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Die Himmelsscheibe 02 - Die Kriegerin der Himmelsscheibe

Die Himmelsscheibe 02 - Die Kriegerin der Himmelsscheibe

Titel: Die Himmelsscheibe 02 - Die Kriegerin der Himmelsscheibe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Wolfgang Hohlbein
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lauter Wut über die Ungerechtigkeit, die ihr nun aufzwang, vor irgendjemandem davonzulaufen, mit dem sie doch gar keinen Streit hatte. Sie musste diesen Larkar erst ganz schnell loswerden und sich dann erst einmal irgendwo verstecken.
    Larkar lief merkwürdig. Eigentlich war es gar kein richtiges Laufen, sondern eher ein unrhythmisches Hüpfen. Der Mann war angeschlagen, entweder durch einen Kampf, der erst ein paar Stunden zurückliegen konnte, oder einer alten Verletzung wegen.
    »Arri!«, schrie jemand, als sie die Hügel erreichte und zwischen eine Baumgruppe eintauchte. »Bleib stehen! Du kommst ohnehin nicht weit!«
    »Das ist doch …«, Larkar blieb so abrupt stehen, dass Arri beinahe in ihn hineingelaufen wäre, »Taru!«
    Arri stöhnte auf. Jetzt fehlte es noch, dass sich die beiden wie alte Freunde begrüßten und dann gemeinsame Jagd auf sie machten. Sie sprang an Larkar vorbei, umrundete einen moosbewachsenen Findling und duckte sich in seinen Schatten. Ihr Atem ging rasselnd. Sie musste zu Luft kommen, und dann nichts wie weg hier.
    »Larkar!«, hörte sie Taru rufen, was nicht gerade erfreut klang. »Was tust du denn hier? Ich dachte, deine Beine sind längst irgendwo verrottet und dein Schädel von der Sonne verdorrt!«
    Das klang nicht gerade nach Freundschaft. Arri richtete sich in ihrem Versteck ein wenig auf und spähte zurück. Larkar stand da – und wahrscheinlich lieferten er und Taru sich gerade ein Blickduell.
    »Ich habe dich gesucht, Taru«, sagte Larkar, »dich und deinen verräterischen Vater. Und wie es aussieht, habe ich euch jetzt gefunden!«
    »Ach, Larkar«, antwortete Taru abfällig. »So, wie es aussieht, kannst du dich kaum noch auf den Beinen halten. Das ist ja auch kein Wunder. Du hättest mit uns kommen können. Aber nein, du musstest ja bei der alten Geierkralle bleiben …«
    »Nenn ihn nicht so!«, brüllte Larkar. »Ragok ist ein Mann von Ehre – was man von deinem Vater ja nun wirklich nicht sagen kann.«
    »Mein Vater war ein großer Mann«, sagte Taru kalt. »Aber nun ist er tot. Und ich bin sein Nachfolger.«
    »Du sein Nachfolger?«, fragte Larkar rasch, aber Arri sah aus ihrem Versteck, wie sehr ihn die Nachricht von Dragosz’ Tod getroffen haben mochte. »Das bist du nicht«, fuhr er beharrlich fort. »Ragok wird die Geschicke unseres Volkes lenken …«
    »Und du bist sein Kundschafter, ja?«, unterbrach ihn Taru. Mit einem Mal klang seine Stimme so kraftvoll und überheblich wie die von Dragosz, wenn er sich ein Wortgefecht mit einem fremden Händler geliefert hatte, der für seine Waren zu viel verlangt haben mochte. »Dann bin ich mal gespannt darauf, wie viele Männer er aufbieten kann, um mich zu überzeugen, dass ich mein Haupt vor ihm beuge.«
    Auch das war ein Dragosz-Satz, und Arri sah, wie sich Larkar anspannte. Doch dann bemerkte er irgendetwas außerhalb von Arris Blickfeld und duckte sich. Und zwar keinen Augenblick zu früh: Ein Pfeil sauste über ihn hinweg und schlug hinter ihm in den Stamm einer Esche ein.
    »Hast du dir gleich auch noch deine eigenen Feinde mitgebracht?«, fragte Taru höhnisch.
    Larkar antwortete ihm nicht. Im Zickzack lief er los, ungleichmäßig und humpelnd, aber dennoch erstaunlich schnell. Arri stöhnte auf, als sie begriff, dass er den Findling ansteuerte, hinter dem auch sie Schutz gesucht hatte.
    Sie wollte schon aufspringen, um davonzulaufen, besann sich dann aber im letzten Augenblick eines Besseren. Hinter dem Stein war sie vor Pfeilen einigermaßen sicher. Und da sie nicht die geringste Ahnung hatte, wer hier mit Pfeil und Bogen unterwegs war – und ob es nicht vielleicht eine ganze Horde sein mochte, die es nur darauf anlegte, jeden abzuschießen, der ihr zu nahe kam – war es besser, erst einmal abzuwarten, was nun geschah.
    Larkar erreichte den Findling mit einem letzten Satz. Dabei wirkte er nicht sehr überrascht, sie hier vorzufinden. »Dragosz ist tot?«, fragte er sofort, während er sich neben Arri in den Schutz des Steins sinken ließ.
    »Ja«, stieß Arri hervor. »Er ist tot. Und damit du es nur weißt: Er war mein Mann!«
    Überrascht stieß Larkar die Luft aus. »Dein Mann? Aber Surkija …?«
    Arri starrte ihn wortlos an. Was wollte dieser humpelnde Speerträger, der seinen Speer verloren hatte, eigentlich von ihr? Sie hatte ihn noch nie zuvor gesehen, und er überfiel sie gleich mit den unangenehmsten Fragen.
    »Ich werde jetzt bestimmt nicht mit dir über Surkija sprechen«, sie schnitt ihm mit

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