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Die Gilde der Schwarzen Magier - Die Novizin - The Magician's Guild 2: The Novice

Titel: Die Gilde der Schwarzen Magier - Die Novizin - The Magician's Guild 2: The Novice Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Trudi Canavan
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entstehen«, hatte ein Lehrer dazu bemerkt. Ihr Zusammenleben mit Rothen wirkte verdächtig, vor allem wenn man ihre Vergangenheit in Betracht zog. Als sei jede Frau in den Hüttenvierteln eine Hure!
    Außerdem stellten sich viele Leute die Frage, warum sie anders behandelt werden sollte als die übrigen Novizen. Sie mussten in den Novizenquartieren leben, und das Gleiche sollte für Sonea gelten.
    Sonea trat aus dem Magierquartier in den Innenhof hinaus. Die drückende Hitze des Hochsommers war vorüber, und der Tag war angenehm warm. Sie konnte die schwache Wärme spüren, die aus den Pflastersteinen aufstieg.
    Sie war noch nie zuvor in den Novizenquartieren gewesen. Nur ein einziges Mal, in jener Nacht vor so langer Zeit, als sie und Cery in der Gilde umhergestreift waren, hatte sie durch die Fenster gespäht und die Räume dahinter gesehen. Sie waren klein, schlicht und schmucklos gewesen.
    Etliche Novizen standen in Gruppen vor dem Eingang. Als Sonea näher kam, unterbrachen sie ihre Gespräche, und einige von ihnen steckten die Köpfe zusammen. Sonea warf ihnen einen gleichgültigen Blick zu, dann trat sie durch die offenen Türen.
    In dem Gebäude selbst stieß sie auf weitere Novizen und widerstand dem Drang, nach vertrauten Gesichtern Ausschau zu halten. Tania ging auf eine Tür auf der rechten Seite zu und klopfte an.
    Während sie warteten, beobachtete Sonea aus den Augenwinkeln die Novizen im Flur und fragte sich, wo Regin sein mochte. Er würde sich diesen kleinen Augenblick des Triumphs gewiss nicht entgehen lassen.
    Die Tür wurde geöffnet, und ein dünner Krieger mit scharfen Gesichtszügen erschien vor Sonea. Sie verneigte sich und rief sich noch einmal all die Klagen ins Gedächtnis, die ihr über den Leiter der Novizenquartiere zu Ohren gekommen waren. Ahrind war allgemein unbeliebt.
    »Ah, da bist du ja«, sagte er kalt. »Folge mir.«
    Als er den Flur hinuntereilte, gingen die Novizen ihm sorgfältig aus dem Weg. Nach einigen Schritten blieb er stehen, und eine Tür öffnete sich. Dahinter lag ein Raum, der ebenso schlicht und klein war wie die, an die sie sich erinnern konnte.
    »Keine Veränderungen im Zimmer«, sagte Ahrind. »Keine Besucher nach dem Abendgong. Wenn du einmal für mehrere Nächte auswärts schlafen willst, setze mich bitte zwei Tage vor dem ersten Abend darüber in Kenntnis. Das Zimmer hat jederzeit sauber und ordentlich zu sein. Wenn nötig, triff die entsprechenden Vereinbarungen mit den Dienern. Habe ich mich klar ausgedrückt?«
    Sonea nickte. »Ja, Mylord.«
    Er drehte sich um und ging davon. Sonea tauschte einen Blick mit Tania, dann betrat sie ihr neues Quartier.
    Es war eine Spur größer als ihr Schlafzimmer in Rothens Wohnung, und es enthielt ein Bett, einen Kleiderschrank, einen Schreibtisch und einige Regale. Vom Fenster aus konnte sie die Arena und die Gärten sehen. Tania stellte den Koffer auf das Bett und begann, ihre Sachen auszupacken.
    »Ich habe diesen Jungen gar nicht gesehen«, bemerkte Tania.
    »Nein. Was nicht bedeutet, dass er mich nicht beobachtet hat. Er oder einer seiner Gefolgsleute.«
    »Es ist gut, dass dein Zimmer sich so nahe beim Eingang befindet.«
    Sonea nickte und machte sich daran, ihre Notizbücher und Schreibutensilien in die Schubladen des Schreibtisches zu räumen. »Ahrind will mich wahrscheinlich genau im Auge behalten. Um sicherzustellen, dass ich keinen schlechten Einfluss auf die anderen ausübe.«
    Tania schnalzte verächtlich mit der Zunge. »Die Diener mögen ihn nicht besonders. Geht ihm am besten aus dem Weg. Wie wollt Ihr es mit den Mahlzeiten halten?«
    Sonea zuckte die Achseln. »Ich werde mit Rothen zu Abend essen. Davon abgesehen... wahrscheinlich werde ich in den Speisesaal gehen. Vielleicht kann ich unauffällig hineinschlüpfen, mir etwas nehmen und mich wieder davonschleichen, bevor Regin fertig ist.«
    »Wenn Ihr wollt, kann ich Euch Eure Mahlzeiten hierher bringen.«
    »Das solltest du nicht tun«, seufzte Sonea. »Du würdest dir nur Feinde machen.«
    »Ich kann mit einem der anderen Diener herkommen oder jemanden bitten, Euch etwas zu bringen. Ich werde jedenfalls nicht zulassen, dass Ihr wegen dieses Jungen Hunger leidet.«
    »Das wird schon nicht passieren, Tania«, versicherte Sonea ihr. »So, jetzt ist alles ausgepackt.« Sie legte eine Hand auf die Schranktür, dann auf die Schublade des Schreibtisches. »Alles ist verschlossen. Lass uns in die Magierbibliothek gehen, zu Rothen.«
    Lächelnd scheuchte Sonea

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