Im siebten Himmel mit einem Vampir: Argeneau Vampir 10
uns eine Liste zusammenstellen, wer alles hier in der Gegend von ihnen beliefert wird. Dann erhalten wir eine komplette Namensliste aller Unsterblichen aus der Umgebung, die wir befragen können. Unser Abtrünniger könnte einer von ihnen sein.”
„Gute Idee”, meinte Decker. „Gleich im Anschluss werde ich Bastien anrufen. Sollen Bricker und ich zu dir kommen, um bei der Suche nach der kleinen Latimer zu helfen?”
Nach kurzem Überlegen entschied er sich dagegen. „Nicht nötig. Es sieht zwar danach aus, dass ein Abtrünniger dahintersteckt, aber es muss nicht zwangsläufig sein. Solange das nicht so gut wie sicher ist, möchte ich euch zwei lieber nicht aus dem ursprünglichen Suchgebiet abziehen. Ihr macht da weiter, ich suche mit Sam zusammen nach Cathy.”
„Okay”, sagte Decker.
„Ach, ahm, Mort?”, meldete sich Bricker zu Wort, als Mortimer sich bereits verabschieden wollte.
„Was?”, fragte er argwöhnisch.
„Was ist mit Kleidung, Blut und so? Sollen wir dir Vorräte rüberbringen?”
Er zögerte kurz. Das hatte er gar nicht berücksichtigt. Allerdings dauerte die Autofahrt hierher zwei Stunden, und er wollte die beiden Männer nicht so lange von ihrer Arbeit abhalten....
„Wir sind sowieso in die Richtung unterwegs”, ließ Decker ihn wissen. „Wir haben die Stellen, an denen Gebissene gesichtet wurden, auf einer Landkarte eingetragen und das Zentrum ermittelt. Aus irgendeinem Grund glaubt Bricker, dass unser Abtrünniger höchstwahrscheinlich dort irgendwo zu Hause ist.”
„Ich hab das mal in einer Krimiserie gesehen”, warf Bricker abwehrend ein.
„Oder vielleicht war’s auch ein Kinofilm. Auf jeden Fall ist es so, wenn man den Mittelpunkt feststellt, um den herum sich alle Vorfälle abspielen, dann findet man üblicherweise das Gebiet, in dem der Schurke zu Hause ist.”
„Und wo ist dieses Zentrum?”, wollte Mortimer mit einer Mischung aus Belustigung und Neugier wissen. Die Idee hörte sich zwar völlig bescheuert an, aber vielleicht führte sie ja zu einem brauchbaren Resultat.
„Mitten im Cardwell Lake”, antwortete Decker.
„Meint ihr, er hat irgendwo ein Cottage in der Gegend?”, fragte Mortimer.
„Könnte sein”, räumte Decker ein. „Ich habe schon seltsamere Dinge erlebt. Wir werden uns da heute Nacht mal umsehen. Eigentlich wollten wir warten, bis du wieder hier bist, aber jetzt werden wir wahrscheinlich losfahren, sobald ich mit Bastien über die Liste von der Blutbank gesprochen habe. Bricker könnte in der Zwischenzeit deine Tasche packen, und wir treffen uns am Cardwell Lake. Das ist für dich nur halb so weit zu fahren.”
„Ich könnte nach nebenan laufen und Sams Schwestern fragen, ob sie mir was für sie mitgeben wollen”, schlug Bricker vor.
„Ja, sehr gut”, stimmte er ihm zu. „Also gut, ich fahre Sam zurück zum Cottage der Latimers, danach treffen wir uns am Cardwell Lake. Ich rufe auf deinem Mobiltelefon an, sobald ich da bin. Dann können wir uns abstimmen, wer wohin fahren muss.”
„Hört sich gut an”, fand Decker.
„Finde ich auch”, stimmte Bricker ihm zu und fragte noch: „Soll ich dir was Bestimmtes einpacken? Irgendwas, das Sam sexy finden könnte?”
„Bricker”, knurrte Mortimer warnend.
„Ach, stimmt, so was hast du ja gar nicht, richtig?”, zog der jüngere Mann ihn auf. „Ich könnte dir was ausleihen.” „Justin!”, herrschte er ihn an.
„Meine schwarze Lederhose dürfte dir gut stehen”, überlegte Bricker vergnügt, während Decker im Hintergrund kicherte. „Sie ist vielleicht ein bisschen eng, aber dann sieht sie sowieso erst richtig gut aus. Oh ja, und bevor wir abgefahren sind, habe ich mir einen neuen Tanga mit Zebramuster gekauft. Der ist noch ungetragen, den könntest du.... ”
Mortimer klappte sein Telefon zu und beendete damit die Verbindung. Auch wenn sein Partner ihm auf die Nerven ging, musste er doch grinsen. Ein Tanga mit Zebramuster? Lieber Gott! Die Lederhose dagegen wäre vielleicht gar nicht so verkehrt gewesen. Ihm war sehr wohl aufgefallen, wie die Frauen Bricker ansahen, wenn der diese Lederhose trug, und es wäre ihm durchaus angenehm, von Sam auch so angesehen zu werden.
Sam ging in dem kleinen Vorraum im Gäste-Cottage der Latimers auf und ab, dann blieb sie am Fenster stehen und warf einen Blick hinaus. Draußen war alles einfach nur pechschwarz. Jemand hätte zwei Meter von ihr entfernt stehen können und es wäre ihr nicht möglich gewesen, ihn zu erkennen.
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