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Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine

Titel: Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexandre Dumas
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und darauf, dass die Truppen den Bewohnern nicht zur Last fallen; zu diesem Zweck werden Sie sie mit zwölftausend Francs ausstatten.

    Sollten sie ihre Aufgabe nicht erfüllen können und die Hoffnung hegen, nach drei oder vier Tagen Aufenthalt und Patrouillen Erfolg zu haben, sind sie hiermit ermächtigt, so zu handeln.
    Sie werden den Amtmännern der beiden Städte bekannt geben, dass diese sich großem Ungemach aussetzen werden, wenn sie weiterhin den Feinden Frankreichs Unterschlupf gewähren.
    Sie werden anordnen, dass der Kommandant von Neu-Breisach hundert Mann mit zwei Kanonen auf dem rechten Rheinufer Position beziehen lässt.
    Die Posten von Kehl werden ebenso wie die am rechten Rheinufer abgezogen, sobald die beiden Detachements zurückgekehrt sein werden.
    General Caulaincourt wird ungefähr dreißig Gendarmen bei sich haben; im Übrigen werden sich General Caulaincourt, General Ordener und der Divisionsgeneral miteinander beraten und die Veränderungen vornehmen, die ihnen die Umstände geraten erscheinen lassen.
    Sollten in Ettenheim weder Dumouriez noch der Herzog von Enghien vorzufinden sein, wird man durch einen Sonderkurier vom Stand der Dinge Bericht erstatten.
    Sie werden anordnen, dass der Postmeister von Kehl und andere Personen, die über Obiges Mitteilung machen könnten, festzunehmen sind.
    BONAPARTE
    Kaum hatte er dieses Dokument unterzeichnet, wurde ihm der Citoyen Chateaubriand angekündigt.
    Wie gesagt war Monsieur de Chateaubriand gleichen Alters mit Bonaparte – beide waren damals fünfunddreißig Jahre alt. Beide waren klein, beinahe von gleicher Größe. Bonaparte hielt sich aufrecht und reckte den Kopf, Monsieur de Chateaubriand, der ohne seine schlechte Körperhaltung größer gewesen wäre, zog den Kopf zwischen die Schultern, eine Marotte, die, wenn man seinen Erinnerungen Glauben schenken will, bei Nachfahren kriegerischer Familien, deren Ahnen lange Zeit dem Militär angehörten, äußerst verbreitet ist.
    Alle, welche die Ehre hatten, Monsieur de Chateaubriand zu kennen, werden, dafür lege ich die Hand ins Feuer, mit mir darin übereinstimmen, dass sie einem vergleichbaren Hochmut niemals begegnet sind – mit Ausnahme Bonapartes.
    Der Hochmut des Verfassers des Geistes des Christentums überlebte alles:
den Verlust seines Vermögens, den Verlust der politischen Ämter und literarischen Ehren, die er bekleidet hatte. Und in diesem Augenblick des Triumphs muss sein Hochmut unfassbar gewesen sein.
    Bonaparte wiederum trennte nur mehr ein Schritt von der höchsten gesellschaftlichen Stellung, die ein Mensch erreichen kann, und sein Hochmut erlaubte keinen Vergleich zwischen ihm und anderen, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Leviathan und Behemoth fanden sich einander von Angesicht zu Angesicht gegenüber.
    »Wohlan, Monsieur de Chateaubriand«, sagte Bonaparte und trat auf ihn zu, »Sie sehen, dass ich Sie nicht vergessen habe.«
    »Ich danke Ihnen, Citoyen Erster Konsul. Sie haben verstanden, dass es Menschen gibt, die nur an dem Platz, der ihnen gebührt, etwas taugen.«
    »Anders gesagt«, sagte Bonaparte, »habe ich mich der Worte Cäsars erinnert: ›Lieber der Erste in einem Dorf sein als Zweiter in Rom.‹ Ich nehme an«, fuhr er fort, »dass es für Sie bei meinem verehrten Onkel nicht allzu vergnüglich war zwischen dem kleinkrämerischen Gezänk des Kardinals, dem vornehmtuerischen Bramarbasieren des Bischofs von Châlons und den unvermeidbaren Eiertänzen des baldigen Bischofs von Marokko.«
    »Sie meinen Abbé Guillon«, sagte Chateaubriand.
    »Sie kennen seine Geschichte«, erwiderte Bonaparte. »Nachdem er sich die Namensähnlichkeit mit dem Lyoner Eidverweigerer zunutze gemacht hat, gibt er vor, er sei dem Massaker im Carmes-Gefängnis wie durch ein Wunder entkommen, nachdem er in La Force Madame de Lamballe die Beichte abgenommen hatte. Kein Wort davon ist wahr... Womit haben Sie sich die Zeit vertrieben?«
    »Ich lebte mit den Toten, soviel ich konnte. Ich tat alles, was die Fremden tun, die nach Rom gehen, um dort zu träumen. Rom selbst ist ein Traum, den man im Mondschein erleben muss: Von der Piazza Trinitá dei Monti erscheinen die fernen Gebäude wie Skizzen eines Malers oder wie von Bord eines Schiffes aus gesehene umnebelte Meeresgestade. Das Gestirn der Nacht, dieser Himmelskörper, den man für eine untergegangene Welt halten könnte, warf seine bleichen Strahlen auf die Einöden Roms. Er erleuchtete die menschenleeren Straßen, die

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