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Die Eiserne Festung - 7

Die Eiserne Festung - 7

Titel: Die Eiserne Festung - 7 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Weber
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patriotischen Aufstand anführen -, und nicht das, was ich gerade tatsächlich tue!«
    Auf diese Bemerkung wusste niemand etwas zu entgegnen. Schließlich zuckte der Graf mit den Schultern.
    »Also gut, Raimynd«, sagte er. »Nachdem Koryn jetzt seine Truppen so weit hat, dass sie fast schon einsatzbereit sind, sollten wir uns wohl allmählich überlegen, wie wir sie entlohnen, nicht wahr?« Sein Lächeln war sehr frostig. »Ich bin mir sicher, das wird auch jede Menge Spaß machen!«

.IV.
    HMS Rakurai , Gorath Bay, Königreich Dohlar und HMS Devastation , Kings Harbour, Helen Island, Altes Königreich Charis
    Die Nachmittagsbrise hatte deutlich aufgefrischt. Sie fegte über das dunkelblaue Wasser und sorgte für Wellen von fast zwei Fuß Höhe. Hier und da brachen sich weiße Schaumkronen, und der Wind pfiff durch die Takelage. Der Hafen in der Gorath Bay war gut geschützt und fast das ganze Jahr über eisfrei. Doch im Augenblick lag die Lufttemperatur nur knapp oberhalb des Gefrierpunkts. Da geriet selbst ein abgehärteter Seebär leicht ins Zittern, wenn der Wind über die gewaltige, baumlose Ebene der Bucht strich.
    Die dohlaranischen Seeleute, die an Deck von HMS Rakurai versammelt waren, zitterten sogar ganz ordentlich, während sie dastanden und auf Befehle warteten.
    »Hol nieder die Bramstengen!«
    Captain Raisahndos Stimme erscholl vom Achterdeck des umgebauten Handelsschiffes. Er gab das übliche vorbereitende Kommando. Die Deckoffiziere warfen ihren Abteilungen warnende Blicke zu. Graf Thirsk hatte sich dafür entschieden, die Rakurai an diesem Nachmittag mit seiner Anwesenheit zu beehren. Jedem an Bord war deutlich bedeutet worden, es wäre ein sehr, sehr schlechter Tag, um weniger als perfekt zu sein.
    »Toppsgasten in die Wanten!«
    Füße trampelten über Deck, als die Matrosen in die Wanten stürmten. Wie Affenechsen kletterten sie daran empor, schossen hinauf in die Takelage. Doch mit dem üblichen Liebreiz in der Stimme spornten die Deckoffiziere sie an, noch schneller zu machen.
    »Toppsgasten enter auf!«
    Der neue Befehl kam, bevor sie überhaupt oben angekommen waren, und schickte sie noch höher hinauf, bis zur Spitze des oberen Mastes.
    »Klar bei Bramstengen, an die Mast-Taue!«
    Noch mehr Seeleute eilten zu ihren Stationen an Deck und bemannten die Taue, die durch Blöcke an Deck liefen, dann durch die Blöcke am Topp einer jeden Mastspitze und zurück nach unten durch die bronzenen Taljen, die sich auf der Plattform an der Halterung des Mastfußes befanden. Jedes Tau führte sodann wieder den Mast hinauf, wo es an der anderen Seite der Mastspitze an einem Augbolzen befestigt war. Der am Mastfuß vorhandene Seilzug diente dazu, das Gewicht des Mastes zu halten, während er von den Deckmannschaften an den Tauen kontrolliert von oben herabgelassen werden konnte. Andere Matrosen lockerten schon die Stagen und Wanten der Bramstenge, als das nächste Kommando ertönte.
    »Hol durch!«
    Die Mast-Taue spannten sich, und die beaufsichtigenden Offiziere an jedem einzelnen Mast überprüften noch einmal kritisch das ganze Manöver, bevor sie durch Heben der Hand das Zeichen »Klar!« gaben.
    »Lösen und ausschwingen!«
    Die Männer an den Tauen warfen sich noch mehr ins Zeug, und hoch oben über Deck kam jede Bramstenge langsam auf, als die Mast-Taue angezogen wurden. Dabei hob sich der Mastfuß ein wenig aus der quadratischen Öffnung seiner Halterung (gerade groß genug, dass sich der Mast darin bewegen konnte), und ein schon bereit stehender Toppsgast entfernte den spitz zulaufenden Hartholzzapfen, der durch den Mastfuß führte und ihn in der Halterung sicher befestigte.
    »Alle fier weg!«
    Langsam, geradezu elegant und beinahe gleichzeitig glitten die Bramstengen herab, als die Männer an den Tauen dem Befehl nachkamen. Sorgleinen und Mast-Taue geleiteten die Stengen sicher nach unten. Der Ankerplatz lag gut genug geschützt, als dass selbst die lebhafte, auffrischende Brise das Manöver nicht wirklich in Gefahr bringen konnte.
    Bei diesem Manöver ging es nicht darum, die Bramstengen bis hinunter auf Deck zu verbringen, um sie dort sicher zu verstauen: Sie wurden vielmehr nur bis zur Mars, der Plattform der nächst niedrigeren Mastabteilung, herabgelassen. Während die Stengen herunterkamen, kümmerten sich andere Toppsgasten gleichzeitig um die übrige Takelage. Vorsichtig fierten sie Stagen und Pardunen zusammen mit den herabsinkenden Mastteilen und befestigten sie schließlich an den

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