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JULIA ARZTROMAN Band 26

JULIA ARZTROMAN Band 26

Titel: JULIA ARZTROMAN Band 26 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: JOSIE METCALFE CAROLINE ANDERSON SARAH MORGAN
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wohlverdienten Ruhestand, und den Nachmittag wie gewohnt mit seiner Frau beim Tee gesessen. Plötzlich war von einer Minute zur nächsten alles anders geworden. Voller Angst rief seine Betty einen Krankenwagen, und Maggie musste zum Defibrillator greifen, um das Herz des alten Fischers wieder zum Schlagen zu bringen.
    Nein, sie würde nicht hier sitzen und in Depressionen verfallen. Und wenn sie nicht persönlich zu den Plätzen ihrer Erinnerung reisen konnte, würde sie es eben in Gedanken tun. Vielleicht fand sie Antworten auf all die Fragen, die sie in ihrem Leben beschäftigt hatten.
    „Also deshalb hast du nicht Medizin studiert“, sagte Adam erstaunt, und es klang, als hätte er gerade die Geheimnisse des Universums entziffert. „Als wir uns in London trafen, konnte ich es kaum glauben, dass du stattdessen eine Ausbildung zur Sanitäterin gemacht hast. Du warst so fleißig in der Schule. Ich hatte fest damit gerechnet, dass du mir eines Tages auf dem Campus auf die Schulter tippen und sagen würdest: Ich hab’s geschafft.“
    Maggie musste lachen. „Genau das hatte ich geplant!“
    „Und später, nachdem deine Mutter gestorben war?“
    „Ich konnte es mir nicht leisten“, gab sie zu. „Ein Medizinstudium dauert lange und ist sehr teuer. Wie sollte ich das ohne finanzielle Unterstützung schaffen? Zuerst hatte ich überlegt, das Cottage zu verkaufen, aber …“
    „Es ist alles, was dir von deiner Familie noch geblieben ist“, beendete er den Satz für sie. „Vielleicht war das einer der Gründe, warum ich damals nicht mehr nach Penhally Bay gekommen bin. Ich wollte unser Haus so in Erinnerung behalten, wie ich es als Kind geliebt hatte. Und nicht sehen, dass jemand anders darin wohnt.“
    „Aber jetzt wirst du fast jeden Tag daran vorbeigehen, wenn du Hausbesuche machst. Fällt es dir immer noch schwer?“
    „Nein. Es ist kaum wiederzuerkennen. Die Steinwände sind weiß gestrichen, die Fensterläden nur Attrappen.“
    „Und die Rahmen aus Plastik und die neue Haustür auch.“
    Adam lachte leise. „Mir ist unbegreiflich, warum die Leute das für eine Verbesserung halten. Die groben Steinmauern, die Schieferdächer und die Schiebefenster machen ja gerade den Charme der Fischerhäuser aus.“
    „Du weißt doch, was man über die Zugezogenen sagt.“ Maggie ahmte den kornischen Akzent nach: „Über Geschmack lässt sich nicht streiten – entweder man hat ihn, oder man hat ihn nicht.“
    „Richtig“, antwortete er lachend. „Die meisten haben keine Skrupel, ihre protzigen Villen zwischen die alten Cottages zu zwängen. Ehe man sich’s versieht, sind malerische Küstendörfer voll mit Zweit-, Dritt- und Viertferienhäusern.“
    „Zum Glück werden sie nur im Sommer bewohnt“, tröstete sie ihn. „Manche vielleicht nur vierzehn Tage im Jahr. Bevor die Herbststürme kommen, sind wir Einheimischen wieder unter uns, und das Leben geht seinen normalen Gang.“
    „Und ihr Sanitäter könnt aufatmen?“
    „Oh ja! Während der Sommerferien fallen Tausende von Teenagern aus Londoner Privatschulen in Cornwall ein. Zwei Wochen lang tummeln sie sich am Strand, feiern und trinken mehr, als gut für sie ist, und prügeln sich mit Schülern rivalisierender Schulen. Kommen vielleicht noch Drogen hinzu, hast du eine explosive Mischung.“
    „Unternehmen die Behörden nichts dagegen?“
    „Doch, die Polizei ist ständig im Einsatz. Alkohol- und Drogenkontrolle, nächtliche Sperrstunde am Strand.“ Maggie lachte trocken. „Sie riskieren Leib und Leben, wenn sie bei den Raufereien dazwischengehen. Und wir Sanitäter mittendrin. Wir versorgen Platzwunden, Prellungen, Alkoholvergiftungen. Zum Glück haben wir noch Orte wie Padstow. Die kulturellen Angebote sind vielfältig, und es gibt einige gute Cafés und Restaurants.“
    „Hättest du Lust, einen Abend nach Padstow zu fahren, sobald das hier überstanden ist? Es wäre doch ein Grund zum Feiern.“
    Maggies Herz geriet kurz aus dem Takt und schlug dann schneller weiter. Sie suchte nach Worten, aber ihr fiel nichts Besseres ein, als direkt nachzufragen: „Adam, hast du mich gerade zum Essen eingeladen?“
    „Ich muss ziemlich aus der Übung sein“, meinte er verlegen. „Lass es mich noch mal versuchen. Also, hast du ein Lieblingsrestaurant in Padstow, Maggie? Gehst du mit mir aus?“
    Der Gedanke war unbeschreiblich verlockend. Schon mit fünfzehn hatte sie davon geträumt. Aber es gab ein unüberwindliches Hindernis.
    „Und deine Frau hat nichts

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