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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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beschwichtigte er. »Wie sieht es mit der Klammer aus? Sie ist magisch, wie ich fühlte. Gibt es …«
    Der Alb nickte beruhigt und drehte sich noch mehr zur Seite, damit er mit einem Finger auf die Erde gelangte. Mit der Kuppe zeichnete er Runen hinein, rutschte zur Seite und malte weiter.
    »Ist das die Reihenfolge, in der ich sie berühren muss?«, versuchte sich Aiphatòn an einer Lösung.
    Der Unbekannte neigte bestätigend den Kopf.
    Ganz wohl fühlte er sich dabei nicht, als er die rechte Hand ausstreckte und mit dem gepanzerten Zeigefinger ein Symbol nach dem anderen in der vorgegebenen Reihenfolge antippte. Es konnte danach alles Mögliche geschehen, bis hin zu einem Angriff des Albs auf ihn. Doch sonst erfahre ich nie, wen ich mit mir herumtrage und was er alles weiß.
    Die Runen, die er berührte, glommen auf und erloschen nicht mehr. Mit der letzten erklang ein deutliches Klacken, und das Verbindungsstück löste sich klirrend. Die Klammer sprang einen Spaltbreit auf.
    Aiphatòn erhob sich und hielt den Speer stoßbereit. »Befreie dich. Doch wage es nicht, mich anzugreifen oder sonstige Hinterhältigkeiten zu versuchen.«
    Der bleiche Alb zog die dünnen Arme aus der Klammer und öffnete sie mit sichtlicher Anstrengung, die Muskeln zitterten und schienen bereits an der Grenze ihrer Belastung zu sein.
    Anschließend setzte er sich behutsam auf, schnaufte angestrengt durch Mund und Nase, was durch die Halbmaske zu einem hohlen, unheimlichen Geräusch verkam. Kondenswasser troff unter dem Metall am Kinn zu Boden. Dennoch schrieb er mit dem dreckigen Finger erneut in den Boden, um danach auf sich zu weisen.
    »Du bist Nodûcor.« Aiphatòn zeigte auf die Maske »Wie können wir sie dir abnehmen?«
    Nodûcor schüttelte erneut den Kopf, die Glashaare wippten und brachen dennoch nicht. Wieder malte er die Worte in die Erde.
    Eine langwierige Art, sich zu verständigen. »Gar nicht. Es gibt Sicherungen, magische und mechanische«, las er verblüfft. Warum dieser Aufwand?
    Ein leises Knacken ließ die beiden Albae gleichzeitig zu den Überresten des Turms blicken: Jemand war auf eine Scherbe oder eine Schindel getreten.
    »Vielleicht nur ein Aassucher«, raunte Aiphatòn. Er nahm den Speer und schlich sich an die Ruine heran, nahm dabei aus dem Augenwinkel wahr, dass Nodûcor einen alten, verrosteten Dolch aus dem Boden wühlte. Falls nicht, wird er ihnen als Nahrung dienen.
    Geduckt machte sich Aiphatòn lautlos ans Umrunden des zerstörten Bauwerks – und erspähte zwei leicht gerüstete Bestien, die sich auf der anderen Seite im Schatten des Turmrestes an einem Stein niedergelassen hatten und ein stinkendes Stück Fleisch aufteilten.
    Ihr Äußeres erinnerte an Orks, allerdings ohne die grünliche oder schwarze Haut. Sie schnitten sich Scheibe um Scheibe ab, stopften sie in ihre Mäuler und verschlangen sie ohne Genuss; die Bewegungen wirkten abgehackt. Trüber Saft rann über die Lippen und sickerte über die rissige, schorfige Haut.
    Aiphatòn fand ihre Blicke seltsam abwesend und starr, als schliefen sie mit offenen Augen. Weder wechselten sie bei ihrem widerlichen Mahl Worte, noch benahmen sie sich grölend und auffällig laut, wie er es von Bestien kannte.
    Nahmen sie ein Rauschmittel, das ihre Sinne benebelt? Auf ihren Rüstungen prangten weiße Runen, die nicht albischen Ursprungs waren, doch zu geschwungen und verschnörkelt erschienen, um von einer ungelenken Klauenhand zu stammen. Oder sollten es Bannrunen sein?
    Überraschend erschien aus dem Innern der Ruine ein weiterer Gast, der sich ebenso geräuschlos wie Aiphatòn bewegte. Er ging auf die beiden Scheusale zu, die sich von ihm nicht stören ließen. Seine verdreckte Rüstung bestand aus Versatzstücken und schlackerte um den schlanken Leib; strähnige braune Haare, in denen grauer Matsch haftete, lagen bis auf die Schultern, ein Schwert baumelte an seiner Seite. Sein Gang war torkelnd und unsicher.
    Erst als er sich drehte, erkannte Aiphatòn, dass es sich um einen Alb handelte. Auf dessen Stirn leuchtete die gleiche weiße Rune.
    Ist er der Befehlshaber? Aber wieso trägt er diese miserable Panzerung? Auch das Schwert gehörte nicht zu einem Alb.
    Schnaufend ließ der Unbekannte sich bei den Bestien nieder und starrte angewidert auf das verweste Fleisch – und hob die Hand.
    Die Finger legten sich an den Griff eines Dolches, der in seinen Eingeweiden steckte und den jemand nach dem Einstich bis an den Rippenansatz hochgezogen hatte. Mit

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