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Nachtflug Zur Hölle

Nachtflug Zur Hölle

Titel: Nachtflug Zur Hölle Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dale Brown
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Der Oberstleutnant ist… mein Gott, überall war Blut!«
    »Wie steht’s mit Ihrem Bataillon, Aras? Das muß ich dringend wissen.«
    »Das Vierte… das Bataillon hält trotz schwerster Verluste seine Stellung, General«, sagte Drunga mit zitternder Stimme. »Die erste Kompanie ist beim Angriff fast aufgerieben worden. Dann sollte die zweite Kompanie die Feindpanzer umgehen, aber auch sie hat schwere Verluste gehabt, bis das Flugzeug gekommen ist. Dieses Flugzeug hat uns gerettet, General. Es hat uns gerettet!«
    »Ja, das stimmt, Major«, bestätigte Palcikas. »Major Knasaite …?«
    »Gefallen. Die gesamte erste Kompanie… die meisten… sind gefallen.«
    »Major Balzaraite?«
    »Auch gefallen. Die zweite Kompanie wird jetzt von Hauptmann Meilus geführt, der jedoch verwundet ist. Er soll die linke Hand verloren haben …«
    Als der Major begriff, daß Palcikas einen vollständigen Bericht brauchte – und daß er jetzt Bataillonskommandeur war –, nahm er die Schultern etwas zurück und meldete: »Die zweite Kompanie hat rund ein Drittel ihrer Leute verloren, General; sie wird umgruppiert und hält danach die befohlene Stellung. Major Astriene führt Teile der dritten Kompanie zum Südtor, um es abzuriegeln. Ich empfehle… Entschuldigung, General, aber ich empfehle, unser Bataillon ihm zu übertragen.«
    »Nur bis Sie sich erholt haben, Major Drunga. Nur bis dahin.« Der Sanitäter hüllte den Verwundeten in eine Wolldecke. »Sorgt dafür, daß er bekommt, was er braucht – und Hauptmann Meilus zum Verbandplatz gefahren wird. Leutnant Degutis oder Leutnant Dapkiene soll die Führung der zweiten Kompanie übernehmen.« Palcikas wandte sich an Zukauskas und rieb sich müde die Augen. » Mein Gott, ich muß Leutnants zu Kompaniechefs machen! Noch vor drei Wochen konnten sie keinen brauchbaren Dienstplan aufstellen – und jetzt führen sie ganze Kompanien…«
    »General, Bataillon vier wartet auf Befehle. Soll es weiter zum Sicherheitstrakt vorrücken?«
    »Die Erstürmung hat Zeit, bis klar ist, wer jetzt die Einheiten führt«, wehrte Palcikas ab. »Das Gebäude ist eingekesselt – da kommt keiner raus.«
    »Was für ein Flugzeug ist das gewesen, General? Warum hat es erst uns und dann die Feindpanzer angegriffen?«
    »Eine Maschine der GUS-Streitkräfte muß einen schrecklichen Fehler gemacht haben«, vermutet Palcikas, »oder irgendeine andere Macht hat auf unserer Seite in den Kampf eingegriffen. Ich denke, daß das Flugzeug unseren Fla-Panzer zerstört hat, weil es ihn als Gefahr gesehen hat, aber danach hat es auch die Panzer der Schwarzen Barette als gefährlich eingestuft – und unsere Panzer unbehelligt gelassen. Aber das spielt jetzt keine Rolle. Dieses Schlachtflugzeug hat uns heute nacht gerettet, und wir wollen nichts tun, was seine Befehlshaber verärgern könnte. Als erstes«, fuhr Palcikas fort, »brauche ich die Bereitschaftsmeldungen unserer Flak – und ich will verständigt werden, sobald weitere Flugzeuge aufkreuzen. Aber bevor GUS-Truppen ihren Gegenangriff beginnen können, müssen wir unsere Stellungen verstärken. Ich lasse die Bataillonskommandeure zu mir bitten, um…«
    »Hubschrauber im Anflug!« rief jemand. »Aus Norden!«
    Alle sahen dorthin, aber am Nachthimmel war nichts zu erkennen.
    Das Knattern schneller Hubschrauber begann die noch vereinzelt hörbarer Schüsse zu übertönen. »Langsam drehende Rotoren…
    schwere Hubschrauber, Kampf- oder Transporthubschrauber«, sagte Oberstleutnant Simas Zobarskas, der Kommandeur von Bataillon eins. »Mindestens zwei Maschinen über den Hangars der Entwick-
    »Alle diese Überflüge scheinen sich auf die Entwicklungsabteilung zu konzentrieren«, sagte Palcikas, dessen Neugier geweckt war. Er deutete auf die von der Haubitze der AC-130 hinterlassenen riesigen Granattrichter vor dem vier Meter hohen inneren Sicherheitszaun.
    »Seht euch diese Krater an – genau parallel zum Zaun, der aber unbeschädigt ist. Sie bilden richtige Panzergräben…«
    »Panzergräben?« fragte Zobarskas ungläubig. »Gegen unsere Truppen?«
    »Schwer zu sagen«, meinte Palcikas nachdenklich. »Aber wäre es nur darum gegangen, weitere Vorstöße unserer Panzer zu verhindern, hätten sich wirksamere Methoden angeboten…«
    »Zum Beispiel hätte das Flugzeug uns bombardieren können«, stellte Oberst Zukauskas fest.
    »Das sind keine Bomben gewesen, Vitalis«, widersprach Palcikas.
    »Ich habe während des Luftangriffs deutlich Geschützfeuer

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