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Himmel über Tasmanien

Himmel über Tasmanien

Titel: Himmel über Tasmanien Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: T McKinley
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Fluss entlangflitzten. »Er ist ein rätselhafter Mann«, erwiderte er. »Erledigt seine Geschäfte ausschließlich per Post oder Fernsprecher und hinterlässt weder eine Kontaktnummer noch eine Adresse.«
    »Das ist eine ungewöhnliche Art, Geschäfte zu machen, finden Sie nicht?«
    »Stimmt, und anscheinend ist er darauf aus, mir zu helfen, den Hof wieder in Gang zu bringen – obwohl der Grund dafür ein weiteres Rätsel ist.« Sie runzelte die Stirn, und er fuhr mit seiner Erklärung fort. »Niemand scheint von ihm gehört zu haben, bevor er Ocean Child hierherschickte. Aber nachdem das geschehen war, wies er Elizas Vater an, seine Pferde zu bringen, und drei weitere sind auf indirektem Weg auch über ihn hergekommen.« Er schaute auf sie hinab. »Abgesehen davon weiß ich über ihn so viel wie vorher – was genau genommen nichts ist.«
    Sie biss sich auf die Lippe, und ein entzückendes kleines Runzeln zerknitterte ihre Stirn, als sie darüber nachdachte. »Ocean Child kam von einer Auktion. Haben Sie versucht herauszufinden, wer ihn ursprünglich verkauft hat?«
    Joe warf einen Blick über das dunkler werdende Tal, in dem die Hunde hinter einem Kaninchen herjagten. »Als Sie zunächst den Besitz abstritten, habe ich ein paar Nachforschungen angestellt. Child gehörte zu einer Gruppe Brumbies, die von einer Viehzüchter-Genossenschaft in Queensland zum Verkauf angeboten wurden.«
    »Was sind Brumbies?«
    Er war überrascht, dass sie es in Anbetracht ihrer Herkunft nicht wusste, allerdings war sie lange in England gewesen. »Das sind verwilderte Pferde«, erläuterte er. Joe machte es sich an dem Gatter noch bequemer. »Da so viele Männer während des Krieges fort waren, sind viele Pferde aus den Anwesen im Outback entlaufen und haben sich mit den Wildpferden vermischt. Vollblüter, Klepper, Ponys und Gebrauchspferde liefen frei herum und richteten ein Chaos an Nutzpflanzen und Weiden an. Als die Männer aus dem Ausland zurückkehrten, beschlossen sie, die Pferde zusammenzutreiben, die besten zu behalten und den Rest zu verkaufen. Ich schätze, es waren auch ein paar Zuchtpferde in diesem besonderen Haufen, denn Child ist garantiert von guter Abstammung.«
    »Dann überrascht es mich, dass niemand es bemerkte und ihn behielt.«
    Joe zuckte mit den Schultern. »Züchter wollen zähe kleine Ponys, keine Zuchtfüllen, die sich als eigensinnig und schwer zähmbar erweisen könnten.«
    »Mr. Carmichael hat sein Potential offenbar erkannt«, sagte sie nachdenklich.
    »Ja, wer es auch sein mag, er kennt sich mit Pferden aus«, pflichtete Joe ihr bei.
    »Eine Schande, dass wir keine Liste dieser Viehzüchter haben«, sagte sie. »Einer von denen könnte uns Aufschluss geben, wer dieser Carmichael ist.«
    »Die Liste liegt in meinem Büro, aber die Namen haben mir nichts gesagt, daher bezweifle ich, dass sie uns weiterhelfen können.«
    »Wahrscheinlich klammere ich mich an einen Strohhalm, aber Carmichael tauchte erst auf, als er Ocean Child kaufte, und Child hat eine Verbindung zu den Viehzüchtern. Das ist ein Zufall, aber diese Verbindung könnte ein Anhaltspunkt sein.«
    Er nickte nachdenklich. »Sie könnten recht haben. Kommen Sie, wir suchen die Liste und sehen zu, was wir damit anfangen können.« Er pfiff die Hunde zu sich, die mit hängender Zunge und hoch erhobenem Schwanz auf sie zuliefen.
    »Passen Sie auf, Sie sind drauf und dran, wieder durchnässt zu werden«, warnte er sie. Aber es war zu spät. Die Hunde schüttelten sich ausgiebig und bespritzten sie beide mit schlammigem Wasser.
    »Sieht ganz so aus, als wäre die Bluse hin«, lachte Lulu. »Macht nichts, die Hunde haben es sich offensichtlich gut gehen lassen, und die Bluse lässt sich waschen.«
    Joes Herz schmolz dahin, als er ihr Lachen hörte, und er freute sich darüber, dass es ihr anscheinend nichts ausmachte, von zwei verdreckten Hunden besudelt zu werden. Sie war eine ungewöhnliche Frau, denn die meisten wären wütend gewesen.
    Sie eilten zurück ins Büro, und als Joe hineinging, sah er es mit neuen Augen und merkte, dass es ein Saustall war. Er befahl den Hunden, draußen zu bleiben, ging direkt zu dem Regal, in das er die Liste gelegt hatte, und durchsuchte die Sammlung an Briefen und Belegen. Er konnte sie nicht finden, runzelte die Stirn und durchforstete alles noch einmal. »Sie war ganz bestimmt hier«, murmelte er.
    »Sie könnte überall sein«, erwiderte sie und erfasste mit einem Blick das allgemeine Durcheinander.
    »Nein«,

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