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Der Eden Effekt

Titel: Der Eden Effekt Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kathleen O'Neal Gear , W. Michael Gear
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wissen, dass wir uns voll und ganz dem Pragmatismus verschrieben haben. Und dieser wird laut Ihrer eigenen Zukunftsprognosen die ethische Grundlage sein, an der die Menschen von morgen sich orientieren werden.«
    »Alles ist erlaubt.«
    »Alles«, bestätigte Stephanie mit Nachdruck.
    »Bis wann muss ich meine Entscheidung getroffen haben?«
    »Lassen Sie sich ruhig Zeit! Ich würde Ihnen empfehlen, zuerst die angenehme Variante zu wählen und zu testen, welche Vorteile sie Ihnen bringt. Nach einer gewissen Zeit wissen wir dann, ob Sie es ernst meinen. Und sollte dies nicht der Fall sein, ändern sich Ihre, nun ja, Lebensumstände.«
    »Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten?«
    »Anika, wie auch immer Sie sich entscheiden mögen, jedenfalls sollten Sie kein Spiel mit uns treiben. Wenn Sie es tun, wird das für Sie sowohl körperlich als auch psychisch verheerende Konsequenzen haben.«

19. KAPITEL
     
    MAUREEN COLE MACHTE ein nachdenkliches Gesicht, als Amy Randall ihnen erklärte, wie ihr Leben ab sofort aussehen würde. Hinter ihr saß das Team am Konferenztisch, und ihnen allen war anzusehen, dass ihnen Böses schwante. Sie waren an diesem Morgen mit Geleitschutz zum Außenministerium gefahren worden, und die Washingtoner Verkehrspolizei hatte sogar Kreuzungen gesperrt.
    Amy Randall stand vor der riesigen Weltkarte, die eine ganze Wand bedeckte. Sie sah wütend aus, aber sie war nicht die Einzige.
    »Heute Abend fahren Sie nicht zum Hotel zurück.« Randall stemmte die Hände in die Hüften. »Wir bringen Sie zur Andrews Airbase. Ihr Gepäck wird dort schon auf Sie warten.«
    Die Anwesenden nahmen diese Information schweigend zur Kenntnis.
    Randall hob frustriert die Hände. »Mir gefällt das auch nicht, aber nachdem Anika entführt wurde, haben wir keine andere Wahl.«
    »Was ist mit Skip?«, fragte Maureen.
    Randall atmete tief ein, warf einen unsicheren Blick in die Runde und ging auf Maureen zu. »Eigentlich ist es streng geheim«, sagte sie leise. »Ich würde es Ihnen nicht sagen, wenn uns Anika nicht so viel bedeuten würde. Skip versucht sie zu befreien.«
    Maureen war unendlich erleichtert. »Gott sei Dank!«
    »Das soll eine gute Nachricht sein?«, fragte Zoah ungläubig.
    »Kasperski hat Anika entführt, und Skip ist stinksauer«, erwiderte Maureen. »Ich an Kasperskis Stelle wäre darüber sehr beunruhigt.«
    Randalls Blick wanderte durch den Raum. »Offenbar haben Sie es alle gehört. Ich bitte Sie, diese Information sofort wieder aus Ihrem Gedächtnis zu streichen.«
    Die Wissenschaftler schauten sich an.
    »Verdammt!«, rief Ken Foley. »Anika ist eine von uns. Wir sind nur eine Gruppe Wissenschaftler, aber wir sind clever. Sie bitten sofort die Außenministerin hierher und fragen Sie, was wir tun können, um Skip zu helfen. Wir verstehen etwas von Systemen und Ressourcen, und auf beides ist Kasperski angewiesen. Und wenn wir die Antworten nicht kennen, wissen wir, wer sie hat.«
    Fred Zoah nahm die Brille ab und reinigte sie an seinem Hemd. »Wir brauchen Landkarten, Schaubilder, Schemata, Pläne und alles, was uns helfen könnte. Wir haben studiert, wie Systeme zusammenbrechen. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, unsere Hypothesen zu testen. Wir werden eines von Kasperskis Systemen zerstören.«
    Maureen lächelte grimmig. »Was haben Sie zu verlieren, Amy? Sie haben uns doch sowieso hier eingesperrt. Dann können wir uns auch nützlich machen.«
    Sinclair meldete sich zu Wort. Sein Adamsapfel hüpfte beim Sprechen auf und ab. »Kasperskis Firmenkomplex in Deutschland ist ein geschlossenes System, nicht wahr?« Er warf Amy einen Blick zu. »Ich persönlich würde gerne alles darüber erfahren. Fotos, Lagepläne und alles sehen, was Sie haben.«
    »Ganz genau. Da ich Klimatologin bin, möchte ich Kasperski mit einem Unwetter überraschen«, fügte Gail Wade hinzu.
    »Es wird ein Hurrikan sein«, versprach Foley.
    Mark rieb sich den Rücken und schaute von den fotokopierten Aufzeichnungen auf, die ordentlich sortiert auf dem Boden des Hotelzimmers lagen. Auf einer Seite stand der geöffnete FedEx-Karton mit einem Absender aus New Jersey. Trotz des dicken Teppichs schmerzten seine Knie. Auch das Licht war nicht sehr gut, und als er auf Anikas Handschrift schaute, verschwammen die Buchstaben beinahe vor seinen Augen.
    »Darauf wollte sie also hinaus«, murmelte er.
    »Fortschritte?«, fragte Michelle. Sie saß am Tisch und überflog ein paar von Anikas Unterlagen, ohne das Geringste zu

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