiv an allen Fronten. Ich erwarte keine Schwierigkeiten dabei, unsere gegenwärtige Stellung zu halten, bis das Fusionsgitter isoliert ist."
„Die über Draht gelenkten Zerstörer waren ausschlaggebend." Fred Hayes konnte sich diesen Kommentar nicht verkneifen. „An die kommt er nicht ran. Er ist praktisch erledigt."
„Vergessen Sie nicht die M25er aus nächster Entfernung", warf Frank Wescott lächelnd in einer für ihn seltenen guten Laune ein. "Er sieht so aus, als könnte Spartakus ein paar Nachhilfestunden im Bau von Panzerungen gebrauchen." Ein kurzes Gelächter lief um den Tisch und begrüßte die Bemerkung.
Dyer, der am Ende des Tischs gegenüber von Krantz saß, unterdrückte ein Stirnrunzeln. Er schloß für einen Moment die Augen und rieb sich mit den Fingerspitzen über die Stirn. Als der Lärm sich gelegt hatte, sah er wieder auf.
„Jetzt hören Sie bitte mal zu." Sein Tonfall brachte alle Köpfe dazu, sich neugierig ihm zuzudrehen. Er stockte, als sei er unsicher, wie er ein heikles Thema ansprechen solle. „Ich verderbe Ihnen nur ungern die
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