PR Posbi-Krieg 01 - Das gestrandete Imperium
Lust, Sie mit Details über Ihre Gefangennahme und über die besonderen Umstände zu verwöhnen, unter denen ich Sie hierher bringen ließ..« Der Soldat, dessen hageres Gesicht Startac immer deutlicher sehen konnte, atmete tief durch. »Ich werde Ihnen sagen, was ich von Ihnen verlange. Sie sind ein so genannter Mutant. Ein Teleporter, wie ich feststellen durfte. Mit dieser Fähigkeit können Sie sich rühmen, ein einzigartiges Talent auf Altera zu besitzen. Nie zuvor in unserer Geschichte wurde eine derartige Psi-Fähigkeit an einem Menschen in Ambriador festgestellt. Ich habe den Wunsch, dieses Talent für meine Zwecke zu nutzen.«
»...Lächerlich!«
»Mein Geduldsfaden, bekanntermaßen kurz und nicht besonders strapazierfähig, wurde in den letzten Stunden und Tagen mehrmals bis aufs Äußerste gespannt. Ihr Begleiter Perry Rhodan und ich verkehren nicht gerade freundschaftlich miteinander. Sein Verständnis von Humanismus und Menschenwürde deckt sich nicht unbedingt mit dem meinen.«
»Ich glaube auch nicht, dass wir uns besonders gut verstehen werden.« Kribbeln machte sich in den Gliedern breit. Es ähnelte diesem seltsamen Effekt, mit dem Blut durch eingeschlafene Beine und Arme zu zirkulieren beginnt.
»Ich spreche auch nicht von Freundschaft.« Der Mann blieb stehen. »Ich fordere Sie auf, mir zu gehorchen und zu Diensten zu sein. In meinem Kampf gegen Posbis und Laren und... gegen andere wären Sie mir von großer Hilfe.«
»Ich bin Bürger der LFT und unterstehe während meiner Mission niemand anderem als Perry Rhodan.«
»Sie befinden sich auf alteranischem Staatsgebiet. Diese Liga Freier Terraner kann mich, offen gesagt, kreuzweise.« Der Mann deutete mit spitzem Finger auf den Mutanten. »Mir fehlt die Zeit, um mich in endlosen Frage- und Antwortspielen zu ergehen. Ich möchte nur eins wissen. Werden Sie für mich arbeiten?«
Ein Größenwahnsinniger! Wie konnte der Soldat erwarten, dass er ihm allein aufgrund seiner hässlichen Visage die Treue schwören würde? Was für eine Vermessenheit!
»Ich muss Ihr Angebot höflich, aber energisch ablehnen«, sagte Schroeder. »Ich bin bereit, die letzten paar Stunden aus meinem Gedächtnis zu streichen, wenn Sie mich nun zu Perry Rhodan bringen...«
»Koblenz!«, rief der Mann über seine Schulter, »kümmern Sie sich um unseren Gast! Er möchte gern mit uns argumentieren...«
Und während der Schmerz kam, sich langsam, schleichend, wie zunehmende Hitze durch seinen Körper bewegte, verstand Startac: Dieser Bastard hatte ihm niemals eine Chance, eine Wahl gelassen. Er hatte lediglich nach einem billigen Vorwand gesucht, um ihn der Folter auszusetzen. Um ihn zu quälen und gefügig zu machen.
Startac streifte das äußere Ich ab, vergaß, seine Körperlichkeit, konzentrierte sich auf den Sprung. Er musste es probieren. Allein, um die Gewissheit zu haben, dass er nichts unversucht gelassen hatte.
Der Sprung, ins Unbekannte gezielt, gelang.
Eine Mikrosekunde lang.
Dann brandete Startac wie eine Wasserperle gegen feurig heißes Gestein, verging in alles verzehrender Hitze, zerschmolz, zergarte. Sein Körper rematerialisierte in einem Kochtopf aus Pein, der augenblicklich jeglichen Bewusstseinsfunken erlöschen ließ.
33. Fort Kanton:
Die Geheimwaffe
Alles an Darius war Müdigkeit und Schwäche. Seine Willenskraft, auf die er sich stets verlassen hatte können, war dahin. Die Sensation, dem Angriff der Posbis einmal mehr widerstanden zu haben, erzeugte keinen weiteren Motivationsschub in ihm. 500 Fragmentraumer aus Blech und gefüllt mit seelenlosem Blech trudelten zwar, zu bizarr verbogenen Klumpen zerschmolzen, durch die Schwärze des Alls; aber wo lag der Sinn darin, verdammt noch mal, wenn zugleich mehrere Tausend seiner Kameraden ihr Leben gelassen hatten?
Zwei Stunden Schlaf, während derer ihn ein bibbernder Zodiak Cord vertreten hatte, reichten bei weitem nicht, um das Gefühl der Lethargie aus seinem Kopf zu vertreiben. Auch der Medikamen-ten-Cocktail, den ihm eine Bordpsychologin verschrieben hatte, erzielte keinerlei Wirkung.
»Status der Flotte?«, fragte er über den bordinternen Ohrwurm leise einen Neben-Operator. Seine Gesprächspartnerin saß links von ihm drei Reihen von ihm entfernt.
»Zweiundfünfzig Schlachtschiffe. Hundertdrei Schwere Kreuzer. Zweihundertachtundvierzig Leichte Kreuzer. Dreiunddreißig TRIANGOLO-Raumforts«, antwortete die junge Frau.
Die Heimatflotte von Fort Kanton war auf ein Drittel reduziert. Der
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