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Im Bann des Nekromanten: Die Chroniken des Beschwörers - 1. Roman (German Edition)

Im Bann des Nekromanten: Die Chroniken des Beschwörers - 1. Roman (German Edition)

Titel: Im Bann des Nekromanten: Die Chroniken des Beschwörers - 1. Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gail Martin
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erleiden müssen. Dann taten sich die Lichtmagier zusammen und fochten die Magierkriege hoch oben im dünn besiedelten Norden aus.
    Das war vor vielen Jahren gewesen, als Tris’ Großmutter eine junge Frau war. Doch keiner, der sich einmal bis in die Verdorrten Länder vorgewagt hatte, zog in Zweifel, dass dort starke Magie freigesetzt worden war. Es gab dort Lebewesen und Pflanzen, die sonst nirgends existierten, albtraumhafte Kreaturen, die durch die Magie fortlebten, die in der Gegend noch vorhanden war, Magie, die diese Länder auf lange Zeit für normale Menschen unbrauchbar gemacht hatte. Auf jede Geschichte über Monster in den Verdorrten Ländern kam wenigstens eine Geschichte über irgendeinen Narren, der sich dorthin gewagt hatte und nie mehr zurückgekehrt war. Die Geschichten über verschwundene Schätze sorgten für einen steten Nachschub an Narren und gaben so den Legenden neue Nahrung.
    Solche dunkle Magie sollte eigentlich nicht mehr ausgeübt werden, dachte Tris und starrte ins Feuer. Nach den Magierkriegen hatte sich eine Geheimgesellschaft aus den mächtigsten Hexen gebildet: die Katae Canei. Die Katae Canei vereinigten ihre Kräfte, um das Wissen über die dunklen Künste zu unterdrücken, um jeden Magier aufzuspüren und zu vernichten, der dreist genug war sie erlernen zu wollen, und um die Runen und Zauberbücher der dunklen Meister zu zerstören. Eine Generation lang war ihren Zielen Erfolg beschieden. Es ging das Gerücht um, dass Bava K’aa das Oberhaupt der Schwesternschaft der Katae Canei war.
    Wer nach seiner Großmutter Tod ihre Stelle übernommen hatte, wusste Tris nicht. Die Schwesternschaft ließ solche Dinge nicht verlauten. Und ohne Hofzauberer gab es sogar noch weniger Informationen dieser Art in Margolan. Eins stand jedoch fest: Wenn in den Nordlanden verzauberte Kreaturen ihr Unwesen trieben, dann gab es jemanden, der sich in den dunklen Künsten versuchte. Und die Rückkehr der Dunklen Magier wäre eine Katastrophe.
    In diesem Moment kam Soterius vorbeigeschlendert, ließ sich neben Tris nieder und wärmte sich die Hände an einem heißen Krug. »Hab ich was verpasst?«
    Tris sah verstohlen von Kaine zu der Stelle, wo Vahanian stand, und zurück. »Wir sprachen gerade von der Weiterreise nach Norden. Kaine hier gefällt die Vorstellung nicht, nach Dhasson hinüberzugehen.«
    Carroway machte eine wegwerfende Geste. »Dhasson beunruhigt mich nicht. Aber der Wald auf dem Weg zur Grenze, der ist eine andere Sache«, sagte er und nahm einen tiefen Schluck. »Wisst ihr, dass Ruune Videya, wie ihn die Einheimischen nennen, soviel wie ›Gespensterbäume‹ heißt?«, fragte der Spielmann, der sich für das Thema zu erwärmen begann.
    »Die Geschichten berichten«, fuhr er fort, indem er sich vorbeugte, »dass Jaq der Verdammte dort vor zweihundert Jahren bei einer Rebellion Bauern abgeschlachtet hat.« Er machte eine Pause, um an seinem Getränk zu nippen. »Es heißt, dass überall Leichen vergraben sind, weshalb der Wald so dicht ist«, fügte er mit einem Blick auf Kaine und Tris hinzu. »Man sagt, die Geister wandeln dort, ruhelos wegen ihres ungerechten Todes, und warten darauf, sich zu rächen.« Er sah Tris demonstrativ an. »Nicht dass ich viel auf Geistergeschichten gebe.«
    »Bereit ins Bett zu gehen?«, fragte Vahanian, als er zu der Gruppe zurückkam, und leerte seinen Krug in einem Zug. Tris nickte und stand auf und ignorierte Kaines warnenden Blick.
    »Wenn morgen so lang wie heute wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich vor der Winterzeit noch einmal Gelegenheit dazu bietet«, antwortete Tris. »Danke für die Geschichten«, sagte er, als er neben Vahanian Tritt fasste.
    »Merk sie dir«, entgegnete Kaine düster. »Merk sie dir alle.«
    Tris und Kaine gingen wortlos durch das halbe Lager. Schließlich brach Tris das Schweigen. »Ich habe den Eindruck, ihr beide kennt euch von irgendwoher?«
    Vahanian schnaubte. »Das könnte man so sagen. Kaine ist ein verlogener Hurensohn und war es schon immer. Ich bin ihm vor langer Zeit begegnet, direkt nachdem er, mit einem wütenden Hauptmann auf den Fersen, über die Nargigrenze geschlüpft war. Anscheinend hatte er sich am Gold dieses Hauptmanns bedient. Ich bin etwas überrascht, dass er immer noch am Leben ist.«
    »Er schien auch ein bisschen überrascht dich zu sehen.«
    »Das hoffe ich.« Tris hörte Besorgnis in seiner Stimme. »Denn andernfalls hätte ihn jemand hierher geschickt, um nach mir zu suchen. Es gibt

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