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Julia Extra Band 377

Julia Extra Band 377

Titel: Julia Extra Band 377 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kim Lawrence , Melanie Milburne , Jacqueline Baird , Lynne Graham , Aimee Carson
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nicht zu Hause war. Die Handwerker würden vor der Tür stehen. Erschöpft erzählte Beth in dürren Worten, was am Abend mit ihr passiert war und bat Janet, die Handwerker auf morgen zu vertrösten. Sie wollte erst mal allein sein, wenn sie nach Hause kam. Später würde Dante ja eintreffen, erklärte sie. Dann beendete sie das Gespräch.
    Kurz darauf ging die Tür auf, und Dante kam herein. Sein markantes Gesicht wirkte eingefallen. Zum Rasieren schien er keine Zeit gehabt zu haben. Die Lippen waren zusammengepresst, und seine ausdrucksvollen Augen suchten Beths Blick.
    Endlich ein Lichtblick! Sie liebte Dante so sehr. Beth stand auf. Vielleicht konnte er ihr den tiefen Schmerz nehmen und sie einfach tröstend in die Arme nehmen. Doch Dante blieb an der Tür stehen und blickte Beth nur starr an.
    „Wie fühlst du dich, Beth?“
    Das schien seine Lieblingsfrage zu sein. Das Fünkchen Hoffnung auf Liebe und Geborgenheit erlosch. Insgeheim hatte sie geahnt, dass es Dante nur um das Baby gegangen war, nicht um sie. Sein Interesse an ihr war mit dem Verlust des Babys erloschen. Beth fröstelte und fühlte sich wieder wie erstarrt. „Gut. Können wir jetzt gehen?“
    Das Gefühlswirrwarr aus Angst und Wut, das Dante beherrschte, seit er um Mitternacht von der Tragödie erfahren hatte, legte sich etwas. Beth war blass und doch auf eine tragische Weise so schön. Er wünschte, er wäre da gewesen, als sie ihn gebraucht hatte. Er wollte sie in die Arme nehmen …
    „Ich muss Binkie füttern.“
    „Jetzt vergiss doch mal den blöden Kater!“ Dante drohte nun doch die Nerven zu verlieren. „Ich habe mit dem Arzt gesprochen. Du hast das Baby verloren und Prellungen und eine Wunde am Rücken erlitten. Was hat dich nur dazu getrieben, dich bei einlaufender Flut ins Wasser zu stürzen? Du hättest sterben können!“
    „Ich will jetzt nicht darüber sprechen. Wenn du mich nicht nach Hause bringen willst, rufe ich mir ein Taxi.“ Beth griff nach ihrer Tasche, ohne ihn eines Blickes zu würdigen, und wollte zur Tür gehen.
    Frustriert fuhr Dante sich durchs Haar. Es stand ihm nicht zu, wütend auf Beth zu sein. Sie war seine Frau und hatte gerade ihr Baby verloren. Er hatte versprochen, auf sie beide aufzupassen und kläglich versagt.
    Verzweifelt hielt er Beth am Arm fest, als sie an ihm vorbei wollte, und zog sie an sich. „Entschuldige bitte. Ich wollte dich nicht verletzen.“
    Auch in seinen Armen fand Beth keinen Trost, denn die Geste kam zu spät. „Schon gut“, sagte sie ausdruckslos. „Ich habe gerade darüber nachgedacht, was alles passiert ist, seit wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Du hast recht, ich bin schuldig im Sinne der Anklage. Ich habe dein Baby verloren.“
    „ Dio! So habe ich das doch nicht gemeint!“
    „Kann sein“, antwortete sie ungerührt. „Aber es ist leider so. Was gestern passiert ist, beweist den Wahrheitsgehalt des alten Sprichworts ‚Keine gute Tat bleibt ungestraft‘. Heute ist mir bewusst geworden, dass dieses Sprichwort sich durch mein Leben zieht. Ich habe zwei Jungen, die ich für meine Freunde gehalten habe, angeboten, sie in meinem Auto mitzunehmen, und bin zum Dank im Gefängnis gelandet. Ich habe einem kleinen Mädchen das Leben gerettet und dafür mein Baby verloren. Ich sehe jetzt ein, dass es am besten ist, sich nur um sich selbst zu kümmern. Können wir endlich los? Ich will nach Hause.“
    Beunruhigt betrachtete Dante ihr blasses Gesicht. Der Arzt hatte ihm versichert, die Verletzungen würden keine bleibenden Schäden hinterlassen. Allerdings musste damit gerechnet werden, dass sie eine Zeit lang unter Depressionen leiden werde. Er sollte einfach geduldig mit ihr sein.
    Und was tue ich? Ich brülle sie an. Dante schämte sich in Grund und Boden.
    Er atmete tief durch. „Dann komm, Beth“, sagte er versöhnlich, nahm ihr die Tasche ab, hakte Beth unter und verließ mit ihr das Krankenhaus.
    Auf der Heimfahrt warf er ihr immer wieder besorgte Seitenblicke zu. Sie hatte sich zurückgelehnt und die Augen geschlossen. Dante war erleichtert, denn er hatte keine Ahnung, wie er seine Gefühle in Worte fassen sollte.
    Kaum hatte Beth die Haustür aufgeschlossen, kam auch schon Binkie angelaufen. Beth hob ihn hoch, streichelte ihn und sprach beruhigend auf ihn ein, während sie in die Küche ging, ihn dort absetzte und eine Dose mit Hühnchen in seinen Fressnapf füllte. Als der Kater anfing zu fressen, machte Beth Kaffee. Vielleicht um zu beweisen, dass sie das Baby

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