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Der Weg der Könige - Sanderson, B: Weg der Könige - The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1

Der Weg der Könige - Sanderson, B: Weg der Könige - The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1

Titel: Der Weg der Könige - Sanderson, B: Weg der Könige - The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brandon Sanderson
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die Schulter auf den anderen Großprinzen.
    »Er hat sich wortreich über die Gebühren beschwert, die Elhokar für die Benutzung seiner Seelengießer verlangt«, erklärte Dalinar leise. Das war die hauptsächliche Form der Steuern, mit denen der König die Großprinzen belegte. Elhokar kämpfte gar nicht selbst um Edelsteinherzen, es sei denn, er ging einmal auf die Jagd. Er griff nicht persönlich in den Krieg ein, was doch durchaus angemessen war.
    »Und …?«, fragte Adolin.
    »Und jetzt habe ich Vamah daran erinnert, wie sehr er vom König abhängt.«
    »Ich vermute, das ist wichtig. Aber was hat es mit Sadeas zu tun?«
    Dalinar antwortete nicht darauf. Er ging weiter über das Plateau, bis er an den Rand des Abgrunds kam. Adolin stellte sich neben ihn und wartete. Wenige Sekunden später näherte sich ihnen jemand in klirrendem Splitterpanzer von hinten; dann trat Sadeas neben Dalinar an den Rand der Kluft. Adolin betrachtete den Mann mit zusammengekniffenen Augen, und Sadeas hob eine Braue, sagte aber nichts über die Anwesenheit von Dalinars Sohn.
    »Dalinar«, begann Sadeas und blickte auf die Ebene hinauf.
    »Sadeas.« Dalinars Stimme klang zugleich beherrscht und barsch.
    »Du hast mit Vamah gesprochen?«
    »Ja, er hat durchschaut, was ich getan habe.«
    »Natürlich hat er das.« In Sadeas’ Stimme lag eine Spur von Belustigung mit. »Ich hatte gar nichts anderes erwartet.«

    »Du hast ihm gesagt, dass du deine Gebühren für das Holz anhebst?«
    Sadeas kontrollierte den einzigen großen Wald in der Region. »Ich habe sie verdoppelt«, sagte er.
    Adolin blickte über die Schulter. Vamah beobachtete sie, und seine Miene erschien so gewitterig wie ein Großsturm. Wutsprengsel stiegen auf dem Boden um ihn herum auf – wie kleine Lachen aus brodelndem Blut. Dalinar und Sadeas hatten ihm eine sehr deutliche Botschaft übermittelt. Was … das ist offenbar der Grund, warum sie ihn zu dieser Jagd eingeladen haben, erkannte Adolin. So können sie ihn lenken.
    »Ob es gelingen wird?«, fragte Dalinar.
    »Dessen bin ich mir sicher«, sagte Sadeas. »Vamah ist ein umgänglicher Geselle, wenn er ein wenig abgestoßen wird. Er wird begreifen, dass es besser ist, die Seelengießer zu benutzen, anstatt ein Vermögen für eine Nachschublinie nach Alethkar auszugeben.«
    »Vielleicht sollten wir den König darüber in Kenntnis setzen«, sagte Dalinar und warf einen Blick zu Elhokar hinüber, der im Pavillon stand und nicht bemerkt hatte, was gerade geschehen war.
    Sadeas seufzte. »Ich habe es schon versucht; er hat aber kein Verständnis für diese Art von Arbeit. Überlass den Jungen seinen Lieblingsbeschäftigungen, Dalinar, und seinen Idealen von Gerechtigkeit. Er liebt es, das Schwert hochzuhalten, wenn er gegen die Feinde seines Vaters reitet.«
    »In letzter Zeit scheint er sich weniger um die Parschendi als um mögliche Attentäter in der Nacht zu sorgen«, sagte Dalinar. »Der Verfolgungswahn des Jungen macht mir allmählich Angst. Ich weiß nicht, woher er das hat.«
    Sadeas lachte. »Dalinar, meinst du das ernst?«
    »Ich meine es immer ernst.«
    »Ich weiß, ich weiß. Aber du musst doch wissen, woher die Paranoia des Jungen stammt!«

    »Du meinst, es hat damit zu tun, wie sein Vater gestorben ist?«
    »Damit, wie sein Onkel ihn behandelt! Tausend Wächter! Anhalten auf jedem Plateau, damit die Soldaten das nächste sichern . Also wirklich, Dalinar!«
    »Ich bin gern vorsichtig.«
    »Andere nennen das krank .«
    »Der Kodex …«
    »Der Kodex besteht aus einem Haufen idealisierendem Unsinn«, entgegnete Sadeas, »erfunden von Dichtern, die die Dinge so beschreiben, wie sie ihrer Meinung nach sein sollten .«
    »Gavilar hat daran geglaubt.«
    »Sieh dir doch an, wohin ihn das gebracht hat.«
    »Und wo warst du, Sadeas, als er um sein Leben kämpfte?«
    Sadeas kniff die Augen zusammen. »Wollen wir das alles noch einmal durchspielen? Wie alte Liebhaber, deren Wege sich auf einem Fest unerwartet kreuzen?«
    Darauf gab Adolins Vater keine Antwort. Wieder einmal verblüffte Adolin die Beziehung zwischen Sadeas und seinem Vater. Ihre spitzen Bemerkungen waren vollkommen ernst gemeint. Man musste nur in ihre Augen sehen, um zu erkennen, dass sich die beiden nicht ausstehen konnten.
    Dennoch waren sie jetzt hier und planten offensichtlich gemeinsam, ihre Macht auf einen anderen Großprinzen auszuüben.
    »Ich werde den Jungen auf meine Art beschützen, und du tust es auf deine Art«, sagte Sadeas. »Aber

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