Die Saat Der Makellosen
Gutes.
"Beantwortet das Ihre Fragen und beruhigt Ihr Misstrauen etwas? Ich bin keine Irre, die sich einen Spaß daraus macht, an Unglücksorten ihren Unfug zu treiben! Ich würde auch viel lieber weiterhin ruhig in meiner Wanne liegen und das vorhin begonnene Bad genießen!“
Nico lächelte schief zu ihm auf und hob die Hand, um sanft mit dem Daumen einen Rußfleck von seiner Wange zu wischen. Einfach so, ohne jeglichen Hintergedanken, als wäre er ein kleiner Junge, der ein wenig zu wild im Dreck gespielt hatte.
„Ich glaube, ich hab’s nur noch schlimmer gemacht… Da hilft wohl nur noch komplett einweichen, oder?“
- Ein hübscher Kerl, nicht wahr? -, säuselte Mélusina ausgerechnet in diesem Moment in ihr Ohr, so dass Nico ertappt zu dem Mann aufsah und dann gleich die Hand sinken ließ, um damit den Riemen ihrer Tasche zu umfassen. Wenn es ihr möglich gewesen wäre, dann wäre sie bestimmt knallrot geworden, aber ihre Haut überzog sich niemals mit Farbe. Weder Bräune noch Röte zeigte sich auf ihrer blassen Haut, die beinahe schon wie weiß schimmernder Marmor aussah.
Sie fühlte sich mit einem Mal leicht befangen und hoffte, er würde es nicht merken. Es lag nur an der Hitze um sie herum, dass ihr Körper sich wärmer als sonst anfühlte. Sie standen schließlich mitten auf der Straße von unzähligen Menschen umzingelt, so dass die Situation nicht harmloser hätte sein können. Nico lächelte zögerlich, weil sie immer noch nicht sicher war, dass er ihre Erklärung akzeptieren würde.
Wie konnte sie jetzt von Geistern auf so ein normales Thema wie Baden kommen? Das ging ihm vollkommen ab. Er war da schon ein bisschen abergläubig und leicht zu beeindrucken, wenn es um das Übersinnliche ging.
Als Nico ihm mit dem Daumen einen Rußfleck von der Wange wischte, zuckte er zusammen und hörte damit auf, wild mit der Hand in der Luft herum zu kreiseln. Ihre Finger waren angenehm warm und weich, was ihn im Nachhinein schon etwas beruhigte, denn wenn sie nicht kalt war, hieß das, sie war real und lebendig. Und nicht auch noch eine dieser Spukgestalten, die ihr auflauerten. Der Dreck würde tatsächlich nur mit heißem Wasser und ordentlich Seife abzukriegen sein, aber das war gerade das geringste Problem. Damon wollte mehr von Nico hören und mehr über diese kaum zu glaubende Geschichte, die sie ihm gerade erzählt hatte.
„Sie haben also mit der Mutter des Babys gesprochen? Die hat Ihnen gesagt, wo die Kleine zu finden ist und dann haben Sie es mir gesagt, nachdem diese Mélusina Ihnen gesagt hat, wer ich bin?“ Es war kaum zu fassen.
Auch diesmal wartete Damon keine Antwort ab, sondern nahm erneut sein Funkgerät, ohne Nico aus den Augen zu lassen. Und ihm entging völlig, wie sie auf ihn reagierte. Erstens roch es hier zu sehr nach Feuer und zweitens war die Sache mit den toten Seelen viel interessanter als das Mädchen selbst. Man konnte sich ja wohl auch mal mit einer Frau unterhalten und dabei nicht alle zwei Sekunden an Sex denken. Noch dazu, wenn sie wirklich etwas im Kopf zu haben schien. Was machte sie eigentlich beruflich? War sie eine dieser Hellseherinnen oder Wahrsagerinnen, die eine Annonce in der Zeitung aufgaben und ihre Dienste anboten? Sie machte ihn richtig neugierig. Und sie noch ein klein wenig an seiner Seite festzuhalten, war ein viel besserer Plan, als ihr Hirn zu frittieren. Sie schien ihm keines dieser indiskreten Plappermäuler zu sein. Wenn ihre Fähigkeiten wahr waren, dann wusste sie, wann man den hübschen Mund halten musste, um nicht unangenehm als durchgedreht aufzufallen.
„Hat schon jemand Kaffee besorgen können?“, fragte er und erhielt Sekunden später die Antwort, dass in der Ecke mit den Polizeiwagen jede Menge Kaffee, sowie Kleingebäck auf die hungrigen Einsatzleute warteten. Das NYPD hatte großzügig etwas springen lassen.
„Möchten Sie mich begleiten, Miss D' Amores? Sozusagen sicheres Geleit zu Speis und Trank, bis ich Sie nach Hause bringen kann? Sie sehen aus, als könnten Sie einen Kaffee gebrauchen, bevor Sie in Ihre Badewanne zurück kehren.“
Damon lächelte, bevor er ihr höflich den Arm bot, den sie hoffentlich nicht ausschlagen würde.
„Sehen Sie die Einladung als Entschuldigung für mein rüdes Benehmen, okay? Ich war nur genauso überrascht wie Sie. Sie sind die eigentliche Heldin, wissen Sie das? Ohne Sie wäre das Baby nicht gerettet worden. Sie haben sich den Kaffee redlich verdient.“
Nicos anfängliche Begeisterung wurde
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