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Immer für dich da (German Edition)

Immer für dich da (German Edition)

Titel: Immer für dich da (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kristin Hannah
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alledem sagen.« Er betrachtete sie aufmerksam. Sie erkannte, wie viel ihm dieses Gespräch – wie viel Tully – ihm bedeutete. Das änderte plötzlich alles und erwischte sie kalt. Auf einmal machte sie sich Sorgen, dass Tully diesem Mann weh tun würde, denn er sah wirklich nicht so aus, als hätte er die Kraft, noch einen weiteren Schicksalsschlag einzustecken. Doch bevor sie ihm seine Frage beantworten konnte, war Tully zurück, eine Kellnerin mit grellroten Haaren im Schlepptau.
    »Und?«, fragte sie leicht außer Atem und sah Kate grimmig an. »Seid ihr jetzt Freunde?«
    Chad blickte als Erster zu ihr. »Ja, wir sind Freunde.«
    »Ausgezeichnet«, meinte Tully und setzte sich auf seinen Schoß. »So, wer will Apfelkuchen?«
    Chad setzte sie zwei Blocks vom Wohnheim entfernt ab.
    »Schön, Sie kennengelernt zu haben«, sagte Kate beim Aussteigen. Dann wartete sie auf dem Bürgersteig, bis Tully sich von ihm verabschiedet hatte.
    Endlich stieg auch sie aus und winkte dem schwarzen Ford Mustang hinterher.
    »Und«, fragte sie dann, »sieht er nicht gut aus?«
    Kate nickte. »Allerdings.«
    »Und cool, oder?«
    »Ziemlich.« Sie wollte sich in Bewegung setzen, aber Tully packte sie am Ärmel und wirbelte sie zu sich herum.
    »Hat er dir gefallen?«
    »Natürlich. Er hat einen ausgeprägten Sinn für Humor.«
    »Aber?«
    Kate biss sich auf die Lippe und versuchte, Zeit zu gewinnen. Sie wollte Tully weder verärgern noch verletzen, aber anlügen wollte sie sie auch nicht. Was wäre sie sonst für eine Freundin gewesen? Wenn sie aufrichtig war, musste sie zugeben, dass Chad ihr wirklich gefallen hatte. Sie glaubte auch, dass ihm ernsthaft etwas an Tully lag. Trotzdem hatte sie ein schlechtes Gefühl, wenn sie an eine Beziehung der beiden dachte, und das hatte sich durch die Begegnung mit ihm nur noch verstärkt.
    »Komm schon, Katie, langsam machst du mir Angst.«
    »Ich wollte ja nichts sagen, Tully, aber da du mich so drängst … Ich finde, du solltest dich nicht mehr mit ihm treffen.« Kaum hatte sie angefangen, konnte sie nicht mehr aufhören. »Ich meine, er ist einunddreißig! Er hat eine Frau und eine vierjährige Tochter, die er nie sieht. Wenn du dich mit ihm in der Öffentlichkeit zeigst, wird er gefeuert. Was soll denn das für eine Beziehung werden? Außerdem verpasst du deine Collegejahre.«
    Tully trat einen Schritt zurück. »Ich verpasse meine Collegejahre? Du meinst die Kostümpartys und Besäufnisse? Oder meinst du die Verabredungen mit solchen Blödmännern, wie du sie bevorzugst – die meisten sind doch kaum intelligenter als ein Hush Puppy.«
    »Vielleicht sollten wir einfach sagen, dass wir unterschiedlicher Meinung sind …«
    »Du glaubst doch, ich wäre mit ihm zusammen, weil es gut für meine Karriere ist, oder? Um bessere Noten oder eine Stelle beim Sender zu kriegen.«
    »Und? Stimmt das nicht? Nur ein kleines bisschen?« Doch kaum war das heraus, wusste Kate, dass es ein Fehler gewesen war. »Tut mir leid.« Sie streckte die Hand nach ihrer Freundin aus. »Das hab ich nicht so gemeint.«
    Tully riss sich von ihr los. »Natürlich hast du es so gemeint. Schließlich bist du Miss Perfekt mit der Märchenfamilie und den tollen Noten. Keine Ahnung, warum du dich überhaupt mit mir Karriereflittchen abgibst!«
    »Warte!«, rief Kate, doch da hatte Tully bereits auf dem Absatz kehrtgemacht und rannte die dunkle Straße hinunter.

Kapitel 10
     
    D en ganzen Weg bis zur Bushaltestelle rannte Tully.
    »Miststück«, knurrte sie und wischte sich die Tränen ab.
    »Miststück«, murmelte sie noch einmal, als der Bus kam und sie einstieg. »Miststück«, zischte sie ein drittes Mal, als sie sich hinsetzte.
    Wie hatte Kate nur so mit ihr reden können?
    Nicht ganz einen Block von Chads Haus entfernt hielt der Bus. Sie rannte die Strecke bis zu dem kleinen einstöckigen Haus und klopfte an die Tür.
    Fast sofort darauf öffnete er. Er trug eine alte graue Jogginghose und ein Rolling-Stones-Shirt, und an der Art, wie er lächelte, erkannte sie, dass er sie erwartet hatte. »Hey, Tully.«
    »Gehen wir ins Bett«, wisperte sie und schob die Hände unter sein T-Shirt.
    Sie taumelten in inniger Umarmung durch das Haus, bis sie in dem kleinen Schlafzimmer gelandet waren. Den ganzen Weg dorthin küsste sie ihn leidenschaftlich, weil sie ihm nicht in die Augen sehen wollte, es einfach nicht konnte. Als sie aufs Bett fielen, waren beide nackt und voller Verlangen.
    In der Berührung seines Mundes und

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