Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Scharade

Scharade

Titel: Scharade Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brown Sandra
Vom Netzwerk:
gelesen?«
    Â»Nein.« Spicer tat so, als wäre das völlig undenkbar für ihn.
    Â»Sollten Sie aber vielleicht mal tun«, meinte Alex.
    Â»Und warum, wenn ich fragen darf? Ich kann mir keinen einzigen Grund vorstellen, warum ich das tun sollte.«
    Â»Sie könnten möglicherweise was dabei lernen. Zum Beispiel, wie man sich verteidigt.«
    Dean sprang auf, wankte und mußte sich an der Stuhllehne festhalten, um nicht vornüberzufallen. Alex unterdrückte ein weiteres zufriedenes Grinsen.
    Cat war ebenfalls aufgesprungen, um dem Kardiologen zu helfen, sich wieder zu setzen. Kaum hatte sie selbst wieder Platz genommen, stemmte sie die Fäuste in die Hüften und fauchte: »Jetzt bin ich’s aber wirklich leid mit euch beiden. Erst spiele ich die Krankenschwester, dann auch noch die Schiedsrichterin, aber keine der Rollen paßt zu mir. Reißt euch gefälligst zusammen. Ihr führt euch ja auf wie ungezogene Jungen. Wegen nichts.«
    Â»Also, nichts würde ich das nicht nennen.« Spicer deutete auf seine Wange.
    Â»Du liebes bißchen...«, murmelte Alex.

    Â»Der wollte mir sogar den Arm brechen«, ereiferte sich Spicer.
    Â»Dean —«
    Â»Weil ich Sie für einen Einbrecher gehalten habe. Aber wie sich dann rausgestellt hat, sind Sie ja nur so blöd, im Dunkeln rumzuschleichen und —«
    Â»Alex...!«
    Er stand auf. »Laß es gut sein, Cat. Ist ja auch egal. Ich glaube, mein Taxi ist da.«
    Â»Du hast dir schon eines gerufen?«
    Â»Vorhin, als du das Erste-Hilfe-Zeug geholt hast.«
    Â»Oh, und ich dachte, du würdest uns noch ein bißchen Gesellschaft leisten.«
    Â»Nein, ich will dich und deinen Besuch nicht stören. War mir ein Vergnügen... Doktor.«
    Spicer starrte ihn wutentbrannt an. Um Alex’ unfreundlichen Ton zu überspielen, murmelte Cat: »Ich bringe dich noch raus.«
    Sie begleitete ihn zur Haustür. Ihre Schuhe mit den hohen Hacken hatte sie ausgezogen, daher waren ihre Schritte auf dem Parkett kaum zu hören, das unter seinem Gewicht jedoch knarrte.
    Die geräumigen Zimmer wurden von geschickt plazierten Strahlern beleuchtet, anstatt von Deckenlampen. Das warme Licht fiel auf gerahmte Fotos, Zeitschriften und Schalen mit Duftpotpourri. Die Sofas und Sessel waren weich und breit und beladen mit Kissen. Das Ganze wirkte schlicht, warm und freundlich.
    Sie öffnete die Haustür. »Du hast recht gehabt. Das Taxi ist da.« Es wartete am Bordstein hinter Deans Mietwagen.
    Cat drehte sich um und sagte leise: »Noch mal danke, daß du mich auf die Party begleitet hast.«
    Â»Danke für die Einladung.«
    Wäre sie klug gewesen, hätte sie es dabei belassen und sich
von ihm verabschiedet. Doch das tat sie nicht. Laut lachend sagte sie: »Der Abend hat ein überraschendes Ende genommen, was?«
    Â»Und ob.«
    Â»Aufregender als eine entspannende Tasse Kaffee zum Abschluß.«
    Â»Nicht so aufregend wie ’ne gute Nummer.«
    Sie schüttelte den Kopf. »Mußt du denn immer so direkt sein?«
    Â»Mußt du so prüde tun? Du weißt doch verdammt genau, daß wir miteinander ins Bett gegangen wären.«
    Â»Aber ich hatte doch bereits nein gesagt.«
    Â»Aber auch gemeint?«
    Sie senkte den Blick. Er hob ihr Kinn, bis sie ihn wieder ansah. »Wir sind doch beide groß. Wir wissen ganz genau, worauf das mit uns beiden hinausläuft. Also hör auf, mir was vormachen zu wollen, okay? Ich wollte dich schon, als ich dich das erste Mal vor Irenes und Charlies Haus stehen sah. Das wußtest du genau. Und du wolltest mich auch. Alles, was wir seither gesagt und getan haben, war das Vorspiel.«
    Sie schaute nervös zur Küche. Das ärgerte ihn. »Hab schon kapiert. Gute Nacht, Cat.«
    Er glitt zur Tür hinaus und war schon halb beim Taxi, als er über die Schulter einen Blick zurückwarf. Cat stand noch immer an der Tür, eine Silhouette vor dem Licht; eine Hand erhoben und gegen den Türrahmen gestützt, so als wäre sie in einem Augenblick der flehentlichen Bitte erstarrt.
    Ob es nun daran lag, daß sie so bedauernswert und verloren wirkte oder weil er noch immer stocksauer war, daß ihr ehemaliger Liebhaber in einem denkbar ungünstigen Moment aufgetaucht war, oder weil er tatsächlich der Scheißkerl war, als den sie ihn bezeichnet hatte – er scherte sich nicht um Gewissensbisse oder besseres Wissen

Weitere Kostenlose Bücher