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Miteinander reden 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung; Differentielle Psychologie der Kommunikation (German Edition)

Miteinander reden 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung; Differentielle Psychologie der Kommunikation (German Edition)

Titel: Miteinander reden 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung; Differentielle Psychologie der Kommunikation (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Friedemann Schulz von Thun
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sich selbst. Bei Ihnen geht er in Richtung Autonomie. Werden Sie sich Ihres Eigenwertes bewusst und Ihrer Möglichkeiten, das Leben eigenständig zu meistern und zu genießen. Jetzt haben Sie sich «ausgerechnet» einen solchen Distanz-Partner gesucht. Als Psychologen gehen wir davon aus, dass hier niemals «der blinde Zufall sinnlos waltet», sondern dass Ihnen bei dieser Wahl Ihr Unbewusstes soufflierte. Vielleicht liegt der geheime Sinn darin, dass dieser Partner, indem er Sie nicht umschwärmt und ständig umsorgt, Sie auf sich selbst zurückweist. Indem Sie die dadurch ausgelöste Krise als Entwicklungschance begreifen, nehmen Sie die Herausforderung an. Sollten Sie sich in dieser Hinsicht für einen «schwierigen Fall» halten, nehmen Sie sich ruhig einen professionellen «Entwicklungshelfer»!
    7. Trennung und Verantwortung. Vielleicht merken Sie nach einiger oder auch nach längerer Zeit, dass sich Ihre Geduld erschöpft und dass Sie nicht mehr darauf warten wollen und können, das vom Partner zu erhalten, wonach Sie sich sehnen. Versuchen Sie dann die Kraft aufzubringen, sich zu trennen, wenn das irgend möglich ist. Sie laufen sonst Gefahr, emotional zu verhungern und dem anderen die Schuld für Ihr Lebenselend aufzubürden («Du hast mein Leben zerstört! Wie schön könnte es sein, wenn du etwas ‹normaler› wärest!»). Umgekehrt gilt: Wenn Sie bleiben und sich nicht trennen, übernehmen Sie dafür die Verantwortung! Sie haben sich entschieden, mit diesem Partner zu leben. Und bei aller Enttäuschung haben Sie ganz sicher gute Gründe, bei ihm zu bleiben.
    Empfehlungen an den Distanz-Partner
    1. Studieren Sie die Empfehlungen, die sich an den Nähe-Partner richten , denn diese betreffen auch Sie!
    2. Polarisierung und Delegation erkennen! Behalten Sie im Blick, dass Ihr Partner, der Sie so einengt und besitzergreifend verfolgt, jenes Element von Nähe und Zusammengehörigkeit verkörpert, das Sie sich vielleicht auch wünschen, aber zurzeit an den Partner delegiert haben.
    3. Sich auf die eigenen Schliche kommen. Dass Sie so viel an ihm auszusetzen haben, kann auch das Ergebnis einer inneren Abwehrmaßnahme sein. Ihr Distanzbedürfnis ist weniger die Folge seiner Unattraktivität, sondern umgekehrt seine Unattraktivität die Folge Ihres Distanzbedürfnisses!
    4. Abgrenzung im Kontakt. Wenn Sie viel Zeit für sich selbst brauchen und Ihre seelische Erholung im Rückzug vom Kontakt liegt, wenn Kontakte für Sie «anstrengend» sind, dann kann es sein, dass Sie sich im Kontakt schlecht abgrenzen können und daher übermäßig anstrengen. Vielleicht geben Sie sich eine Spur freundlicher, interessierter, wortreicher oder auch zurückhaltender, gesitteter, liebevoller, mitteilungsfreudiger, rücksichtsvoller, als Ihnen zumute ist. Mag die Abweichung nur eine Winzigkeit ausmachen: Sie frisst mit der Zeit viel Energie – und der Rückzug ins stille Kämmerlein wird zur Erlösung. Wenn dem so ist, sollten Sie Ihren Kompass neu einstellen: Sobald Sie sich die eigenen Grenzen auch im Kontakt eingestehen und sich ihnen entsprechend verhalten, anstatt sich immer neue Zwänge aufzuerlegen, können Sie bald darauf verzichten, fortwährend Ihren «Rückzug zu sichern und die persönlichen Reviergrenzen mit Zähnen und Klauen zu verteidigen».
    5. Miteinander reden, gerade auch über die «unerfreulichen» Punkte. Scheuen Sie sich nicht, die «unbequemen» Punkte Ihrer Partnerschaft anzusprechen, und zwar gerade so, wie Sie sie erleben. Ihr Partner leidet viel mehr unter Ihrer einsilbigen Distanziertheit, als er unter unbequemen Auseinandersetzungen leiden würde. Sollte Ihr Partner vorschlagen, eine Paar-Beratung aufzusuchen, weisen Sie dies nicht gleich von sich! Sie können dort mindestens so viel profitieren wie er, denn Sie erhalten Hilfe im Umgang mit Ihren inneren Vorgängen, und wie Sie wissen oder ahnen, liegt da Ihr schwacher Punkt!
    6. Nicht nach der eigenen Gebrauchsanweisung behandeln. Diese Empfehlung an den Nähe-Partner gilt umgekehrt auch für Sie: Vielleicht denken Sie, wenn es ihm oder überhaupt jemandem schlecht geht, man solle ihn besser in Ruhe lassen und nicht «auch noch» darauf ansprechen! So wäre Ihnen am wohlsten, aber manche Menschen sind anders und brauchen gerade dann Kontakt, liebevolle Zuwendung und Auseinandersetzung.
    7. Eigenentwicklung statt » Werde doch mal etwas selbstständiger!» Auch für Sie gilt, dass Sie wenig tun können, um die Entwicklung Ihres Partners zu

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