Die Akte
ein, als sie sie schnell durchquerten. F. Dentón Voyles war, bescheiden oder nicht, eine nicht zu übersehende Persönlichkeit.
Eine kleine, angespannte Gruppe von Redakteuren wartete auf dem kurzen Flur vor Feldmans Büro. Howard Krauthammer kannte Voyles und ging ihm entgegen. Sie gaben sich die Hand und flüsterten. Feldman war am Telefon und sprach mit Mr. Ludwig, dem Verleger, der in China war. Smith Keen gesellte sich zu ihnen und gab Voyles und Lewis die Hand. Die beiden Agenten hielten Abstand.
Feldman öffnete seine Tür und sah Dentón Voyles. Er bedeutete ihm, hereinzukommen. K. O. Lewis folgte ihm. Sie tauschten Routinehöflichkeiten aus, bis Smith Keen die Tür schloss und alle sich niedergelassen hatten.
»Ich nehme an, Sie haben eine eindeutige Bestätigung des Pelikan-Dossiers«, sagte Voyles.
»Die haben wir«, erwiderte Feldman. »Wollen Sie und Mr. Lewis nicht das Manuskript der Story lesen? Ich meine, das würde die Sache vereinfachen. Wir gehen in ungefähr einer Stunde in Satz, und der Reporter, Mr. Grantham, möchte Ihnen Gelegenheit zu einem Kommentar geben.«
»Das weiß ich zu würdigen.«
Feldman ergriff ein Exemplar des Manuskripts und reichte es Voyles, der es leicht widerstrebend nahm. K. O. Lewis beugte sich vor, und sie begannen sofort mit der Lektüre. »Wir gehen nach draußen«, sagte Feldman. »Lassen Sie sich Zeit.« Er und Keen verließen das Büro und machten die Tür hinter sich zu. Die beiden Agenten rückten enger zusammen.
Feldman und Keen durchquerten die Redaktion und steuerten auf die Tür des Konferenzraums zu. Davor standen zwei massige Wachmänner. Als sie eintraten, fanden sie Gray und Darby allein darin vor.
»Sie müssen White and Blazevich anrufen«, sagte Feldman. »Ich habe nur auf Sie gewartet.«
Sie nahmen die Hörer der Nebenapparate ab. Krauthammer war anderswo beschäftigt, und Keen gab Darby seinen Hörer. Gray wählte die Nummer.
»Marty Velmano, bitte«, sagte Gray. »Ich bin Gray Grantham von der Washington Post, und ich muss mit ihm sprechen. Es ist dringend.«
»Einen Moment, bitte«, sagte die Sekretärin.
Der Moment verging, und eine andere Sekretärin war am Apparat. »Mr. Velmanos Büro.«
Gray identifizierte sich abermals und verlangte nach ihrem Boss.
»Er ist in einer Sitzung«, sagte sie.
»Ich auch«, sagte Gray. »Gehen Sie hinein, sagen Sie ihm, wer ich bin, und sagen Sie ihm weiterhin, dass heute um Mitternacht sein Foto auf der Titelseite der Post erscheinen wird.«
»Nun - ja, Sir.«
Sekunden später sagte Velmano: »Ja, was gibt es?« Gray nannte seinen Namen zum dritten Mal und wies auf das Bandgerät hin.
»Ich habe verstanden«, fuhr Velmano ihn an.
»Wir bringen in der Morgenausgabe eine Story über Ihren Mandanten Victor Mattiece und seine Verwicklung in die Morde an den Richtern Rosenberg und Jensen.«
»Großartig! Dafür werden wir Sie die nächsten zwanzig Jahre vor Gericht schleifen. Sie müssen den Verstand verloren haben, Mann. Wir werden die Post aufkaufen.«
»Ja, Sir. Denken Sie daran, wir nehmen das auf.«
»Nehmen Sie auf, was Sie wollen. Wir werden Sie verklagen. Das wird großartig werden! Victor Mattiece wird die Washington Post kaufen! Das ist phantastisch!«
Gray schüttelte fassungslos den Kopf. Die Redakteure lächelten den Fußboden an. Das war im Begriff, überaus spaßig zu werden.
»Ja, Sir. Haben Sie von dem Pelikan-Dossier gehört? Wir haben eine Kopie.«
Totenstille. Dann ein fernes Grunzen, wie das letzte Keuchen eines sterbenden Hundes. Dann abermals Stille.
»Mr. Velmano? Sind Sie noch da?«
»Ja.«
»Wir haben außerdem eine Kopie des Memos, das Sie am 28. September an Sims Wakefield geschickt haben und in dem Sie darauf hinweisen, dass die Aussichten Ihres Mandanten wesentlich besser wären, wenn Rosenberg und Jensen aus dem Gericht entfernt würden. Wir wissen aus sicherer Quelle, dass diese Idee von jemandem recherchiert wurde, der Einstein genannt wird und unseres Wissens in einer Bibliothek im sechsten Stock Ihrer Firma sitzt.«
Stille.
Gray fuhr fort: »Wir haben die Story so weit fertig, dass sie in Satz gehen kann, aber wir wollten Ihnen Gelegenheit zu einem Kommentar geben. Möchten Sie einen Kommentar abgeben, Mr. Velmano?«
»Ich habe Kopfschmerzen.«
»Okay. Sonst noch etwas?«
»Haben Sie vor, das Memo Wort für Wort zu bringen?«
»Ja.«
»Wollen Sie mein Foto bringen?«
»Ja. Es ist ein altes, von einer Anhörung vor dem Senat.«
»Sie
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