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Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1)

Titel: Leviathan erwacht - Corey, J: Leviathan erwacht - Leviathan Wakes (The Expanse Series Book 1) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James S. A. Corey
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Miller gab sein Ticket zurück, erhielt eine kleine Erstattung und gab ein Drittel der verbliebenen Summe für das Ticket nach Eros aus. Trotzdem, es hätte schlimmer kommen können. Er hätte schon vor dem Eingang der Nachricht unterwegs sein können. Er musste lernen, so etwas als Glück und nicht als Pech zu betrachten.
    Ein Klingeln, das an eine leicht angeschlagene Triangel erinnerte, bestätigte die Buchung.
    »Hoffentlich liege ich richtig«, sagte er zu Julie. »Wenn Holden nicht da ist, werde ich mir ziemlich dumm vorkommen.«
    Er lächelte wehmütig.
    Das ganze Leben ist ein Risiko, antwortete sie.

21 Holden
    Schiffe waren klein. Umbauter Raum war kostbar, und selbst auf einem Monstrum wie der Donnager waren die Korridore und Abteile eng und unbequem. Auf der Rosinante gab es nur zwei Räume, wo Holden die Arme ausbreiten konnte, ohne die Wände zu berühren: die Kantine und den Frachtraum. Niemand, der beruflich flog, litt unter Platzangst, aber selbst der abgebrühteste Prospektor im Gürtel kannte die Spannungen, die sich einstellten, wenn man zu lange im Schiff hockte. Es war die alte Stressreaktion eines gefangenen Tiers, das Wissen, dass man nichts sehen und da draußen nicht einfach an einen anderen Ort gehen konnte. Wenn sie endlich im Hafen das Schiff verlassen und die Spannung abbauen konnten, wurde ihnen beinahe schwindlig vor Erleichterung.
    Oft nahm es die Form eines Wetttrinkens an.
    Wie alle berufsmäßigen Raumfahrer hatte auch Holden nach langen Flügen manchmal bis zur Bewusstlosigkeit getrunken. Mehr als einmal hatte er ein Bordell aufgesucht und es erst wieder verlassen, wenn sie ihn mit leerem Konto, wunden Lenden und einer Prostata, die so trocken war wie die Sahara, wieder hinausgeworfen hatten. Als Amos nach drei Tagen in sein Zimmer stolperte, wusste Holden genau, wie sich der große Mechaniker fühlte.
    Holden und Alex teilten sich das Sofa und verfolgten einen Nachrichtenfeed. Zwei Ansager diskutierten über die Taten der Gürtler und verwendeten Worte wie Kriminelle , Terroristen und Sabotage . Die Marsianer waren dagegen die »Friedenshüter«. Es war ein marsianischer Kanal. Amos schnaubte und ließ sich auf das Sofa fallen. Holden stellte den Ton stumm.
    »Na, Matrose, wie war der Landgang?«, fragte Holden grinsend.
    »Ich werde nie wieder etwas trinken«, stöhnte Amos.
    »Naomi holt gerade aus dem Sushi-Restaurant etwas zu essen«, verkündete Alex. »Schöner roher Fisch in künstlichem Seetang.«
    Amos stöhnte wieder.
    »Das war gar nicht nett, Alex«, schalt Holden ihn. »Lassen Sie doch die Leber des Mannes in Frieden abtreten.«
    Die Tür der Suite ging abermals auf, und Naomi kam mit einem hohen Stapel weißer Schachteln herein.
    »Da wäre das Essen«, sagte sie.
    Alex öffnete alle Schachteln und verteilte kleine Wegwerfteller.
    »Jedes Mal, wenn Sie das Essen besorgen, bringen Sie Lachsröllchen mit. Das nenne ich einen Mangel an Fantasie«, klagte Holden, während er seinen Teller füllte.
    »Ich mag Lachs«, erwiderte Naomi.
    Es wurde still im Raum, als sie aßen. Die einzigen Geräusche waren das Klicken der Essstäbchen aus Plastik und das Schmatzen, wenn sie ihre Happen in Wasabi- und Sojasoße tunkten. Als sie aufgegessen hatten, wischte Holden sich die Augen trocken, die von den scharfen Gewürzen tränten, und lehnte sich weit zurück. Amos benutzte ein Essstäbchen, um sich unter der Schiene am Bein zu kratzen.
    »Ihr habt das ganz gut hingekriegt«, sagte er. »Es ist im Moment der Körperteil, der am wenigsten wehtut.«
    Naomi schnappte sich die Fernbedienung aus Holdens Armlehne, schaltete den Ton wieder ein und probierte mehrere Kanäle durch. Alex schloss die Augen und ließ sich auf dem Zweiersofa nieder, verschränkte die Hände vor dem Bauch und seufzte zufrieden. Holden verspürte dagegen eine unerklärliche und irrationale Gereiztheit, da es seiner Mannschaft so gut ging.
    »Habt ihr jetzt lange genug an Freds Zitzen gehangen?«, fragte er. »Mir reicht es.«
    »Was reden Sie da?«, widersprach Amos kopfschüttelnd. »Ich habe gerade erst angefangen.«
    »Die Frage ist doch«, erwiderte Holden, »wie lange wir auf Freds Kosten auf Tycho herumhängen, trinken und herumhuren und Sushi essen wollen.«
    »So lange, wie ich kann«, erwiderte Alex.
    »Demnach haben Sie wohl einen besseren Plan«, warf Naomi ein.
    »Einen Plan habe ich nicht, aber ich will etwas unternehmen. Als wir herkamen, waren wir voller Zorn und Rachsucht. Ein paarmal einen

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