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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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Frank!"
    Hernandez schluckte. Seine Hände hatte er in den Hosentaschen vergraben. Er trat jetzt näher und baute sich vor Pamela auf. "Wir müssen etwas unternehmen!" meinte er.
    "Nun verlier mal nicht gleich die Fassung, Frank! Wir wissen ja noch nicht einmal, wie viel dieser Walker überhaupt weiß..."
    "Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie..."
    "Hör zu, Frank! Ich bin hier der Boß! Für mich geht es um mindestens genausoviel, wie für dich!"
    "Okay, okay..."
    Hernandez hob beschwichtigend die Hände. Dann fuhr er sich mit einer fahrigen Geste durch das dunkle Haar. "Ob Brannigan vielleicht noch irgendwo Material über die Vermont-Sache hatte? Das würde erklären, weshalb dieser Walker bescheid wußte!"
    "Wenn wir jetzt etwas tun, wecken wir vielleicht nur schlafende Hunde, Frank! Nimm einen Drink oder irgendetwas anderes, das dich beruhigt und sieh zu, daß du für unsere Firma ein bißchen Geld verdienst!"

    *

    "Wie konnte man so etwas übersehen?" fragte Jo an Dr. Clifford gewandt. Clifford war ein erfahrener Mann, der fast zehn Jahre in der Gerichtsmedizin tätig gewesen war. Aber eine eigene Praxis brachte mehr Geld, als jede noch so gute Anstellung und so hatte er sich eines Tages doch noch selbstständig gemacht.
    Dr. Clifford hob die Schultern.
    "So etwas kann schon mal geschehen, Walker. Sie wissen doch, wie das an einem Tatort zugeht! Jede Menge Hektik. Und steht ein ungeduldiger Detective hinter dir und will alles mögliche wissen! Außerdem kann das, was an äußeren Anzeichen eventuell noch zu sehen war genauso gut auf die Beruhigungsmittel zurückzuführen sein, die Brannigan regelmäßig nahm."
    "Aber für Sie gibt es keinen Zweifel?"
    "So ist es. Walt Brannigan stand unter dem Einfluß einer synthetischen Droge. Vermutlich eine Injektion... Der kleine Einstich ist dem Gerichtsmediziner neben den schlimmen Schußverletzungen wohl nicht weiter aufgefallen. Mir ist das auch schon passiert. Wenn man eine Leiche mit mehreren Einschüssen vor sich hat, neigt jeder dazu, das Urteil schon im Kopf gefällt zu haben, bevor die Fakten da sind!"
    "Kennen Sie das Zeug, das Sie bei ihm gefunden haben?"
    "Nein. Aber das ist nicht verwunderlich. Diese Sachen werden heute in kleinen Labors gemixt. Am Computerschirm konstruiert man sich Moleküle mit annähernd beliebigen Eigenschaften. Die Behörden können die Stoffe kaum so schnell analysieren und verbieten, wie sie erfunden werden."
    "War Brannigan süchtig?"
    "Ganz ausschließen kann ich das nicht. Aber dann hätte ich größere Konzentrationen in den inneren Organen vermutet. Ich denke, daß er dieses Zeug noch nicht lange genommen hat, vielleicht sogar zum ersten Mal. Und dann ist da noch etwas."
    Jo hob die Augenbrauen. "Nur raus damit."
    "Er hat an Armen und Beinen Blutergüsse."
    "Von denen stand auch etwas im Polizeibericht. Aber der Arzt hat es darauf geschoben, daß Brannigan erstens gestürzt ist, als man ihn erschoß und zweitens vielleicht jemand versucht hat, ihn festzuhalten."
    Aber Clifford schüttelte den Kopf. "Der Arzt wußte ja auch nicht, daß Brannigan mit diesem Teufelszeug vollgepumpt war..."
    "Und wonach sieht das Ihrer Meinung nach aus?"
    "Er wurde festgehalten und hat sich gewehrt! Und ich kann mir auch nicht vorstellen, daß er sich die Spritze selbst gesetzt hat - so wie die Einstichstelle liegt. Meiner Ansicht nach gehört Brannigan dorthin, wo er gerade hergekommen ist. In die Gerichtsmedizin!"

    *

    Das Mega Star war ein Glitzerladen der Sonderklasse, kaum ein halbes Jahr alt und nichts für schmale Brieftaschen. Hier trafen sich Leute, die es geschafft hatten und sich in gepflegter, modern gestylter Atmosphäre amüsieren wollten.
    Aber das Mega Star war auch ein Ort an dem synthetische Drogen umgeschlagen wurden. Die Drogenfahnder hielten noch still. Sie waren nicht an den kleinen Fischen interessiert, sondern wollten die großen Hintermänner.
    Jo bestellte sich an der Bar einen Champagner. Die Flasche war sündhaft teuer, dafür war immerhin das Lächeln der wohlproportionierten Bedienung umsonst.
    Jo saß eine Weile einfach nur da, nippte an seinem Champagner und beobachtete die Leute. Das flimmernde Laserlicht, die Musik... Das alles wirkte ermüdend und förderte nicht gerade die Konzentration. Und dann glaubte Kommissar X plötzlich, seinen Augen nicht mehr zu trauen!
    Eine Sekunde lang war er sich nicht ganz sicher, aber im nächsten Moment traf ihn die Erkenntnis wie ein Blitzschlag. Zwischen all den herausgeputzten

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