Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Schrei in Flammen

Schrei in Flammen

Titel: Schrei in Flammen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jeanette Øbro , Ole Tornbjerg
Vom Netzwerk:
dieser lang und breit erzählte, dass er demnächst mit dem dänischen Händler nach England fahren und die Fabrik besuchen wollte.
    Als sie mit dem Hauptgang fertig waren und die Kinder zum Wii-Spielen in Amalie Myntes Zimmer verschwunden waren, kamen die Männer auf ihr Lieblingsthema zu sprechen: die Wirtschaft. Sie hatten zwei Flaschen Champagner getrunken und waren jetzt dabei, die zweite Flasche Pomerol zu leeren.
    »Habt ihr gehört, dass sie gegen die Flexi-Kredite vorgehen wollen?«, fragte August.
    »Ja, habe ich gehört«, sagte Christian. »Ich glaube aber nicht, dass das so bald kommt.«
    »Das wäre eine Bombe für die dänische Wirtschaft«, meinte August.
    Christian spürte, wie er ärgerlich wurde. Warum provozierte August ihn so? Der musste sich schließlich keine Sorgen um seinen Hauskredit machen. Hatte er seinerzeit überhaupt Geld aufnehmen müssen? Falls ja, sicher nur, um es steuerlich geltend machen zu können.
    »Nur gut, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, wir haben ja ein gewisses Polster«, sagte Christian. »Unser Eigenanteil am Haus ist so hoch, dass wir auch steigende Zinsen ertragen könnten. Wir haben das Haus ja zu einem guten Zeitpunkt gekauft.«
    »Was habt ihr damals dafür bezahlt?«, fragte August.
    »Zwölf Millionen, aber das war auch vor acht Jahren«, fiel Sofia ein. »Das war damals ganz schön günstig. Aber eine gewisse Summe ist danach natürlich auch noch für die Modernisierung draufgegangen, nicht wahr Christian?«
    »Ja, Schatz.« Christian musterte seine hübsche Frau, die viele Begabungen hatte, leider aber überhaupt nichts von Finanzen verstand. Die Tatsache, dass Christian und Sofia nur sechs Millionen aus dem Verkauf ihres alten Hauses mitgebracht und sich folglich etwas über sieben Millionen Kronen bei der Bank hatten leihen müssen, kümmerte sie nicht im Geringsten. Christian war der Einzige in der Familie, der verstand, dass sie das Haus ohne die vorübergehende Nutzung des Flexi-Kredits ohne Tilgung längst hätten verkaufen müssen.
    Christian sah, dass August an dem Thema festhalten wollte, aber Sofia kam ihm glücklicherweise zuvor: »Wo wir gerade über Modernisierung reden, ich habe da auch noch etwas zu erzählen.« Christian spürte eine gewisse Unruhe in sich aufkeimen, als er ihren Gesichtsausdruck wahrnahm. Diese Miene kannte er nur zu gut.
    »Erzähl doch, Süße!« Lis lallte bereits. Das tat sie immer schon nach wenigen Gläsern.
    »Tja, so spannend ist das vielleicht nicht, aber irgendwie finde ich, dass wir neue Sofas gebrauchen könnten«, sagte Sofia. »Ihr wisst schon, anstelle der weißen, die im Wohnzimmer stehen. Ich habe schon lange das Gefühl, dass die ein bisschen dreckig geworden sind. Kleine Kinder mit ihren schmutzigen Händen, nicht wahr? Deshalb habe ich heute neue bestellt.«
    »Und welche hast du bestellt, Schatz?«, fragte Christian und versuchte, seinen begeisterten Tonfall beizubehalten.
    »Also ich finde ja, dass wir etwas brauchen, in das wir uns selbst so richtig verlieben können, weshalb ich zwei Charles Eames bestellt habe – einen Zweisitzer und einen Dreisitzer. Die werden perfekt in unseren Salon passen, Christian«, sagte Sofia und sah wirklich glücklich aus.
    Christian schluckte und hätte fast einen Krampf bekommen, als er seine hübsche Frau anzulächeln versuchte. Er wusste, dass die Sofas, von denen sie schon lange träumte, etwa 40000 Kronen kosteten. Das Stück.
    »Da gilt es wohl, mal wieder ein paar Autos zu verkaufen, Letoft«, sagte August mit einem Lachen und prostete Sofia zu.
    Es war wirklich das letzte Mal, dass er diesen Idioten und seine faltenfreie Frau zum Essen eingeladen hatte, schwor Christian sich.
    *
    Als sie abends auf die Staatsanwältin warteten, die ihnen helfen sollte, die Argumente so aufzubereiten, dass sie Asger Dahl am nächsten Tag dem Haftrichter vorführen konnten, nahm Katrine Wraa das Foto von Maja Jensen heraus und heftete es mit einer Reißzwecke an die große Tafel in ihrem Büro. Die 34-jährige sah sie mit einem bezaubernden Lächeln an.
    Danach druckte Katrine die Bilder aus, die die Überwachungskamera vor dem
Salon S
aufgenommen hatte. Erst die Aufnahmen, die vermutlich Asger Dahl zeigten, und dann die Bilder der Männer, die Maja und Ditte überfallen hatten. Auch diesen Ausdruck heftete Katrine an die Tafel. Jens suchte ein Foto von Hector aus der Polizeiakte heraus und hängte es ebenfalls an die Tafel.
    »Haben wir ein Foto von Ditte?«, fragte

Weitere Kostenlose Bücher