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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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konnte er nicht vertragen. Hernandez ist Latino und glaubt immer, daß er deshalb benachteiligt würde. Aber das ist Unfug - zumindest, was unsere Firma angeht."
    "Bei Ihnen gibt es auch eine gewisse Nora Gaynor, nicht wahr?"
    "Von der Geschichte wissen Sie also auch schon. Sie scheinen gut in Ihrem Job zu sein."
    "Ich tue mein Bestes."
    "Nora arbeitet nicht mehr bei uns. Nachdem ihre Vergewaltigungsanklage gegen Brannigan fallengelassen wurde, hat sie gekündigt."
    "Und was war dran an der Sache?"
    Pamela zuckte die Achseln. "Keine Ahnung, was wirklich dahinter steckte. Brannigan hatte ein Alibi. Er war auf einer Feier und wurde von zwei Dutzend Menschen zu genau der Zeit gesehen, als er angeblich versucht haben soll, über Nora herzufallen." Sie trat etwas näher an Jo heran und meinte dann: "Geben Sie die Sache auf! Sie sind auf dem Holzweg."
    "Es wundert mich, daß Sie da so sicher sind!"
    "Ihr Ton gefällt mir nicht, Jo! Verdächtigen Sie am Ende vielleicht sogar noch mich?"
    "Was wäre, wenn sich herausstellt, daß Sie haargenau denselben Stoff nehmen, der aus Walt Brannigan einen Berserker machte?"
    Sie nestelte etwas an Jos Jackenrevers herum und meinte dann kühl: "Irgendwie schmeckten die Drinks hier auch schon einmal besser!" Dann stellte sie ihr Glas auf den Tresen und ging wortlos davon. Jo blickte ihr und fragte sich, was für eine Rolle sie in Bezug auf Brannigan wirklich gespielt hatte. Jedenfalls sagte sie ihm nicht alles, was sie wußte.
    Jo trank sein Glas aus und sah dann den Pomade-Mann sich zwischen den Leuten hindurchschlängeln. Seinem Gesichtsausdruck zu Folge liefen seine Geschäfte nicht eben schlecht.
    Kommissar X beobachtete ihn eine ganze Weile lang, Dann verschwand der Kerl schließlich durch einer Tür, durch die es zum Notausgang und zu den Toiletten ging.
    Vielleicht war das eine Gelegenheit, sich mal ein bißchen mit ihm zu unterhalten. Selbst, wenn er das Zeug, das Dr. Clifford in Brannigans Leiche gefunden hatte, nicht selbst verdealte, wußte er vielleicht, woher es kam.
    Jo ging ihm nach und kam durch einen engen, kahlen Flur.
    Bei den Türen, die zu den Toilettenräumen führte, blieb er kurz stehen. Jemand betätigte eine Spülung und einige Sekunden später kam der Pomade-Mann aus einer der Kabinen heraus und zog dabei noch den Reißverschluß seiner Hose zu.
    Als er Jo in der Tür stehen sah, erstarrte er unwillkürlich und unterzog den Privatdetektiv einer knappen Musterung. Dann ging der Dealer zum Waschbecken, um sich die Hände zu Waschen. Über den Spiegel behielt er Jo dabei ständig im Auge.
    "Was gibt es zu glotzen?" knurrte er.
    "Du verkaufst hier Sachen zum Muntermachen, nicht wahr?"
    "Bist du ein Bulle?"
    "Keine Sorge", wehrte Jo ab.
    Der Pomade-Mann drehte sich herum. Er trug ein ziemlich weites Jackett, aber als er sich eines der Einweg-Handtücher griff, konnte Jo deutlich die Ausbuchtung unter der Achsel sehen. Vielleicht ein Schulterholster.
    "Du hast aber diesen Ton!" zischte der Pomade-Mann Kommissar X an.
    "Dann hast du dich eben verhört. Ich will mich nur ein bißchen mit dir unterhalten..."
    Der Pomade-Mann schien ziemlich mißtrauisch zu sein, was in seiner Branche auch sicher angebracht war. Jedenfalls griff er blitzschnell unter sein Jackett. Jo hatte diese Bewegung vorausgeahnt und so war er vorbereitet, als sein Gegenüber einen Augenblick später mit dem kurzen Lauf eines 38er Revolvers auf den Privatdetektiv zeigte.
    Aber Jos Reaktion war blitzschnell.
    Er ließ den Fuß hochschnellen und kickte dem Dealer die Waffe aus der Hand. Sie fiel geräuschvoll gegen eine der leichten Kunststoffwände, die die einzelnen Toilettenkabinen voneinander trennten und hinterließ dort ein paar Kratzer.
    Nur den Bruchteil eines Augenblicks verging, da hatte Jo den Pomade-Mann am Kragen gepackt und grob gegen die Wand gedrückt. Ohne Revolver in der Hand, schien er sich nicht zu trauen, etwas gegen Jo zu unternehmen, denn körperlich war er dem Detektiv unterlegen.
    Blitzschnell durchsuchte Jos Linke die Taschen des Mannes. Er fand einen Führerschein auf den Namen Arnold Parker, ein Springmesser und natürlich das Stoffsortiment. Das Springmesser nahm Jo an sich, den Rest beließ er dem Kerl.
    "Worum geht es?" knirschte Parker. "Wenn du nicht zu den Bullen gehörst, bist du wahrscheinlich einer von Buzzatis Bluthunden!"
    Wahrscheinlich die Konkurrenz! dachte Jo. "Hör zu!" sagte der Privatdetektiv dann. "Was du hier treibst, interessiert mich nicht sonderlich,

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