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Flammen der Rache

Flammen der Rache

Titel: Flammen der Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Shannon McKenna
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sie.
    Gut. Das war geklärt und längst überfällig. Bruno stapfte an den Rand der Grube und starrte auf das raufende, brüllende Zwillingsknäuel runter, das sich dort im Schlamm suhlte. Diese Idioten. Vielleicht brauchten sie es wirklich. Pech gehabt. Sie konnten sich in einem anderen Matschloch die Köpfe einschlagen, wenn Schlammcatchen so therapeutisch war. Sie mussten es nicht ausgerechnet auf den Knochen der Mörder seiner Mutter tun.
    Er zielte mit der H&K in den Himmel und feuerte.
    Sie hörten auf, sich zu prügeln, und schauten mit identischen schockierten Mienen zu ihm hoch, als der Schuss in den Bergen widerhallte.
    »Was zur Hölle …?«, stieß einer von ihnen aus. Bruno tippte auf Kev.
    Er setzte die eisige Miene auf, die er sich von Kev abgeschaut hatte. »Ihr Hornochsen beruhigt euch jetzt sofort! Dies ist weder die Zeit noch der Ort um … oh,
verfluchte Scheiße
…«
    Der durchweichte Boden gab unter seinen Füßen nach, und Bruno schlitterte auf dem Hosenboden in das Loch. Mit einem feuchten Platschen landete er halb im Morast, halb auf den beiden Männern.
    Verdammt. Immer musste ihm so ein Mist passieren, wenn er gerade versuchte, Autorität auszustrahlen. Er spuckte Schlamm aus und wandte sich an Sean. Zumindest hoffte er, dass es Sean war. Schwer zu sagen, bei zwei identischen Matschmännern.
    »Lily hat behauptet, ihr wärt eifersüchtig auf mich. Ich habe ihr nicht geglaubt. Sie fand die Vorstellung wahnsinnig komisch, dass ich auf euch eifersüchtig bin und ihr ebenfalls auf mich. Das ist mal ein guter Witz, oder?«
    Die Matschmänner starrten einander an. Dann drehte einer der beiden sich zu Davy und Connor um, womit er sich als Kev entlarvte.
    Davy und Connor erwiderten seinen Blick mit ungerührten Mienen, doch sie stritten es nicht ab.
    »Ihr seid eifersüchtig?«, fragte er ungläubig. »Auf Bruno? Das ist total krank!«
    Sean kämpfte sich auf die Füße. »Aber es stimmt vermutlich«, bekannte er. »Ich habe mir all die Jahre so dringend gewünscht, dich zu finden und diese Verbindung zwischen uns wiederherzustellen. Und versteh mich nicht falsch, ich war froh, als wir dich gefunden haben. Überglücklich sogar. Aber du bist einfach so … verdammt unnahbar.« Er klang verwirrt und erschöpft. »Ich wollte einfach nur diese Plexiglaswand durchdringen.« Er gestikulierte zu Bruno. »Ihn blockst du nicht ständig ab. Nur uns.«
    »Er hatte dich etwa so lange als Bruder wie wir«, sagte Connor hinter ihnen. »Trotzdem scheint diese Zeit mehr zu zählen.«
    Kev schüttelte den Kopf. Er versuchte, aus der Grube zu klettern, aber der Rand rutschte unter ihm weg, sodass er wieder hinabglitt.
    »Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll.«
    »Du musst es nicht erklären.« Davy wirkte mit einem Mal verlegen. »Wir hätten das Thema nicht ansprechen sollen. Uns ist klar, wie hart es für dich ist. Es ist okay. Vergiss es einfach.«
    Kev ignorierte ihn. »Ich meine diese Zen-Ruhe. Nach der Sache mit Osterman konnte ich nicht sprechen, nicht schlafen, nicht denken. Meine Gehirnleitungen waren gekappt. Ich war in einem Albtraum gefangen. Ich habe meine Gefühle bewusst unterdrückt, denn sonst wäre ich wahnsinnig geworden. Ich kann das nicht einfach wie auf Kommando abschalten.«
    »Ist ja gut«, sagte Connor hastig und hob abwehrend die Hände. »Bitte. Es ist alles in Ordnung. Du musst dich nicht damit quälen …«
    »Sei still!«, fuhr Kev ihn an. »Ihr habt danach gefragt, und jetzt bekommt ihr eure Antwort!«
    »Na schön«, kapitulierte Connor.
    »Ich habe euch vermisst.« Kev schaute seine Brüder der Reihe nach an. »Ich konnte nur nicht den Finger darauf legen, was ich vermisste. Ich hatte panische Angst, ohne zu wissen, vor was. Ich wollte weglaufen, aber wohin? Ich war ein totales Wrack. Meine antrainierte Ruhe …« Er warf die Arme in die Luft. »Ich brauchte sie, um zu überleben. Ich wollte euch nicht die kalte Schulter zeigen, aber ich musste innerlich Distanz bewahren. Das heißt nicht, dass ihr mir nicht wichtig seid oder ich nicht froh wäre, euch wiederzuhaben.«
    Sean wrang Morast aus seinen langen Haaren und schleuderte ihn mit angewiderter Miene weg.
    »Was ist mit ihm?« Er richtete den Blick auf Bruno. »Warum brauchst du keine Distanz zu ihm?«
    Kev schaute Bruno an und stieß ein Schnauben aus. »Es gibt eine Sache an Bruno, die ihr verstehen müsst«, begann er.
    Ach, du Schande! Bruno machte sich auf das Schlimmste gefasst.
    »Bruno hat mir den Arsch

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