Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Sean King 04 - Bis zum letzten Atemzug

Titel: Sean King 04 - Bis zum letzten Atemzug Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Baldacci
Vom Netzwerk:
der John Nash seiner kleinen Ecke von Alabama, nur dass er nicht unter Paranoia und Schizophrenie litt ... hoffte er zumindest. Ein Unterschied zwischen Quarry und dem Mathematiker und Nobelpreisträger Nash war jedoch, dass sich außer Daten keine Zahlen auf der Wand befanden. Größtenteils handelte es sich um schlichte Worte, die eine komplexe Geschichte erzählten.
    Quarry hatte hier alles zusammengefügt, eine lange Nacht nach der anderen. Solange er denken konnte, war sein Verstand stets in Bewegung gewesen, so auch hier. Als er seinen ersten Automotor auseinandergenommen hatte, hatte er förmlich sehen können, wie der Zündfunke den Treibstoff entzündete und die Maschine ihre Magie wirkte. Die komplexesten mechanischen Diagramme, ein Rätsel für die meisten Menschen, waren für Quarry stets ein offenes Buch gewesen.
    Bei allem anderen war es genauso gewesen: Flugzeuge, Waffen, landwirtschaftliche Geräte, die so kompliziert waren, dass sie selbst erfahrene Mechaniker in den Wahnsinn trieben. Quarry hatte immer herausfinden können, wo der Fehler lag. Er glaubte, diese Gabe von seiner in Zungen redenden Mutter geerbt zu haben, denn sein ehebrechender, rassistischer Vater hatte nicht mal ein Auto kurzschließen können. Quarry gehörte zu einer aussterbenden Art von Amerikanern: Er konnte tatsächlich etwas bauen und reparieren.
    Als er nun das größte Werk seines Lebens betrachtete, kam ihm der Gedanke, dass es einen klar definierten Augenblick, einen Ort und eine Gelegenheit repräsentierte. Es war eine Art Schatzkarte, die ihm sagte, wohin er gehen musste und die ihn dazu trieb, das zu tun, was unvermeidlich war.
    Und dieser Moment war nicht mehr fern.
    Vor den Wänden standen alte, hölzerne Aktenschränke, voll mit den Früchten seiner Ermittlungen, die es ihm erlaubt hatten, die Lücken in seinem Plan zu füllen. Quarry war an viele Orte gereist, hatte mit vielen Menschen gesprochen und sich Hunderte Seiten von Notizen gemacht, die nun in diesen Schränken lagen. Die Ergebnisse dieser Nachforschungen waren nun an den Wänden zu sehen.
    Quarrys Blick begann an einem Ende dieses »Mosaiks«, dort, wo alles angefangen hatte, und wanderte zum anderen Ende, wo alles zusammengekommen war. Von einem Ende zum anderen war endlich alles eins geworden. Manche Menschen würden diesen Raum den Schrein eines Besessenen nennen, und Quarry hätte dem nicht mal widersprochen. Für ihn repräsentierte das Bild an der Wand jedoch den einzigen Weg zu dem Ziel, das schwerer zu fassen war als jedes andere:
    Es ging nicht nur um Wahrheit, sondern auch um Gerechtigkeit. Zwar schloss das eine das andere nicht zwangsläufig aus, doch hatte Quarry es als unglaublich schwer empfunden, beides zusammenzuführen. Aber wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, war er noch nie gescheitert. Trotzdem hatte er während der Arbeit immer wieder daran gedacht, dass es diesmal vielleicht anders sein könnte.
    Quarry ging in die hinterste Ecke des Zimmers. Dort gab es eine kleine Nische hinter der Holzverkleidung, die voller schwerer Metallzylinder, Rohre, Messgeräte und Ventile war. Außerdem lagen dort die Überreste von Bleiplatten auf einer hölzernen Werkbank. Quarry tätschelte einen der Tanks.
    Das war sein Ass im Ärmel.
    Quarry ging wieder hinaus, schloss die Tür ab und stieg zur Bibliothek hinauf. Dort zog er sich Handschuhe an, spannte ein Blatt Papier in die Schreibmaschine und begann zu tippen. Die Worte, die vor ihm auf dem Blatt erschienen, waren weder überraschend noch enthüllend. Quarry hatte schon vor langer Zeit beschlossen, was er schreiben würde. Als er fertig war, faltete er das Blatt Papier, holte einen Schlüssel aus der Tasche und steckte beides in einen bereits adressierten Briefumschlag. Dann fuhr er in seinem alten Truck davon.
    Zweihundert Meilen entfernt, in Kentucky, warf er den Brief in einen Briefkasten.
    Am nächsten Morgen traf Quarry wieder in Atlee ein. Obwohl er die ganze Nacht durchgefahren war, fühlte er sich nicht müde. Es war, als würde seine Kraft mit jedem Schritt des Plans erneuert. Quarry frühstückte mit Daryl und Gabriel und half Ruth Ann dann beim Spülen. Nachdem er anschließend sechs Stunden mit seinem Sohn auf dem Feld gearbeitet hatte, war er durchgeschwitzt. Er nahm an, dass sein Brief in ein, höchstens zwei Tagen sein Ziel erreichen würde. Wie sie wohl reagieren würden? Allmählich würde wohl Panik einsetzen.
    Der Gedanke ließ ihn lächeln.
    Nach dem Abendessen ritt

Weitere Kostenlose Bücher