Die Rückkehr des Dunkelelf 2 - Kampf der Kreaturen
zugänglich«, stimmte Drizzt zu.
»Und du hast mit ihr gekämpft?«, fragte Tarathiel leise und voller Sorge.
Drizzt sah zu ihm auf, aber er senkte den Blick sofort wieder und seufzte tief.
»Ich wollte es nicht … wenn ich es gewusst hätte, hätte ich …«, stotterte er. Er holte tief Luft und sah die beiden an. »Sie war mit ein paar Dieben zusammen, die meine Freunde und mich verfolgten. Ich hatte keine Ahnung, wer sie war – oder auch nur, dass sie eine Frau war –, als wir den Kampf begannen. Es wurde mir erst klar, als …«
»Als du ihr den Todesstoß versetzt hast«, sagte Tarathiel, und Innovindil wandte sich ab.
Drizzts Schweigen war Antwort genug.
»Ich hatte befürchtet, dass es so enden würde«, sagte Tarathiel zu Drizzt. »Wir haben versucht, Ellifain vor sich selbst zu retten – so wie du es zweifellos auch getan hast oder getan hättest, wenn du es gewusst hättest.«
»Aber sie war so voller Zorn, der sie über alle Vernunft hinaustrieb«, fügte Innovindil hinzu. »Mit jeder Geschichte, die wir über deine Erfolge im Dienst guter Völker hörten, wurde sie zorniger und war mehr überzeugt, dass man sie nur anlog. Sie war überzeugt, dass Drizzt Do'Urden eine Lüge war.«
Drizzt zuckte nicht mit der Wimper, als er erwiderte: »Vielleicht bin ich das ja.«
»Glaubst du das wirklich?«, fragte Innovindil, und Drizzt zuckte nur die Achseln.
»Wir können es dir nicht vorwerfen, dass du dich gegen Ellifain verteidigt hast«, erklärte Tarathiel.
»Es würde nichts ändern, wenn ihr es tätet«, sagte Drizzt, und das schien die beiden zu überraschen.
»Und daher können wir für unsere gemeinsame Sache kämpfen«, fuhr Tarathiel unbeirrt fort. »Seite an Seite.«
Drizzt starrte ihn einen Moment lang an, dann wandte er sich Innovindil zu. Es war ein verlockendes Angebot, aber es enthielt eine Verpflichtung, die Drizzt noch nicht eingehen wollte. Er schaute wieder Tarathiel an und schüttelte den Kopf.
»Ich jage allein«, erklärte er. »Aber ich werde da sein und euch helfen, wenn ich darf, in Zeiten, wenn ihr Hilfe braucht.« Er griff nach dem magischen Seidenhemd und setzte dazu an zu gehen.
»Wir werden immer deine Hilfe brauchen«, sagte Tarathiel hinter ihm. »Und wärst du nicht ebenfalls stärker, wenn …«
»Lass ihn gehen«, hörte Drizzt Innovindil zu ihrem Gefährten sagen. »Er ist noch nicht bereit.«
Am nächsten Morgen saß Drizzt Do'Urden auf einem Felsvorsprung und blickte zurück zu der Region, in der sich die Elfenhöhle befand. Er dachte über Tarathiels großzügiges Angebot nach. Er hatte gestanden, dass er ihre Freundin und Verwandte umgebracht hatte, aber die beiden Elfen verurteilten ihn nicht dafür.
Das warf ein ganz neues Licht auf den unseligen Vorfall mit Ellifain, aber Drizzt war nicht sicher, wie dieses Licht scheinen würde.
Außerdem hatte er nun Aussicht auf eine neue Freundschaft oder neue Verbündete, aber obwohl er sich von der Vorstellung angezogen fühlte, erschreckte sie ihn auch zutiefst.
Er hatte einmal wunderbare Freunde gehabt und die besten Verbündeten, die man sich wünschen konnte.
Früher einmal.
Also blieb er sitzen und starrte geradeaus, innerlich zerrissen, und fragte sich, was geschehen würde.
Und wie immer hatte er das Bild des einstürzenden Turms vor sich, der Bruenor in die Tiefe riss.
Drizzt verspürte das intensive Bedürfnis, in seine eigene Höhle zurückzukehren und den Helm mit dem einen Horn in die Hand zu nehmen, Bruenors Duft einzuatmen und sich an seine verlorenen Freunde zu erinnern. Er machte sich auf, um zu gehen.
Aber noch bevor der Tag zu Ende war, saß er wieder auf dem Vorsprung und blickte zu der Höhle von Innovindil und Tarathiel.
Er beobachtete interessiert, wie einer der Pegasi vorbeiflog und Tarathiel zum Höhleneingang brachte. Zu seiner Überraschung stieg der Elf zwar ab, aber er betrat die Höhle nicht sofort, sondern eilte auf den Vorsprung zu und rief: »Drizzt Do'Urden! Ich muss mit dir sprechen! Ich habe Neuigkeiten, die uns alle betreffen!«
Trotz seiner Bedenken, trotz des tiefen Schmerzes, der jede Faser seines Körpers durchdrang, ging Drizzt zu den beiden Elfen.
»Ein weiterer Stamm ist auf dem Weg zu der riesigen Ork-Armee«, sagte Innovindil zu Drizzt, als er die Höhle betrat. »Tarathiel hat gesehen, wie sie durch die Ausläufer des Grats der Welt gezogen sind.«
»Ihr habt mich gerufen, um mir zu sagen, dass es Orks in der Nähe gibt?«, fragte Drizzt ungläubig. »Es
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