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Nelson DeMille

Nelson DeMille

Titel: Nelson DeMille Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Das Vermächtnis
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sie ist ins Koma gefallen.« »Das ist sehr schade«, sagte Anthony.
    »Ich bitte um Entschuldigung, aber ich muss dort sein, für den Fall« - ich warf einen kurzen Blick auf die Kinder - »für den Fall, dass sie heute Nacht verscheidet.«
    Anna bekreuzigte sich, aber sonst niemand, obwohl auch ich kurz daran dachte. »Was ist Koma?«, fragte der kleine Frank.
    Anthony war jetzt aufgestanden und sagte zu mir: »Klar. Kein Problem. Wir machen das noch mal.«
    Megan erhob sich ebenfalls und sagte: »Geben Sie uns Bescheid, wie es weitergeht.«
    »Was passiert, wenn man ins Koma fällt?«, fragte Kelly Ann in den Raum hinein. »Ich packe Ihnen etwas zu essen ein«, bot Anna an.
    »Das ist sehr nett von Ihnen, aber ich muss mich beeilen.« Ich warf einen Blick zu Anthony und nickte zur Tür hin. Er sagte: »Ich bring Sie raus.«
    Ich umarmte Anna kurz, wünschte allen ein angenehmes Mahl und folgte Anthony in den Vorsaal.
    »Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie wissen, wie es läuft«, sagte er. »Und wenn Gotti abtritt, erfahren Sie es in den Nachrichten. Wenn all das erledigt ist, kommen wir zusammen.«
    »Lassen Sie uns rausgehen«, sagte ich zu ihm.
    Er schaute mich an, warf einen Blick zurück ins Esszimmer und rief: »Fangt schon mal an.« Draußen nutzte er die Gelegenheit, um sich eine Zigarette anzuzünden, und fragte: »Was gibt's?«
    »Susan und ich haben beschlossen, wieder zusammenzuziehen.«
    »Hä?«
    »Susan. Meine Exfrau. Wir ziehen wieder zusammen.«
    Er dachte einen Moment lang darüber nach. »Und das sagen sie mir jetzt ?«
    »Wann wollten Sie es denn erfahren?«
    »Gestern.«
    »Gestern wusste ich es noch nicht. Und was hätte das für Sie geändert?« Er antwortete indirekt. »Wissen Sie, ich habe nie begriffen, wie jemand eine Frau zurücknehmen kann, die ihn betrogen hat. Mit so 'nem Typ komm ich nicht klar.«
    Ich hätte ihm erklären können, dass er mich kreuzweise könne, aber dann wäre das Gespräch beendet gewesen, und ich war noch nicht fertig. Also sagte ich: »Ich kann nur hoffen, dass Sie niemals herausfinden müssen, was Sie tun würden.«
    Das ärgerte ihn, und er erklärte mir: »Hey, ich weiß, was ich machen würde, aber Sie können verdammt noch mal machen, was Sie wollen.«
    »Danke. Das habe ich bereits getan.«
    »Ich dachte, Sie wären ein cleverer Typ, John. Ein Typ, der eine gewisse Selbstachtung hat.«
    Ich hatte nicht vor, mich von ihm ködern zu lassen, und ich musste auch nicht darauf eingehen, aber ich sagte trotzdem: »Das geht Sie nichts an.«
    »Ich glaube, doch«, erwiderte er. »Ich glaube, das ändert vielleicht alles zwischen uns.«
    »Zwischen uns war nie irgendetwas.«
    »Was soll diese Scheißtour. Wir hatten eine Abmachung, und das wissen Sie auch.«
    »Hatten wir nicht, aber wenn Sie meinen, es sei so, dann ist die Abmachung geplatzt.«
    »Yeah. Wenn Sie zu ihr zurückgehen, ist die Abmachung endgültig geplatzt. Aber ... wenn Sie Ihre Meinung ändern, was sie angeht, dann können wir miteinander reden.«
    »Ich werde meine Meinung nicht ändern, aber Sie sollten das tun.«
    »Was soll das heißen?«
    »Sie wissen, was ich damit meine.«
    »Ach ja. Haben Sie's immer noch damit? Kommen Sie, John. Ich habe Ihnen doch erklärt, wenn das ein Problem wäre, wär's längst erledigt. Steigern Sie sich nicht rein. Heiraten Sie sie. Führen Sie ein glückliches Leben.«
    Er wusste, dass er nichts sagen durfte, was ich bei der Polizei gegen ihn vorbringen konnte, und deshalb wollte er mich beruhigen. »Frauen, Kinder und Schwachsinnige bleiben ungeschoren. Verstanden? Es gibt Regeln.«
    Ich erinnerte ihn: »Jemand hat versucht, Ihren Vater vor den Augen Ihrer Mutter umzubringen, die ebenfalls verletzt oder getötet hätte werden können. Hat da jemand die Regeln vergessen?«
    Er starrte mich eine Zeitlang an, bevor er sagte: »Das geht Sie nichts an.«
    »Entschuldigen Sie, Anthony. Ich stand zwei Schritte neben Ihrem Vater, als mir die Schrotkugeln am Gesicht vorbeiflogen. Seither geht es mich etwas an.«
    Er dachte darüber nach, dann sagte er: »Es geht Sie trotzdem nichts an.«
    »Na schön. Lassen Sie sich nicht vom Essen abhalten. Danke für Ihre Gastfreundschaft. Sie haben eine nette Familie. Vor allem Ihren Onkel Sal mag ich. Und damit es keine Missverständnisse in Bezug auf Susan Sutter gibt, teile ich Ihnen hiermit als ihr Anwalt mit, dass ich Susan veranlassen werde, eine eidesstattliche Anzeige bei der Polizei einzureichen, dass ich mir hinsichtlich Ihrer

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