Namibia
Landumverteilung politisch missbraucht wird, um Wählerstimmen zu bekommen, kann das böse enden, wie Zimbabwe tragisch zeigt.
Die neue namibische Regierung hat ein besonderes Interesse am Aufbau von Infrastruktur und Industrie in der Four O Region. So sind in den vergangenen 16 Jahren einige Fortschritte erzielt worden, beispielsweise beim Ausbau des Strom- und Telefonnetzes sowie bei der Wasserversorgung. Die vergleichsweise hohe Bevölkerungsdichte der Region und die damit nötigen infrastrukturellen Maßnahmen sowie die Versorgung der Menschen wird die Regierung jedoch auch noch in Zukunft vor große Herausforderungen stellen.
Natur und Geografie
Das Ovambo-Becken, von dem bereits bei Etosha die Rede war, ist geologisch bestimmend für die ganze Region. Vor 750 Mill. Jahren brach der Superkontinent Rodinia auseinander, wobei sich die Senken mit Wasser füllten. Auf diese Weise wurden der hohe Norden des heutigen Namibia und das Land nördlich davon vom Süden abgetrennt – das sogenannte Damara-Meer entstand. Den Boden dieses großen Sees/Meeres bildete das heutige Ovambo-Becken.
Vor 600 Mill. Jahren drifteten die Platten wieder aufeinander zu. Es kam zu einer Kollision und hohe Berge türmten sich auf, ähnlich der Entstehung der Alpen in Europa. Diese sogenannte Damara-Gebirgsbildung brachte die Otaviberge und das Khomashochland bei Windhoek hervor. Der Superkontinent Gondwana bildete sich. In der Eiszeit gruben Gletscher tiefe Täler in das Ovambo-Becken.
Diesen Tälern folgen heute die Flüsse in Angola und an der namibischen Grenze. Vor 120 Mill. Jahren brach Gondwana auseinander, das Kalahari-Becken entstand.
Das Ovambo-Becken bildete nun einen westlichen Ausläufer dieses riesigen Beckens. Seitdem wird es stetig durch Wasser und Wind mit Sand, Lehm und Schlamm angefüllt.
Vor 7–3 Mill. Jahren entstand hier ein großer See. Er wurde vor allem vom Kunene gespeist, der – ähnlich wie der Okavango noch heute in die Kalahari – in das Ovambo-Becken mäanderte. Warum der Kunene vor 2 Mill. Jahren seinen Lauf änderte, ist unklar. Möglicherweise spielten tektonische Bewegungen eine Rolle. Jedenfalls floss er von da an in den Atlantik, der See trocknete aus. Lehm- und Salzpfannen entstanden – es bildete sich das Cuvelai-System, das das südliche Angola entwässert und aus
oshanas
und kleinen Rivieren besteht.
Das Ovamboland ist eine von Sedimenten aufgefüllte, endlose Ebene ohne Erhebungen. Durch das Cuvelai-System erhält die Region auch dann Wasser, wenn es hier nicht regnet, denn die Niederschläge im nördlichen Angola fallen wesentlich reicher, häufiger und zuverlässiger. Cuvelai erstreckt sich von Oshikango im Osten bis nach Ruacana im Westen. Im Süden reicht es mit dem Ekuma Rivier bis an die Etosha-Pfanne heran. Nördlich von Etosha befindet sich das Pfannensystem Omadhiya Lakes, dessen bekanntester See der Oponono ist. Natürlich sind auch diese Pfannen trocken, wenn es nicht regnet. Die Seen laufen durchschnittlich nur in acht von 20 Jahren voll, und nur in einem Drittel dieser Fälle schafft es das Wasser bis in die Etosha-Pfanne.
In Angola erstreckt sich das Auffanggebiet des Cuvelai-Systems vom Kunene im Westen bis zum Cubango/Okavango im Osten. Regnet es in Angola besonders stark, erreicht eine große Flutwelle Namibia,
efundja
genannt, die besonders viele Fische – Lebensgrundlage zahlreicher Familien – mit sich bringt.
Im Ovamboland herrscht ein semi-arides Klima . Wie überall in Namibia regnet es nur periodisch, unterbrochen von langen Trockenzeiten. Die Unzuverlässigkeit des Regens macht die Landwirtschaft auch hier zu einem riskanten Unterfangen. Wenn es regnet, verdunstet derNiederschlag schnell oder versickert im sandigen Boden. Nur im Cuvelai-System mit seinen lehmigen Senken steht das Wasser oft monatelang knöcheltief. Da die Gegend sich näher am Äquator befindet als die südlicheren Landesteile, gibt es hier nur sehr selten Frost.
Zwar haben Wind und Wasser das Ovambo-Becken mit Sedimenten aufgefüllt, doch ist die Bodenbeschaffenheit nicht überall gleich. Das Wasser hat Lehm und Schlamm in das Gebiet gebracht, der Wind war für den Sand verantwortlich. An Stellen mit weniger Wasser überwiegt daher sandiger Boden.
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Bodenbeschaffenheit und damit die Nutzbarkeit des Bodens ist auch hier die Trockenheit, denn wo wenig wächst, kann wenig organisch abgebaut werden, also ist die Fruchtbarkeit des Bodens gering.
Im
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