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Neobooks - Hinter verborgenen Pfaden: Der geheime Schlüssel I (German Edition)

Neobooks - Hinter verborgenen Pfaden: Der geheime Schlüssel I (German Edition)

Titel: Neobooks - Hinter verborgenen Pfaden: Der geheime Schlüssel I (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kerstin Hornung
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doch …« Philip redete nicht weiter, denn Theophil schüttelte grimmig den Kopf.
    »Der Alte Wald empfängt keine Gäste, die sich ihm tollpatschig nähern. Wir werden ihn um Erlaubnis und um seine Gastfreundschaft bitten müssen, wenn wir in ihm verweilen wollen.«
    Philip schluckte.
    Er hatte angenommen, der gesamte Wald wäre der Alte Wald, dass es aber noch so was wie einen Vorwald vor dem Alten Wald gab, hatte ihm bis heute niemand gesagt. Er sah die Bäume, die um ihn herum standen. Sie hatten dicke, lange Stämme, einige von ihnen waren ganz knorrig und sahen uralt aus.
    Als sie wieder ein besonders stacheliges Stück Weg hinter sich hatten, sah Philip erfreut, dass der Abstand zwischen den Bäumen deutlich größer wurde und das lästige Buschwerk ganz aufhörte. Freudig riss er sich den letzten Ast aus dem Hosenbein und versuchte so schnell wie möglich in diesen angenehmen Teil des Waldes zu gelangen, als ihn Theophil am Ärmel packte und zurückhielt.
    »Nicht so stürmisch, junger Freund. Jetzt ist es an der Zeit, dem Wald unsere Ehre zu erweisen.«
    »Und wie?«, wollte Philip wissen. »An und für sich könnten wir ohne weitere Umstände hineingehen, aber da wir die Absicht haben, einige Tage zu bleiben, sollten wir dem Wald unseren Respekt zeigen. Es könnte ansonsten vorkommen, dass wir uns nur im Kreis bewegen, ohne es zu merken, wir könnten möglicherweise weder eine Quelle noch einen einzigen trockenen Ast für ein kleines Feuer finden. Der Wald ist listig, und er ist ein Freund der Elben. Wenn er uns nicht wohlgesinnt ist, werden wir keinen einzigen der erforderlichen Bäume finden, und unsere sowieso schon schwache Hoffnung wäre endgültig dahin«, erläuterte Theophil und trat vor.
    Aus seinem Trinkschlauch träufelte er Wasser an die Wurzeln der Bäume obwohl es in der letzten Nacht Wasser im Überfluss aus den himmlischen Schleusen gegeben hatte. Dann verneigte sich Theophil immer wieder vor den Bäumen, erklärte ihnen, warum er hier war und bat sie um ihre Hilfe. Philip war hin und her gerissen zwischen dem Bedürfnis laut zu lachen und dem Wunsch wegzulaufen. Aber da sah ihn Theophil ernst an und winkte ihn näher. Willenlos setzte sich Philip in Bewegung, bis er vor seinem Lehrer stand.
    »Du musst sie auch begrüßen und ihnen sagen, wer du bist.« Philip erschien die ganze Prozedur lächerlich, aber Theophils Gesichtsausdruck blieb unerbittlich. Philip wusste, Widerspruch war zwecklos. Also verneigte er sich in alle Richtungen und sah sich dabei die Bäume so genau wie möglich an.
    »Guten Morgen ihr Bäume, guten Morgen Wald. Ich bin Philip aus Waldoria, und ich suche die Familie von Jar’jana, denn sie ist sehr krank und braucht Hilfe. Wenn du erlaubst, werde ich einige Tage hier verbringen, um die Tore von Pal’dor zu finden.« Er wunderte sich, wie flüssig diese Worte über seine Lippen kamen.
    Das Geräusch, das er bereits letzte Nacht vernommen hatte, ließ ihn lauschen. Die Baumkronen bewegten sich. Sie raschelten, nein sie flüsterten, und gleichzeitig begann die Luft zu vibrieren. Die Welt vor seinen Augen wirkte verschoben, und ihm fehlte jedes räumliche Gefühl.
    »Philip bist du. Deine Suche sei dir gewährt. Sie werden dich brauchen.« Die Astlöcher des Baumes – einer uralten knorrigen Buche – formten sich zu Augen, eine lange Rindenfurche wurde zur Nase und dickes graues Moos zu einem Bart, der beim Sprechen leicht zuckte. Philip taumelte. Plötzlich hatten alle Bäume, die er ansah, ein Gesicht. Sie umringten ihn. Musterten ihn kritisch und gaben dann Geräusche von sich, die Philip mit jeder Faser seines Körpers spüren konnte. Er schloss die Augen. Als er sie wieder öffnete, konnte er die Gesichter der Bäume nirgendwo mehr sehen, dafür beugte sich der Lehrer besorgt über ihn.
    »Sprechende Bäume«, murmelte Philip. »Ich habe zwar schon das eine oder andere Mal davon gelesen, aber so was ….« Umständlich versuchte er sich aufzurichten. Der Lehrer sah ihn besorgt an, so, als ob er um seinen Verstand fürchten würde.
    »Habt Ihr sie nicht gehört? Sie sprachen zu mir …«
    Theophil schüttelte den Kopf. »Nach deiner Begrüßung bist du plötzlich umgefallen und warst für kurze Zeit bewusstlos.«
    Philip sah sich alle Bäume genau an, und dann erkannte er den, der eben noch zu ihm gesprochen hatte.
    »Sie haben mich auch begrüßt, da bin ich mir sicher. Der da sagte, dass mir meine Suche gewährt sei und dass sie mich brauchen würden.
    Erinnert

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