Koenigsmoerder
nicht auf diese Art, sondern weil jetzt eine Härte in ihm war, die sie bis zu diesem Moment nur in sich selbst wahrgenommen hatte. Sie hatte ihm das angetan, und sie war nicht stolz darauf, es zu erfahren.
»Ich liebe ihn wirklich, Matt«, sagte sie, während sie sich an einem herausgezogenen Faden in dem Stoff zu schaffen machte, der sich über ihr Knie spannte. Er musste ihr glauben. »Das ist keine Entschuldigung für das, was ich getan habe, aber ich nehme an, es ist ein Grund.«
Er nickte. »Wahrscheinlich.«
»Wohlgemerkt, ich bin mir nicht sicher, warum ich ihn liebe. Ich 328
spreche von dem Sinn hinter dem Ganzen, nicht von den einzelnen Eigenschaften an ihm, die mich schwach werden lassen. Und es muss einen Sinn geben, Matt. Nicht wahr? Die Prophezeiung hätte uns nicht für so lange Zeit und auf solche Weise zusammengeführt, wenn es keinen Sinn gäbe?«
»Du fragst den Falschen. Ich habe nie viel verstanden von der Prophezeiung oder davon, wie sie funktioniert.«
»Und doch bist du ihr dein Leben lang gefolgt. Bist du mir gefolgt. Warum?«
Er schenkte ihr ein gequältes Lächeln. »Warum jagt ein Hund Kaninchen, Dathne? Weil es seinem Wesen entspricht.«
In all den Jahren, die sie ihn nun kannte, hatte sie ihn niemals so mutlos erlebt.
»Wir können uns jetzt keine Zweifel leisten, Matt. Wir sind zu weit gegangen.
Haben zu viel riskiert und noch mehr geopfert. Wir müssen dies bis zum Ende durchführen, ganz gleich, wie bitter dieses Ende sein mag.«
»Das weiß ich«, erwiderte er. »Ich bin hier, nicht wahr?«
Sie sehnte sich danach, ihn zu berühren, fürchtete aber, dass er sie zurückweisen könnte. »Was ich mit Asher getan habe, war niemals eine Belanglosigkeit. Es war mir ernst, als ich sagte, dass wir miteinander den Ehebund eingegangen sind, ob nun mit Barlsmann oder ohne. Sein Herz gehört mir, Matt, und meins gehört ihm, ganz gleich, was kommt.«
»Ich weiß«, antwortete er. »Wenn ich dächte, dass es dir etwas bedeuten würde, würde ich sagen, dass ich dir Glück wünsche.«
Sie spürte, wie ihr brennende Tränen in die müden Augen stiegen. Vor der vergangenen Nacht hatte sie niemals vor Matt geweint. Es war eine Frage des Stolzes gewesen und, wie sie dachte, der Notwendigkeit. Aber solche Dinge schienen jetzt sinnlos zu sein, daher ließ sie sie fallen. »Es bedeutet mir etwas«, flüsterte sie und krampfte die Finger in den Stoff ihres Rockes. »Du darfst niemals denken, dass es mir nichts bedeuten würde.«
»Gut«, sagte er. »Das freut mich.«
»Ich kann nicht glauben, dass er ihre Magie hat«, erwiderte sie. »Er hat es schneien lassen, direkt unter meinem Dach. Wie kann ein Olk das tun?«
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Matt schüttelte den Kopf. »Ich weiß es nicht. Es sei denn...« »Es sei denn, was?«
»Könnte er doranisches Blut in sich haben?«
Der bloße Gedanke war ungeheuerlich. »Wie? Unsere Völker mischen sich nicht miteinander, es ist verboten!«
Matt schnaubte. »Olkische Magie ist verboten, Dathne, und doch besitzen wir sie.
Bist du nicht diejenige, die immer sagte, dass mit der Prophezeiung alles möglich sei?«
»Ja, aber...« Sie schüttelte den Kopf. »Es ist nicht wichtig. Er besitzt ihre Magie, und ich habe es nicht gespürt. Wie ist das möglich? Es ist meine Aufgabe, den Unschuldigen Magier besser zu kennen, als er selbst sich kennt! Und jetzt wird er vielleicht sterben, weil ich versagt habe!«
Nun kam Matt doch noch auf sie zu und nahm sie in seine starken, schützenden Arme. Er roch nach Schweiß und Leder, und seine Weste fühlte sich warm an unter ihrer Wange, während er sie an die Brust gedrückt hielt. »Du darfst den Glauben nicht verlieren, Dathne. Wir müssen auf die Prophezeiung vertrauen.«
»Das tue ich«, schluchzte sie. »Das tue ich. Oh, Matt, ich bedauere so sehr, dass ich dich fortgeschickt habe. Ich bedauere, dass ich immer so schroff zu dir war und dich auf Abstand gehalten habe. Ich dachte, es sei das Beste. Ich dachte, ich würde dich damit beschützen.«
»Das weiß ich«, sagte er und legte die Wange auf ihr ungebändigtes, offenes Haar. »Ich habe es immer gewusst. Und obwohl es mich manchmal geärgert hat, habe ich dir deine Barschheit nie übel genommen. Es ist eine unerbittliche Last, die du in all diesen Jahren getragen hast, Dathne, und mein einzig echter Kummer war der, dass ich dir davon nicht mehr habe abnehmen können.«
»Du hast mir eine Menge abgenommen, Matt. Du wirst niemals wissen, wie viel.
Es gab Zeiten, da dachte
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