ROMANA EXKLUSIV Band 0179
das Land?“, forschte er weiter. „Man hat es wohl verkauft, oder?“
„Nein.“ Sie musste sich langsam wundern, weshalb er so viele Fragen stellte. „Auf einem Teil werden Bananen angebaut, ein anderer Teil ist an Kleinbauern verpachtet, und der Rest liegt momentan brach. Ich habe Pläne für die Zukunft, aber damit muss ich warten, bis ich fünfundzwanzig bin.“
Er lächelte, ein Lächeln, das sich seltsam auf ihren Pulsschlag auswirkte. „Und in der Zwischenzeit beschäftigen Sie sich mit Blackjack?“
„Ja.“ Aus irgendeinem Grund fiel es ihr schwer, ihrer Stimme einen festen Klang zu geben. Er hielt sie so nah an sich, dass sie den unaufdringlichen Moschusduft seiner Haut riechen konnte, der wie eine Droge auf sie wirkte. „Und manchmal arbeite ich an einem der Roulettetische.“
„Ah, Roulette.“ Er seufzte, noch einmal war er der liebenswerte Verlierer. „Dabei habe ich leider auch nicht mehr Glück als bei Blackjack.“
„Weshalb spielen Sie dann überhaupt noch?“, fragte sie leicht irritiert, denn sie war überzeugt, dass er sich irgendwie über sie lustig machte.
Er zuckte die breiten Schultern. „Oh, nur wegen des Nervenkitzels“, antwortete er. „Sind Sie heute Abend an den Roulettetischen?“
„Nein. Nach meiner Pause bin ich wieder für Blackjack zuständig.“
„Und wann sind Sie fertig?“
„Erst wenn wir schließen.“
„Und dann?“
„Überprüfe ich die Einnahmen“, erwiderte sie kurz angebunden.
Wieder zog er fragend die Braue hoch. „Oh? Aber ich dachte, Lester würde das Kasino leiten. Kümmert er sich nicht um diese Dinge?“
Natasha warf ihm unter halb geschlossenen Lidern einen forschenden Blick zu, sie war etwas überrascht über seine Frage. Während er so tat, als ob ihn das alles nicht interessierte, versuchte er anscheinend, sehr viel über die Kasinoleitung herauszufinden. „Wir … wechseln uns dabei ab“, antwortete sie steif.
Er lachte, anscheinend wusste er, dass sie log – doch wie konnte er wissen, da er doch erst zwei Tage hier war, dass sie im Allgemeinen die Einnahmen selbst kontrollierte? „Soll das heißen, Sie trauen ihm nicht zu, dass er Ihr Geld richtig zählt?“, fragte er, wobei diese beunruhigenden grauen Augen belustigt funkelten.
„Natürlich traue ich ihm das zu“, behauptete sie mit eisiger Stimme. „Ich vertraue ihm absolut.“ Die Lüge kam ihr glatt über die Lippen. Sie hatte nicht die Absicht, ihre Privatangelegenheiten mit diesem beunruhigenden Fremden zu diskutieren. Demonstrativ warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr. „Nun, meine Pause ist leider fast um“, erklärte sie kühl. „Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen, Mr. …“
„Hugh, wie ich Ihnen bereits zwei Mal sagte.“ Ein Anflug von spöttischem Tadel schwang in seiner Stimme mit.
„Es tut mir leid. Wir haben sehr viele Gäste, da kann ich mir nicht jeden einzelnen Namen merken.“
Das war gelogen – sie hatte sich seinen Namen gemerkt. Hugh Garratt. Aber weshalb er sich ihr so fest eingeprägt hatte, das wusste sie nicht sicher.
„Ich dachte, es sei Aufgabe eines Croupiers, sich Namen zu merken“, zog er sie auf.
„Nein – sich die Karten zu merken“, verbesserte sie ihn leicht verächtlich.
„Und das können Sie?“
„Sehr gut sogar.“
„Aha!“ Er lächelte und spielte wieder den liebenswerten Dummen. „Kein Wunder, dass ich ständig verloren habe.“
Sie wollte gar nicht lachen, konnte aber nicht anders. „Also, werden Sie noch einen weiteren Abend hier verbringen?“, fragte sie und bemühte sich angestrengt, ihre übliche Miene der Unnahbarkeit zu wahren.
Er lächelte, dieses gefährliche Lächeln, das ihr Herz gleich schneller schlagen ließ. „Möchten Sie das denn?“, erwiderte er mit leicht rauer Stimme, und sein warmer Atem streifte ihre Wange.
Sie wich zurück und blitzte ihn warnend an. „Es war nur eine rein höfliche Bemerkung“, fuhr sie ihn an.
„Vielleicht bleibe ich“, sagte er leise und sinnierend. „Ich habe mich noch nicht entschieden. Es kommt ganz darauf an.“
„Worauf?“
„Darauf, ob es sich für mich lohnt.“
Plötzlich alarmiert, straffte sie sich. Anscheinend verwechselte er sie mit Darlene. „Wenn Sie meinen, was ich glaube, dass Sie meinen, können Sie genauso gut auch gleich gehen“, erwiderte sie scharf.
Er lachte. „Na na, was denken Sie jetzt bloß, was ich meine?“, spöttelte er.
Einen gespannten Augenblick lang hatte sie den für sie untypischen Drang, ihm in
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