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In deiner Hand

In deiner Hand

Titel: In deiner Hand Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Joey Tintenfee Lewis
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hochgezogener Augenbraue an, aber er registrierte das gar nicht. Er saß einfach nur mit zur Decke gerichtetem Blick da und schien sich wirklich zu wundern. Das Telefon klingelte. Ich beließ es dabei und wartete darauf, dass am anderen Ende aufgelegt wurde. Mir fehlte schlicht und ergreifend die Motivation abzuheben und mich von irgendeinem Heini vollsülzen zu lassen. Außerdem stand es im Wohnzimmer und ich hatte noch weitaus weniger Lust Annie unter die Augen zu treten. Dass es Mum sein könnte, die mit mir sprechen wollte, auf den Gedanken kam ich im ersten Augenblick überhaupt nicht.
„Willst du nicht ran gehen?“ Brian musterte mich von der Seite.
Ich zuckte lustlos mit den Schultern. „Eigentlich nicht.“
Wer auch immer es war, er blieb verdammt hartnäckig. Unglaublich wie penetrant ein Mensch sein konnte! Es klingelte Sturm und das mehrere Minuten am Stück. Schließlich kam Annie wie ein Elefant in die Küche gestampft und knallte das schnurlose Haustelefon auf den Küchentisch.
„Geh ran, sonst werf ich das Scheißding aus dem Fenster!“, schnauzte sie. Natürlich blieb sie neben mir stehen, wenn auch ziemlich verkrampft. Sie wollte sicher wissen, wer da so nervtötend sein konnte. Mich interessierte es mittlerweile auch. Seufzend nahm ich den Anruf entgegen.
„VERRY JONES!“, donnerte es sofort am anderen Ende ehe ich dazu kam auch nur ein „Hallo?“ hervorzubringen. Rex! Ach du Scheiße!
Woher zum Teufel wusste die denn, dass ich rangehen würde?
„Jetzt erzähl mir bloß keine Ausreden! Die Krankmeldung deiner Mutter schloss den Freitag ein! Wir haben Montag und keine weiteren Nachrichten sind im Sekretariat eingegangen. Also wo zum Teufel steckst du? Und vielleicht verrätst du mir auch gleich, wieso Erik Haiss und deine Freundin Annie ebenfalls nicht anwesend sind? Ganz zu schweigen von diesem Vollidioten Farmer!“, murmelte sie den letzten Satz bevor sie wieder lauter wurde. „Meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt, also lass dir verdammt nochmal eine gute Ausrede einfallen!“ Ich hielt den Hörer weit genug weg, dass auch Annie und Brian die alte Pute am Telefon schreien hören konnten. Annie zog zischend die Luft ein und Brian glotzte ungläubig auf den Hörer.
„Sie nennt mich einen Vollidiot?“, murmelte er verstimmt.
„Sie meint es bestimmt nicht so“, erklärte ich ihm und tätschelte unbewusst seine Schulter. Annie machte ein merkwürdiges Geräusch. Ich sah zu ihr. Sie starrte Brian jetzt mit so großen Augen an, dass ich befürchtete sie würden ihr einfach aus den Höhlen fallen.
„OH … MEIN … GOTT“, stieß sie hervor und bekam den Mund nicht mehr zu.
„WAR DAS GERADE DEINE FREUNDIN?“, blökte Rex prompt. Na geil! „Wenn ich euch in die Finger kriege! VERWEIS! Sofortiger SCHULVERWEIS! Was glaubt ihr eigentlich wer ihr seid? BLAUE BRIEFE! Und eure ELTERN … oh ja euren Eltern werde ich einen netten Brief schreiben … Das ist wirklich doch die Höhe, das ALLERLET…“ Ich legte einfach auf. Annie hob die Hände an den Mund.
„Sie wird uns von der Schule schmeißen!“, stieß sie hervor. Im selben Atemzug kreischte sie: „DAS IST GADGET!“ und deutete mit zitternden Händen auf Brian. „Das ist unmöglich!“ Sie sah mich an, in der Hoffnung, dass ich es abstreiten würde, was ich nicht tat. Sie holte tief Luft und wiederholte „Das ist Gadget!“ Sie schwieg, aber nur solange bis sie ihn einmal von Kopf bis Fuß gemustert hatte.
„Meine Güte. Ich dachte Sie sind mindestens Sechzig“, platzte sie heraus und schüttelte fassungslos den Kopf. „Ich muss mich hinsetzen!“ Wie ein Sandsack plumpste sie auf den Stuhl, legte den Kopf in die Hände und schüttelte diesen weiter. „Das glaub ich einfach nicht!“ Unterdessen schrillte das Telefon erneut. Rex wollte einfach nicht aufgeben! Fehlte noch, dass die Schnalle vor meiner Haustür auftauchte.
„Fuck!“, stieß ich hervor und starrte auf das klingelnde Handy. „Wir müssen irgendetwas machen, nicht dass die hier auftaucht!“
„Geh ran! Erzähl ihr irgendetwas!“ Annie hatte wohl völlig vergessen, Angst vor mir zu haben, und stellte sich ganz nah neben mich. Immer noch starrte sie Brian völlig baff an. „Das ist der absolute Oberhammer!“, flüsterte sie fasziniert.
„Was sollen wir tun, was meinst du?“, wollte ich wissen und sah Brian hilfesuchend an. Der zuckte mit den Schultern.
„Linda sollte eigentlich längst einen Grund für unsere Abwesenheit vorgetragen haben.“
„Ihr duzt

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