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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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eine Durchsuchung des Schiffes befohlen. Dabei wiederum fand man die Blutspuren in der Kabine und gleich darauf die Leiche der unglückseligen Albin mit der Waffe des Leibwächters im Herzen.
    Irïanora erschrak vorbildlich. »Oh, wie grausam! Das ist Arthâras’ Dolch!« Sie berichtete stockend von der angeblichen Verbindung von Dienerin und Leibwächter, die unterwegs oft gestritten hätten. »Nun brachte er sie gar um.« Sie schüttelte betroffen den Kopf. »Er wird sicherlich versuchen, an Land zu schwimmen und sich nach Dâkiòn oder zumindest bis zur Flussenge durchzuschlagen.«
    »Das wird nicht gelingen.« Der Kommandant befahl, die Truhe zu schließen und an Land zu bringen. »Die Raubfische sind schneller als er.«
    Es kann nicht mehr besser laufen. »Raubfische!« Irïanora hörte dies zu gerne. »Dann erhält der Mörder seine gerechte Strafe.« Sie tat, als müsse sie sich zusammenreißen, und setzte einen Fuß auf die Rampe, die auf festen Boden führte.
    Das dunkelblaue Kleid aus Seide und Samt war eine gute Wahl, weder schwitzte sie darin, noch war ihr zu kalt. Auf Geschmeide verzichtete sie, die blonden Haare hatten sich ohne Dienerin nicht bändigen lassen, und so trug sie kurzerhand einen dreifach geflochtenen Zopf.
    Man hatte ringsum aufragende Leinwände errichtet, die Irïanora einen Blick auf die Stadt und die Festungsanlage verwehrten. Lediglich von der Hafeneinfahrt erhaschte sie einen Eindruck, der jedoch wenig aussagekräftig war.
    Auf der Hafenmauer wartete eine Abordnung aus bewaffneten Kriegern auf Nachtmahren sowie eine Kutsche, in die Irïanora von einem Bediensteten geleitet wurde. Die Fenster waren von außen lichtdicht verschlossen, sodass sie abgeschirmt im Dunkeln saß.
    Es erstaunte sie nicht, die glutäugigen Rappen auf der Insel zu sehen. Sie stammen aus Dâkiòn, dachte sie erbost. Gute Tiere, die uns der Abschaum damals gleich mit aus den Rippen schnitt. Was taugen sie schon auf einer Insel? Wir bräuchten sie viel dringender.
    Die Fahrt begann, die gute Federung machte das Sitzen in der Kutsche angenehm.
    Irïanora konnte sich nur ausmalen, wie es um sie herum aussah. Sie hatte damit gerechnet, einen stinkenden Sack über den Kopf gezogen zu bekommen und unter dem Hohngelächter der Bewohner durch die Straßen getrieben zu werden. Diese Art des Reisens entsprach ihr mehr.
    Die Räder ratterten bergauf, dann knirschten sie durch Kies oder Knochenkügelchen, wie sie annahm.
    Schließlich hielt das Gefährt an, und der Verschlag wurde geöffnet.
    Eine schemenhafte Hand reckte sich hilfreich ins Innere, gedämpfte Sonnenstrahlen fielen herein.
    »Wenn Ihr wohl herauskommen möchtet, Irïanora?«, sagte eine Albstimme.
    Sie war zu sehr geblendet, um Genaues erkennen zu können. Sie ergriff die weichen, doch kräftigen Finger und stieg aus der Kutsche.
    »Willkommen auf Elhàtor«, begrüßte sie der Alb, der eine unglaublich aufwendige Garderobe in Blau und Silber trug, aufgestellte Kragen um Hals und Ärmel mit eingeschlossen. »Und ich bemerke freudig: Wir ergänzen einander farblich äußerst gut.«
    Irïanora sah nun wieder richtig.
    Sie befand sich in einer Empfangshalle mit zwei Durchfahrten, die Gäste bei ihrer Ankunft vor der Witterung schützte. Eine vierstufige Treppe führte unmittelbar hinter dem jungen Alb zu einem Doppelportal, vor dem vier gepanzerte Krieger Wache hielten.
    Ihre Rüstungen sind wesentlich leichter als unsere. »Ich danke dir …«
    »Euch«, fiel ihr der Alb mit den halblangen, braunen Haaren freundlich-belehrend ins Wort. »Ich hörte schon, dass man in Dâkiòn weniger Sinn für Höflichkeit und Umgangsformen hegt, doch auf Elhàtor bitte ich Euch darum, die Etikette zu wahren.« Er deutete eine Verbeugung an. »Mein Name ist Ôdaiòn.«
    Der Sohn der Herrscherin. Irïanora bewahrte Fassung und neigte den blonden Schopf. »Ich bemühe mich, Euch und Eurer Mutter zu gefallen.« Dass er trotz Sonnenschein keine schwarzen Augen hatte, verwunderte sie unendlich. Wie geht das? Eine Missgeburt?
    » Mir gefallt Ihr bereits.« Der junge Alb schenkte ihr ein verschmitztes Lächeln, in seinen Augen stand das Interesse unübersehbar geschrieben. Er geleitete sie zum Portal, das für sie geöffnet wurde, kaum dass sie die Stufen hinaufschritten. »Ich war sehr neugierig auf Euch, Irïanora. Die Nichte des Regenten erweist uns die Ehre.«
    »Was mag diese Neugier ausgelöst haben?«
    »Abgesehen von Eurem Ungehorsam und der Absicht, einen Krieg zu

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