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Scharade

Scharade

Titel: Scharade Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brown Sandra
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Streit. Bestraf mich nicht dafür, daß ich nicht in dich verliebt bin. Du bist immer
noch mein bester Freund. Ich brauche dich auf ganz besondere Weise. Ich will nicht, daß sich etwas zwischen unsere Freundschaft stellt... Dean!«
    Doch er war schon zur Tür hinaus und ließ sie krachend ins Schloß fallen. Dann schoß er mit quietschenden Reifen in seinem Mietwagen davon.

Kapitel 24
    George Murphy war besonders schlecht gelaunt, als er den holprigen Weg zu seinem heruntergekommenen angemieteten Haus entlangstapfte. Als er die durchhängende Veranda betrat, drohten die morschen Planken nachzugeben. Die blaue Farbe an der Haustür war abgeblättert. Als er die Tür öffnete, quietschten die Scharniere.
    Im Wohnzimmer stank es nach Küche und Marihuana. Murphy kickte den Stoffhasen zur Seite und fluchte, als er fast über einen Spielzeuglaster gestolpert wäre. »Liebling«, rief er in einer Parodie auf Ward Cleaver, »Liebling, ich bin zu Hause!«
    Sie kam aus dem kleinen Schlafzimmer, das Gesicht noch ganz verquollen vom Schlaf. Obgleich es hellichter Tag war, trug sie ein leichtes Baumwollnachthemd. Sie fuhr sich mit der Zunge über die trockenen spröden Lippen. »Was machst du denn hier?«
    Â»Was soll das heißen – was machst du denn hier? Ich wohne hier!«
    Sie rang nervös mit den Händen. »Wann haben sie dich rausgelassen?«
    Â»Vor ’ner Stunde oder so. Sie hatten keine Beweise, also konnten sie mich nicht länger festnageln.«
    Es war eine lächerliche Anklage wegen Drogenbesitzes
gewesen, ausgedacht von ein paar Bullen, denen seine Nase nicht paßte und die ihn drankriegen wollten. Keine große Sache. Aber die Zeit im Knast hatte ihn von wichtigen Dingen abgehalten. Er hatte Durst auf ein Bier und war geil wie die Hölle.
    Er starrte sie mit abschätzenden Blicken an. Sie wirkte ungewöhnlich nervös. »Was ist los mit dir?« fragte er. »Freust du dich denn gar nicht, daß ich wieder zu Hause bin?«
    Er kniff mißtrauisch die Augen zusammen, dann schaute er zur Schlafzimmertür. »Verflucht... wenn da ein Kerl drin ist, bringe ich dich um.«
    Â»Da ist kein...«
    Er stieß sie beiseite und betrat das muffige Schlafzimmer. Inmitten der zerknüllten Laken schlief ein Kind. Der kleine Junge lag auf der Seite, die Knie an die Brust gezogen, den rechten Daumen im Mund.
    Nun kam sich Murphy albern vor, seine Eifersucht so offen gezeigt zu haben. Um das Gesicht zu wahren, sah er auch im Bad nach, das natürlich leer war. Er deutete auf den schlafenden Jungen. »Sie haben ihn zurückgebracht?«
    Sie nickte. »Heute morgen. Ich habe zwei Nächte nicht schlafen können, so hab ich heulen müssen. Konnte nicht zur Arbeit. Konnte nix machen, mußte immer nur an Michael denken. Ich habe mich so gefreut, daß er wieder da ist. Ich dachte schon, jetzt haben sie ihn mir für immer weggenommen.« Den Tränen nahe, schluckte sie hart.
    Â»Die von der Fürsorge haben gesagt, wenn... wenn es noch mal Ärger gibt, dann holen sie ihn für immer ab. Das ist unsere letzte Chance.« Tränen füllten ihre Augen, als sie ihn fragend ansah. »Bitte, tu nichts, was...«
    Â»Bring mir ’n Bier.« Sie zögerte und schaute besorgt zu dem Jungen. Murphy gab ihr einen leichten Klaps an den Kopf. »Ich sagte, bring mir ’n Bier«, wiederholte er, wobei er
jedes einzelne Wort betonte. »Bist du taub oder blöd oder was?«
    Sie eilte aus dem Zimmer und kehrte kurz darauf mit einer Dose Bier zurück. »Das ist die letzte. Ich gehe los und besorge welches, sobald Michael aufwacht. Dann kann ich auch gleich was zu essen einkaufen. Was möchtest du denn gern?«
    Er grunzte zufrieden. So gefiel es ihm schon viel besser. Manchmal war die Schlampe nur daneben und mußte wieder zur Räson gebracht und daran erinnert werden, wer hier im Haus das Sagen hatte. »Auf keinen Fall noch mal so einen Fraß wie letzte Woche.«
    Â»Das war Pollo guisado. Mexikanisches Rindfleisch.«
    Â»Konnte man ja nicht mal sagen, was da drin war.«
    Â»Heute mache ich dir Bratkartoffeln.«
    Er rülpste Bier- und Knastatem. Ihm ging ihre erbärmliche Unterwürfigkeit auf die Nerven. Weiber sollten besser stumm auf die Welt kommen, dachte er im stillen.
    Â»Und dazu Steaks. Mit Zwiebeln. So wie du sie am liebsten magst.«
    Murphy hörte ihr schon gar

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