Olympos
Gehirnwellen und meine DNA pr o grammiert.«
»Das stimmt«, sagt Helena beinahe im Flüsterton. »Deshalb h a ben Hektor und Achilles immer Hock-en-bär-iihhs Arm g e halten, wenn sie den Götterzauber benutzt haben, um mit ihm zu reisen.«
»Steh auf«, sagt Menelaos.
Hockenberry erhebt sich. Menelaos ist kein hochgewachsener Mann wie sein Bruder, auch kein Stier von einem Mann mit g e wölbter Brust wie Odysseus oder Ajax, aber mit seinen Mu s keln und seiner Masse ist er fast gottähnlich, verglichen mit diesem dünnen, schmerbäuchigen Hockenberry.
»Bring uns dorthin, Sohn des Duane«, befiehlt Menelaos. »Zum Zelt meines Bruders auf dem Sand.«
Hockenberry schüttelt den Kopf. »Ich habe das QT-Medaillon selbst schon monatelang nicht mehr benutzt, Atreussohn. Die M o ravecs haben erklärt, dass die Götter mich durch etwas n a mens Planck-Raum in der Calabi-Yau-Matrix verfolgen könnten – sie könnten mir durch das Nichts folgen, das den Göttern als Reis e weg dient. Ich habe die Götter verraten, und sie würden mich t ö ten, wenn ich noch einmal quantenteleportiere.«
Menelaos lächelt. Er hebt das Schwert und bohrt es Hocke n berry in den Bauch, bis sich auf dessen Chiton Blutspuren ze i gen. »Ich töte dich jetzt gleich, wenn du ’ s nicht tust, du Schwe i nearsch. Und ziehe dir dabei langsam die Eingeweide heraus.«
Helena legt Hockenberry die freie Hand auf die Schulter. »Mein Freund, schau dir den Krieg dort draußen jenseits der Mauer an. Die Götter sind heute Nacht alle am Blutvergießen beteiligt. Dort, siehst du, wie Athene mit einer Schar ihrer Erinnyen zurüc k weicht? Schau, wie der mächtige Apollo in seinem Streitwagen mit seinen Pfeilen Tod in den zurückweichenden griechischen Reihen sät. Niemand wird es bemerken, wenn du in dieser Nacht qtest, Hock-en-bär-iihh.«
Der sanftmütig wirkende Mann beißt sich auf die Lippen und schaut noch einmal auf das Kampfgeschehen – die trojanischen Verteidiger haben nun eindeutig die Oberhand gewonnen, und weitere Soldaten strömen aus Ausfallpforten und Schlupftüren in der Nähe des skäischen Tors.
»In Ordnung«, sagt Hockenberry. »Aber ich kann jeweils nur e i nen von euch hinbringen.«
»Du wirst uns beide zugleich mitnehmen«, knurrt Menelaos.
Hockenberry schüttelt den Kopf. »Das geht nicht. Ich weiß nicht, warum, aber das QT-Medaillon lässt mich nur mit einer zusätzl i chen Person teleportieren, mit der ich Körperkontakt habe. Wenn du dich erinnerst, mich mit Achilles und Hektor gesehen zu h a ben, dann weißt du noch, dass ich immer nur mit einem von ihnen fortqtet und ein paar Sekunden später z u rückgekommen bin, um den anderen zu holen.«
»Das ist wahr, mein Gemahl«, bestätigt Helena. »Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.«
»Dann nimm zuerst Helena mit«, sagt Menelaos. »Bring sie in Agamemnons Zelt am Strand, dort, wo die schwarzen Schiffe auf den Sand gezogen worden sind.« Auf der Straße unten e r tönen Rufe, und alle drei treten vom Rand der zertrümmerten Plattform zurück.
Helena lacht. »Mein Gemahl, mein geliebter Menelaos, ich kann nicht als Erste gehen. Ich bin die meistgehasste Frau der D a naer und Achäer, so weit sie zurückdenken können. Schon in den paar Sekunden, die mein Freund Hock-en-bär-iihh bra u chen würde, um wieder hierher zu kommen und dich dorthin zu bringen, würden mich Agamemnons Wachen und die and e ren Griechen dort – sobald sie mich als die Hündin erkennen, die ich bin – mit einem Dutzend Lanzen durchbohren. Du musst als Erster gehen. Du bist mein einziger Beschützer.«
Menelaos nickt und packt Hockenberry an dessen nacktem Hals. »Benutze dein Medaillon … jetzt.«
Bevor Hockenberry das runde goldene Ding berührt, fragt er: »Lässt du mich am Leben, wenn ich es tue? Lässt du mich frei?«
»Natürlich«, knurrt Menelaos, aber selbst Ada sieht den Blick, den er Helena zuwirft.
»Du hast mein Wort, dass mein Gemahl Menelaos dir nichts z u leide tun wird«, sagt Helena. »Nun geht, qtet rasch. Ich gla u be, ich höre Schritte auf der Treppe unten.«
Hockenberry legt die Hand um das goldene Medaillon, schließt die Augen, dreht etwas an seiner Oberfläche, und er und Menelaos verschwinden mit dem leisen Plopp einströme n der Luft.
Eine Minute lang ist Ada mit Helena von Troja in dem zerstö r ten Turmgeschoss allein. Der Wind frischt auf, pfeift leise durch das geborstene Mauerwerk hier oben und trägt die Rufe der sich zurückziehenden Griechen und der
Weitere Kostenlose Bücher