Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Nicht von dieser Welt

Nicht von dieser Welt

Titel: Nicht von dieser Welt Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Vanessa Mansini
Vom Netzwerk:
selbstverständlich, so voller Geduld und Gefühl, dass ich doch nie wieder die Starke sein kann bei ihm. Das nervt. Die Abendplanung: Essen im Hotelzimmer. Niemanden sehen. Früh schlafen. Die Zukunft: Ungewiss.

Haltbar
    Veröffentlicht am Donnerstag, 5. Januar 2012 – 16:59
    Die Lage hat sich im neuen Jahr ein wenig entspannt. Und auch wieder nicht. Irgendjemand muss Konstantin nach seinen Ausrastern letzte Woche mal ordentlich Bescheid gesagt haben. Ich vermute seinen besten Freund Ingo dahinter, dass Konstantin zumindest wieder sachlich mit mir umgeht. Und mir sogar die „neuen“ Schlüssel zu unserer Wohnung gegeben hat. Mit der Versicherung, dass ich „erst einmal“ dort bleiben kann – er schläft „woanders“. Da Ben nun auch wieder in den Kindergarten geht und ich ja nicht ernsthaft ewig mit dem Kleinen in dem Hotelzimmer meines außerirdischen Liebhabers wohnen kann, bin ich nun wieder zu Hause. Seit vorgestern.
    Ein paar Tage war es ruhig. Ich konnte mein Leben sortieren und meinen Freunden und Verwandten meine Version der Trennung vermitteln. Zeit hatte ich genug. Ich arbeite jetzt ja nicht mehr. Wieso sollten wir diese Scharade mit der Filmproduktion weiter aufrechterhalten? Außerdem habe ich mittlerweile einen sehr ansehnlichen Bauch, der schwerer und schwerer wird. Nicht nur durch das Baby. Krisentage plus Weihnachtszeit: Ich habe ordentlich Süßkram gefuttert und kann die maximal elf Kilo Zunahme so dermaßen vergessen. Aber das ist im Moment mein kleinstes Problem.
    Eher problematisch ist die neueste Verrücktheit von Konstantin, die ich eigentlich hätte erahnen können. Da ich bei unserem großen „Wahrheitsgespräch“ auch erwähnt habe, dass ich Malo (für Konstantin immer noch „Stefan Müller“) schon vor einigen Jahren kennengelernt habe, hat mein Mann nun eine alte Geschichte ausgegraben: Ben kann nicht von ihm sein! Die Diskussion gab es tatsächlich mal für eine Weile, da ich rund um den errechneten „Empfängnistermin“ zwei Wochen lang für meinen damaligen Job in Barcelona gewesen bin. Dreh für irgendein beklopptes Fernsehmagazin, bei dem ich allerdings weder die Zeit noch die Lust für einen Seitensprung gehabt hätte – ganz abgesehen davon, dass ich Konstantin damals sehr geliebt habe. Ernsthaft haben wir das früher natürlich nie diskutiert – es war mehr so ein Kuriosum und führte zu der Theorie, dass seine Spermien eben besonders lange haltbar sind. Aber jetzt. Jetzt ist Konstantin nicht nur auf dem Ich-hab-es-ja-immer-gewusst-Trip, sondern er will auch noch einen Vaterschaftstest machen. Tja, dementsprechend stand er da eben mit einem beknackten Wattestäbchen in der Hand vor Ben, als wir aus dem Kindergarten nach Hause kamen, und wollte etwas von Bens Mundschleimhaut haben. An dem Punkt sind wir nun also angekommen. Ben fand’s Gott sei Dank lustig. Mir soll es egal sein, denn der letzte Fall von Empfängnis, von der man selbst nix weiß, liegt schon eine Weile zurück und passt so gar nicht zu mir.
    Während Konstantin sich nun also weiter abarbeitet, macht mir Malo Sorgen. Er ist unglaublich lieb zu mir. Und ich glaube ihm auch, dass er bei mir bleiben will. Aber es ist halt nicht so, dass er mal eben seine Wohnung in Bielefeld auflösen und mit mir neu in Berlin anfangen kann. Da hängt ein bisschen mehr dran. Eine ganze Welt in dem Fall. Und wie es scheint, bekommt er in irgendeiner Art und Weise bereits Druck. Er muss oft … ich nenne es jetzt mal telefonieren. Er macht irgendwas mit seinem kleinen schwarzen Glitzerkästchen im Bad des Hotelzimmers. Und danach braucht er sichtlich einen Moment, um sich zu sammeln. Er will nicht darüber reden. Gestern hat er dann auch noch den „Führer“ getroffen, um „den Schein zu wahren“. Wie genau er das Hierbleiben mit seinen Co-Aliens regeln will, hat er mir noch nicht offenbart. Ich hoffe inständig, dass es keine Kämpfe mit Laserschwertern beinhaltet. Aber selbst das würde mich mittlerweile nicht mehr überraschen …

Das Ergebnis
    Veröffentlicht am Dienstag, 10. Januar 2012 – 13:37
    Okay, ich muss jetzt mal … tief durchatmen. Irgendwas läuft hier sehr, sehr aus dem Ruder. Konstantin scheint komplett durchzudrehen. Ich weiß noch nicht, wie er es gemacht hat und was er damit beabsichtigt, aber …
    Von vorne. Ich bin hier im Hotel bei Malo, schreib kurz auf seinem Computer, weil mich das Treffen mit Konstantin gerade eben so aufgewühlt hat. Er hat ja diesen beknackten Vaterschaftstest bei

Weitere Kostenlose Bücher