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Himmel über Tasmanien

Himmel über Tasmanien

Titel: Himmel über Tasmanien Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: T McKinley
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dass Sie die meiste Zeit mit Pferden verbringen.«
    »Die machen mir auf jeden Fall weniger Schwierigkeiten«, gab er trocken zurück. »Bei einem Pferd weiß man, wo man dran ist, während Frauen …«
    »… zu einer ganz besonderen Spezies zählen«, beendete sie den Satz. Sie schaute ihn an und fragte sich, ob er einmal unglücklich verliebt war, ob er sich infolge der Narben zurückgezogen hatte und schüchtern geworden war, und kam unweigerlich zu dem Schluss, dass es wohl so sein musste, dass sie der Grund waren, weshalb er Galway House nur selten verließ. Es war eine Schande, denn er hatte eine liebenswürdige Art, die sie in den letzten beiden Wochen angezogen hatte.
    Ihr Blick wanderte von dem offenen Hemd, das ein Dreieck gebräunter Haut freilegte, zu den schlanken Hüften, den starken Armen und fähigen Händen. Zudem war er überaus attraktiv, wie sie feststellte. Rasch schaute sie beiseite.
    Sie verscheuchte ihre sich überschlagenden Gedanken, grub die Hände in ihre Hosentaschen, wo sie den vergessenen Apfel fand. Nach einem fragenden Blick zu Joe fütterte sie ein anderes Pferd damit und hoffte, dass Ocean Child es nicht sah.
    Joe fiel auf, dass die untergehende Sonne Gold, Bronze und Kupfer in ihr Haar sprenkelte. Lulu schien sich im Stall sehr wohl zu fühlen. Er hatte sie schon eine Zeitlang beobachtet, bevor er sie ansprach, und gemerkt, dass er sich in ihrer Gegenwart nun doch entspannte. Dass er seinen Hut im Büro gelassen hatte, war ein beredtes Zeugnis dafür, und es war eine angenehme Überraschung festzustellen, dass sie anscheinend hinnahm, wer er war, dass ihr gefiel, was sie sah, und dass sie nicht von ihm abgestoßen war.
    Er fing ihren Blick auf und spürte, wie ihm heiß wurde, als er sich fragte, ob sie seine Gedanken gelesen hatte. Er räusperte sich und schaute auf seine Stiefel. »Irgendwelche Pläne für morgen?«
    »Ich würde gern wie üblich zur Galopprennbahn kommen. Es ist aufregend, Dolly dabei zu beobachten, wie sie Ihnen einen harten Wettkampf liefert.«
    »Ja, das ist ein patentes Mädel«, stimmte Joe ihr zu. »Ich hätte nie gedacht, dass sie so reiten kann – auch über Hindernisse. Wäre sie kein Mädchen, würde ich sie gleich morgen als Jockey einstellen.«
    Lulu grinste. »Sie hat am Point-to-Point-Rennen teilgenommen, seit sie im Sattel sitzen konnte. Ich beneide sie eigentlich, denn wenn ich versuchen würde, so zu reiten, würde ich für mehrere Wochen im Bett landen.«
    »Dolly hat gesagt, Sie hätten Probleme mit dem Herzen.«
    Sie zuckte mit den Schultern. »Es ist eher eine Unannehmlichkeit als ein Problem. Ich habe gelernt, damit zu leben.« Sie wollte wohl nicht über ihre Gesundheit sprechen, denn sie wechselte rasch das Thema. »Ich erhielt zwei Nachrichten von Mädchen, mit denen ich zur Schule gegangen bin, und ich dachte, ich besuche sie und die alte Schule morgen. Danach werde ich noch einmal einen Rundgang durch die Stadt unternehmen. Beim ersten Mal habe ich nicht viel davon zu sehen bekommen.«
    »Ich wette, Sie werden feststellen, dass sich nicht viel verändert hat«, sagte er, »das ist hier unten bei allem so.«
    Sie nickte und schlurfte mit den Stiefeln über das Pflaster. »Können wir ein Stück spazieren gehen?«, fragte sie zögerlich. »Es gibt da ein paar Sachen, die ich mit Ihnen zusammen überdenken möchte.«
    Er pfiff, und die Hunde kamen aus der Scheune geschossen, in der sie Ratten gejagt hatten. Sie liefen vor ihnen her, während er mit Lulu aus dem Hof über die Koppeln schlenderte. Er hatte keine Ahnung, worüber sie sprechen wollte, aber er war auf der Hut. Seine Mutter hatte eine fixe Idee, was Lulus Vater betraf. Doch sie hatte sich geweigert, ihn aufzuklären, bis sie beweisen konnte, wer es war. Wie zum Henker sie das schaffen wollte, war ein Rätsel, aber das war ein Thema, das er mit Lulu nicht erörtern wollte.
    Er ging neben ihr her, passte seine Schritte den ihren an und genoss das leichte, blumige Parfüm, das von ihr herüberwehte, und die gelegentliche Berührung ihrer Arme. Das einzige Geräusch zwischen ihnen war das Streifen des Grases an ihren Stiefeln und sein gleichförmiger Herzschlag.
    »Wir haben noch nie über Mr. Carmichael gesprochen«, durchbrach sie kurz darauf das einvernehmliche Schweigen. »Sind Sie zu irgendwelchen Ergebnissen gekommen?«
    Sie hatten den Koppelzaun auf der anderen Seite erreicht, er lehnte sich daran, blinzelte in die untergehende Sonne und sah den Hunden zu, die unten am

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