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Harry Potter und der Orden des Phönix

Harry Potter und der Orden des Phönix

Titel: Harry Potter und der Orden des Phönix Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: J.K. Rowling
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zurück sind –«
    »Ich wollte nicht, dass jemand mit mir redet«, sagte Harry, der sich immer gereizter fühlte.
    »Tja, das war ein klein wenig dumm von dir«, sagte Ginny zornig, »wenn ich mir überlege, dass du niemanden außer mir kennst, der von Du-weißt-schon-wem besessen war, und ich dir sagen kann, wie es sich anfühlt.«
    Harry rührte sich nicht, während die Wucht dieser Worte ihn traf. Dann drehte er sich auf dem Absatz um und sah sie an.
    »Hab ich vergessen«, sagte er.
    »Du Glücklicher«, erwiderte Ginny kühl.
    »Tut mir leid«, sagte Harry und das meinte er auch. »Also … also glaubst du, dass ich besessen bin?«
    »Wie steht’s, kannst du dich an alles erinnern, was du getan hast?«, fragte Ginny. »Gibt es lange leere Zeitabschnitte, bei denen du nicht sagen kannst, was du gemacht hast?«
    Harry dachte angestrengt nach.
    »Nein«, sagte er.
    »Dann warst du nie von Du-weißt-schon-wem besessen«, sagte Ginny schlicht. »Als ich es war, wusste ich manchmal nicht mehr, was ich stundenlang getan hatte. Plötzlich war ich irgendwo und hatte keine Ahnung, wie ich da hingekommen war.«
    Harry wagte kaum, ihr zu glauben, doch fast gegen seinen Willen wurde ihm leichter ums Herz.
    »Aber dieser Traum, den ich hatte, von deinem Dad und der Schlange –«
    »Harry, du hast solche Träume schon früher gehabt«, warf Hermine ein. »Letztes Jahr hattest du plötzlich Ahnungen, was Voldemort im Sinn hatte.«
    »Diesmal war es anders«, sagte Harry und schüttelte den Kopf. »Ich war in dieser Schlange. Es kam mir vor, als wäre ich die Schlange … vielleicht hat Voldemort mich irgendwie nach London geschafft –?«
    »Eines Tages«, sagte Hermine und klang gründlich verärgert, »wirst du Eine Geschichte von Hogwarts lesen, und dann wird dir vielleicht endlich mal klar werden, dass du in Hogwarts nicht apparieren oder disapparieren kannst. Selbst Voldemort könnte dich nicht einfach aus deinem Schlafsaal fliegen lassen, Harry.«
    »Du hast dein Bett nicht verlassen, Mann«, sagte Ron. »Ich hab gesehen, wie du gut ’ne Minute lang im Schlaf um dich geschlagen hast, bis wir dich wach gekriegt haben.«
    Harry fing wieder an im Zimmer auf und ab zu gehen und dachte nach. Was sie alle sagten, war nicht nur beruhigend, es reimte sich auch zusammen … ohne recht zu überlegen, nahm er sich ein Sandwich von der Platte auf dem Bett und stopfte es sich hungrig in den Mund.
    Ich bin also doch nicht die Waffe, dachte Harry. Sein Herz schwoll an vor Glück und Erleichterung, und als er hörte, wie Sirius an der Tür vorbei in Richtung Seidenschnabels Raum trottete und aus voller Kehle »Morgen kommt der Hippogreif« sang, hatte er Lust mitzusingen.
    Wie konnte er nur im Traum daran gedacht haben, über Weihnachten in den Ligusterweg zurückzukehren? Sirius’ Freude, wieder ein volles Haus und besonders Harry bei sich zu haben, war ansteckend. Er war nicht mehr ihr mürrischer Gastgeber vom Sommer; jetzt schien er entschlossen, dass alle mindestens so viel, wenn nicht mehr Spaß haben sollten als sonst in Hogwarts, und bis hin zum Weihnachtstag arbeitete er unermüdlich. Mit ihrer Hilfe putzte und schmückte er das Haus, und als sie am Abend vor Weihnachten alle zu Bett gingen, war es kaum wiederzuerkennen. Die angelaufenen Kronleuchter hingen nicht mehr voller Spinnweben, sondern voller Girlanden aus Stechpalmen und goldenen und silbernen Papierschlangen; magische Schneehügel glitzerten auf den zerschlissenen Teppichen; ein großer Weihnachtsbaum, den Mundungus besorgt und mit lebenden Feen geschmückt hatte, ersparte ihnen den Blick auf Sirius’ Familienstammbaum, und selbst die ausgestopften Elfenköpfe an der Wand in der Halle trugen Nikolaushüte und -bärte.
    Als Harry am Weihnachtsmorgen erwachte, fand er einen Stapel Geschenke am Fußende seines Bettes, und Ron hatte bereits die Hälfte seines beträchtlich größeren Stapels geöffnet.
    »Gute Ernte dieses Jahr«, ließ er Harry durch einen Berg Papier wissen. »Danke für den Besenkompass, der ist prima. Besser als das Geschenk von Hermine – ein Hausaufgabenplaner –«
    Harry stöberte seine Geschenke durch und fand eines mit Hermines Handschrift. Sie hatte auch ihm ein Buch geschenkt, das einem Terminkalender ähnelte, nur dass es jedes Mal, wenn er eine Seite aufschlug, in lautem Ton Dinge verkündete wie: »Müßiggang ist aller Laster Anfang!«
    Sirius und Lupin hatten Harry eine hervorragende Buchreihe geschenkt, die den Titel Praktische

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