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Der Countdown

Der Countdown

Titel: Der Countdown Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Rick Mofina
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der Laptops übertrug. Dann gab er die Koordinaten in eines der Satellitentelefone ein.
    “Sind wir bereit, Omar?”, fragte Bakarat.
    “Bereit.”
    “Schwester, dies müssen Sie wissen.”
    Die Wissenschaftler erläuterten Samara die Grundzüge der neuen Waffe. Dann zeigten sie ihr ein animiertes Programm, das die Technik des entwickelten Systems etwas vereinfacht darstellte. Man hatte ein neues synthetisches Gewebe hergestellt, das hochexplosiv, aber nicht aufzuspüren war, und das durch Funksignale zur Detonation gebracht wurde.
    Es funktionierte folgendermaßen: Ein Funksignal aktivierte das neuartige Material, das mit Nanoempfängern bestückt war. Wenn das Signal empfangen wurde, dauerte es etwa sechzig Sekunden, bis das Material explosionsbereit war. Danach konnte man die Detonation nach Belieben auslösen.
    Samara betrachtete die Animation auf Bakarats Laptop.
    “Du sendest ein Funksignal an das Material. Nach dem Empfang braucht es sechzig Sekunden zum Warm-up”, erklärte Bakarat.
    “Dann ist es eine Bombe”, ergänzte Samara.
    “Eine Bombe, die darauf wartet, hochzugehen.”
    “Und wie bringt man sie zum Explodieren?”
    “Man sendet ein zweites Signal. Es kann per Laptop von überall in der Welt geschickt werden, drahtlos, per Internet. Hauptsache, die richtigen Codes sind programmiert, siehst du?”
    Bakarats Animation zeigte, wie das Signal von Satellitentelefonen über eine drahtlose Verbindung zu einem Laptop geleitet wurde.
    “Es geht auch per Kamera”, schaltete sich Omar ein. “Viele Digitalkameras haben eine Autofokus-Funktion. Beim Auslösen entsenden sie einen infraroten Lichtstrahl, der die Entfernung zwischen Kamera und Objekt misst. Wir haben deine Kamera mit den Codes programmiert, damit sie ein Signal zu deinem Laptop schickt.”
    Omar, der sehr leise sprach, wiederholte den Ablauf noch einmal.
    “Du aktivierst das Gewebe, wartest sechzig Sekunden. Ein aufleuchtendes grünes Licht zeigt dir an, dass du die Bombe jederzeit zünden kannst. In der nächsten Sekunde oder am nächsten Tag.”
    “Die tödliche Zone ist begrenzt”, sagte Bakarat. “Sie beträgt im Umkreis höchstens drei Meter.”
    Samara sah ihn an.
    “Wenn du die Kamera benutzt, kannst du weit weg sein, solange nur nichts deinen Autofokus-Strahl unterbricht. Du kannst auch auf dem Laptop einen Timer für den Countdown programmieren. Wir haben dir die Codes entsprechend programmiert und dich mit allem ausgestattet.”
    Samara verfolgte die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Omar auf ihrem Laptop installiert hatte.
    “Hast du alles verstanden?”, fragte Bakarat.
    “Ich denke schon.”
    “Bereit, es zu testen?” Omar reichte ihr eine Kamera.
    Samara musterte sie.
    “Leg los, mach ein Bild von der Flagge dort drüben.”
    Samara hob die Kamera und drückte den Knopf.
    “Siehst du.”
    Sie beobachtete, wie auf ihrem Laptop sechzig Sekunden runtergezählt wurden.
    Bakarat kicherte unterdrückt.
    “Die Ironie ist großartig, nicht?”
    “Was meinst du?”, fragte Samara, während sie den Sekundenzähler verfolgte.
    “Wir befinden uns am Rande von Malmstrom, einem Teil des strategischen Kommandos, das die Minuteman-III-Interkontinentalraketen steuert”, sagte Bakarat. “Es stecken ungefähr fünfhundert nukleare Sprengköpfe in den Silos in North Dakota, Wyoming und hier in Montana.”
    Samara nickte.
    “Und hast du auch gewusst, dass die US-Truppen sich vor ihrem Einsatz im Irak hier vorbereiten?”
    Die Sekunden tickten.
    “Und hier, im Zentrum von Amerikas Machtpolitik, bereiten auch wir uns darauf vor, ein Schwert der Trauer in das Herz der ungläubigen Welt zu stoßen.”
    Ein grünes Licht flackerte auf und piepte.
    “Du kannst loslegen”, sagte Omar.
    “Du hast jetzt eine Bombe. Richte deine Kamera auf die Flagge und mach ein Foto.”
    Samara fixierte die Flagge und das Wild im Sucher.
    Sie drückte den Auslöser.
    Ihr Gehirn registrierte den grellen weißen Blitz, bevor sie den Knall der Explosion hörte und eine blutige Staubwolke in der Ferne sah.
    Als sich alles gelegt hatte, waren die Flagge und das Wild verschwunden.

53. KAPITEL
    Ö stlich von Great Falls, Montana
    Jim Yancy nahm das grelle Aufleuchten in der Ferne nur aus den Augenwinkeln wahr.
    Was zur Hölle ist das?
    Muss ein Blitz gewesen sein, dachte der Rancher, bevor der Knall über die Ebene an seine Ohren getragen wurde.
    Nein, das war kein Blitz. Nicht bei diesem klaren blauen Himmel.
    Yancy zuckte die Schultern, fuhr mit

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